Zwischen 20 und 30 kranke Kätzchen warten derzeit im Starnberger Tierheim auf liebevolle Besitzer. 
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Zwischen 20 und 30 kranke Kätzchen warten derzeit im Starnberger Tierheim auf liebevolle Besitzer. 

Mehr als 20 kranke Tierbabies 

Katzen-Alarm im Starnberger Tierheim

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Die Pfleger im Starnberger Tierheim betreuen derzeit mehr als 20 kranke Jungkatzen. Die Babys stammen von frei lebenden Katzen, die nicht kastriert sind. Im Gegensatz zu den Eltern sollen sie später vermittelt werden.

Starnberg – Die Hilferufe kommen aus nahezu allen Teilen des Landkreises. Im Wald bei Hochstadt etwa entdeckten Spaziergänger am Sonntag vor einer Woche zwei kleine Kätzchen. In einer Scheune in Traubing waren einer aufmerksamen Passantin gleich sechs Jungtiere aufgefallen. Und auch aus dem Inninger Ortsteil Buch, aus Andechs und Seefeld meldeten sich Bürger im Starnberger Tierheim, die sich Sorgen um Katzenbabys machten. „Wir haben derzeit 20 bis 30 Katzenkinder bei uns“, sagt Tierheim-Leiterin Christine Herrmann im Gespräch mit dem Starnberger Merkur nachdenklich.

Denn die kleinen Fellknäuel sind krank und müssen von den Pflegern liebevoll aufgepäppelt werden. Die Jungen stammen von „halbwilden Katzen, die sich in Scheunen, Reitställen oder Bauernhöfen einnisten“, sagt Herrmann. Tiere, die nicht kastriert, oft schlecht ernährt und in der Regel nicht geimpft sind.

Acht sind so schwach, dass sie stationär behandelt werden

Das macht ihren Nachwuchs anfälliger für Parasiten und Krankheiten. Von den mehr als 20 Babys seien acht sogar so geschwächt, dass sie stationär in Kliniken behandelt werden müssten, sagt Herrmann. Die anderen kleinen Patienten würden die Tierpfleger abends mit nach Hause nehmen, damit sie rund um die Uhr betreut sind. Das Ganze kostet nicht nur Zeit und Nerven, sondern auch eine Menge Geld. „Gerade bei kleinen Kranken ist man schnell bei tausend Euro pro Fall“, rechnet Herrmann vor.

Immerhin: In aller Regel gelingt es Tierärzten und Pflegern, die Katzenbabys zu retten, aufzupäppeln und – anders als ihre Eltern – zu zähmen und anschließend auch zu vermitteln. „Wenn die fit sind, werden die alle vermittelt“, weiß die Tierheimleiterin aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre. Bloß für ein Baby ist heuer jede ärztliche Hilfe zu spät gekommen.

Die Tierheim-Mitarbeiter lassen etwa 40 Katzen pro Jahr kastrieren

Die Alttiere wollen die Verantwortlichen nach Möglichkeit kastrieren. Bereits seit vielen Jahren sind die Mitarbeiter des Tierheims auch mit dieser Aufgabe beschäftigt. Etwa 40 Katzen pro Jahr würden sie kastrieren lassen, erklärt Herrmann. Dafür hat das Tierheim eigens Lebendfallen aus Holz im Einsatz, um an die Tiere zu kommen. Denn die Katzen sind so an ihre Freiheit gewöhnt, dass die Helfer ihrer anderweitig kaum habhaft werden. Nach dem Eingriff werden die Tiere nach Möglichkeit wieder an einer Stelle unweit des Fangortes freigelassen. „Wenn man Glück hat, sind in der Nähe nette Leute, die sie füttern“, sagt die Tierheimchefin.

Durch die Rasselbande ist das Tierheim aktuell dennoch sehr gut ausgelastet. „Wir haben aktuell keinen Platz mehr“, sagt Herrmann – und schiebt gleich nach: „Aber natürlich nehmen wir trotzdem jedes Tier auf.“ Dazu gehört auch die kleine Katze, die einen besonders schweren Start ins Leben hatte. Auch sie ist so ein Problemfall, der aufgepäppelt werden muss. Dazu ist sie auf einem Hof von einem Pferd getroffen und verletzt worden. Im Oberschenkel steckt jetzt eine winzig kleine Metallplatte, die die Knochen zusammenhalten soll.

Wer das Tierheim unterstützen möchte, findet Informationen auf der Internetseite unter www.tierheim-starnberg.de. Auskünfte erteilten die Pfleger auch unter (0 81 51) 87 82.

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