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Drei mit Optimismus: Christiane Kern (M.), Landtagskandidatin von 2018, soll für die SPD ins Rennen um die Nachfolge von Landrat Karl Roth (CSU) einsteigen. Kreischefin Julia Ney und Kreistagsfraktionschef Tim Weidner sind von ihr überzeugt.

Die Liste der Landratskandidaten für die Kommunalwahl 2020 füllt sich

Kampf ums Landratsamt: SPD schickt Christiane Kern ins Rennen

Die Liste der Landratskandidaten füllt sich: Die SPD präsentierte am Freitag Christiane Kern, die 2018 schon für den Landtag kandidiert hatte. Die Polizistin ist inzwischen nach Starnberg gezogen und will auch in den Kreistag und in den Stadtrat.

Landkreis– Nach CSU und Grünen hat sich auch die SPD für das Rennen um die Nachfolge von Landrat Karl Roth (CSU) in Stellung gebracht: Christiane Kern (46), die schon bei der Landtagswahl im Herbst 2018 angetreten war, ist vom Kreisvorstand einstimmig als Landratskandidatin nominiert worden. Das gab die SPD am Freitag bekannt. Roth und Kern haben etwas gemein: Sie waren oder sind Polizisten.

Neben Stefan Frey (CSU), der im Sommer offiziell aufgestellt werden soll, und Martina Neubauer (Grüne), die bereits formell nominiert ist, sind damit drei Kandidaten bekannt. Die Freien Wähler halten sich noch bedeckt – die meisten erwarten, dass entweder Albert Luppart oder Kreischef Matthias Vilsmayer antreten wird. Man wollte die Europawahl abwarten und sich danach zusammensetzen, sagte Luppart am Freitag auf Anfrage. Zu eigenen Ambitionen schweigt er sich seit Monaten aus. Bis Mitte Juni wollten die Freien Wähler aber ihren Kandidaten vorstellen. Die FDP hingegen hat sich noch nicht entschieden, ob und wenn ja wen sie ins Rennen schickt. Kreisvorsitzende Britta Hundesrügge will sich von anderen auch nicht treiben lassen. „Wir sehen dazu keine Not“, sagt sie. Bis zum Sommer wollen aber auch die Liberalen die Weichen für die Kommunalwahl 2020 stellen. Bei der Wahl 2014 waren fünf Kandidaten von CSU, SPD, Grünen, Freien Wählern und FDP angetreten, 2008 ebenso. Ob andere Parteien für 2020 Kandidaten aufstellen wollen, ist unklar.

Dass eine SPD-Landratskandidatin angesichts des Höhenflugs der Grünen und der generellen Stärke der CSU geringe Chancen haben würde, wollen SPD-Kreischefin Julia Ney und Kandidatin Kern nicht gelten lassen. Die Kriminalhauptkommissarin habe 2018 einen „äußerst erfolgreichen Landtagswahlkampf“ gemacht. Das sie trotz hoher Stimmenzahlen nicht im Landtag sitzt, lag Ney zufolge am „dramatisch schlechten Ergebnis“ der SPD in Oberbayern. Es gebe bereits ein motiviertes Wahlkampfteam für Kern. Im Kreisvorstand habe man sich für sie entschieden, obwohl es zwei weitere Interessenten geben hatte. Dass diese bei der Aufstellungsversammlung für Landratskandidatur und Kreistagsliste im Oktober dennoch Ansprüche anmelden, schließt Ney aus.

Christiane Kern selbst hat durch ihre Landtagskandidatur den Landkreis lieb gewonnen und ist vor einigen Wochen nach Starnberg umgezogen. Ihre kommunalpolitischen Ämter in München gibt sie auf. Man habe sie zwar auch für die Stadtratsliste in München angesprochen, auf der sie wohl bessere Chancen als im Landkreis Starnberg haben würde, aber sie fühle sich im Landkreis wohler. Ein Programm hat sie sich bereits zurechtgelegt: Mehr Klimaschutz, um den Grünen dieses Thema nicht allein zu überlassen; sie denkt dabei an Windkraft, aber auch an ökologische Antriebe für Busse und mehr Radwege. Sie selbst hat übrigens kein Auto. Bei der Bildung setzt Kern auf eine Übernahme der Schulen durch den Kreis, soweit gewünscht – auch, um die Digitalisierung zu meistern. Wohnen ist ein Schwerpunkt, und bei der Gewerbeentwicklung tritt die SPD etwas auf die Bremse, wenn es um Herausnahmen aus dem Landschaftsschutz geht. Die Daseinsvorsorge ist Punkt Nummer 4 – gemeint sind der Erhalt der Krankenhäuser vor Ort oder die Frage der Umladestation des AWISTA. Kreisrat Tim Weidner hat derweil Verständnis für die Bedenken der Hochstadter gegen den Standort Oberbrunn. Er wollte übrigens nicht erneut kandidieren, auch wenn er es 2008 gegen Roth in die Stichwahl geschafft hatte. Der Generationswechsel sei nötig und mehr Frauen auch, sagt der 52-Jährige. Kern sei „bodenständig und pragmatisch“, behördenerfahren und habe den Blick von außen. Kern soll Platz 1 der Kreistagsliste bekommen und will auch in den Starnberger Stadtrat. Weidner hofft auf Platz 2.

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