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Kerstin Täubner-Benicke wohnt seit mehr als 27 Jahren in Starnberg. Jetzt will sie als Bürgermeisterkandidatin für die Starnberger Grünen antreten.

Herausforderin für Amtsinhaberin Eva John

Kommunalwahl 2020: Grüne mit eigener Bürgermeister-Kandidatin

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Starnbergs Grüne werden bei der Kommunalwahl 2020 mit einer eigenen Bürgermeisterkandidatin antreten. Das hat eine Ortsversammlung der Partei am Mittwoch beschlossen. Kerstin Täubner-Benicke steht zur Verfügung.

Starnberg – Zu dem großen Erfolg des Volksbegehrens Artenvielfalt hat sie ihren Teil beigetragen: Kerstin Täubner-Benicke war als Sprecherin des Aktionsbündnisses mit dafür verantwortlich, dass im Landkreis Starnberg eine Rekordquote erreicht wurde. Nun steht die 51-Jährige für ein noch ambitionierteres Projekt zur Verfügung: als Bürgermeisterkandidatin der Starnberger Grünen bei der Kommunalwahl 2020.

„Wir haben nach reiflicher Überlegung beschlossen, mit eigener Kandidatur in den Wahlkampf zu gehen“, teilte Erika Schalper für den Ortsvorstand am Donnerstagvormittag mit. Am Vorabend hatte sich eine Ortsversammlung der Partei dafür ausgesprochen – und damit gegen die Unterstützung eines partei- und gruppenübergreifenden Kandidaten gegen Amtsinhaberin Eva John.

„Wir wollen unsere eigenen Anliegen und Ziele durchsetzen“, sagte Schalper gegenüber dem Starnberger Merkur. Dabei gehe es unter anderem um Natur- und Landschaftsschutz und Verkehrsthemen – „es wird schon wieder gemotzt wegen ein bisschen Radlstreifen auf der Hanfelder Straße“, nannte sie als Beispiel. Dafür könne nur ein grüner Kandidat stehen. „Ansonsten müssten wir im Wahlkampf immer Kompromisse machen.“

Die muss Kerstin Täubner-Benicke nicht eingehen. Sie ist eine der profiliertesten Vertreterinnen der Grünen im Landkreis. Seit 2013 steht sie als Sprecherin an der Spitze des Kreisverbandes. Bei der Bundestagswahl 2017 trat sie als Direktkandidatin im Wahlkreis Starnberg/Landsberg an und holte 11,9 Prozent der Erststimmen. Nachdem die Stadt-, Kreis- und Bezirksrätin Martina Neubauer 2020 als Landratskandidatin antreten will, galt Täubner-Benicke auch aufgrund ihrer Erfahrung als naheliegende Lösung für Starnberg. „Ich habe aber überlegen müssen“, gibt die Mutter von vier Kindern (17 bis 31) und zweifache Oma im Gespräch mit dem Starnberger Merkur zu.

Vor allem die Stimmung im Stadtrat und das zum Teil massiv gestörte Verhältnis zur Bürgermeisterin habe sie zunächst abgeschreckt. „Aber ich denke, die Karten werden bei der Wahl 2020 neu gemischt“, sagt sie. Die 51-Jährige gehört dem Stadtrat bislang nicht an und kann von daher unbelastet an die Aufgabe herangehen. „Ich erlebe die Querelen der letzten Jahre nur als Zuschauerin.“

Bei ihrem Entschluss für die Kandidatur hätten auch das Volksbegehren Artenvielfalt und die Schülerdemonstrationen für mehr Klimaschutz eine wichtige Rolle gespielt. „Die Zeit drängt, wenn wir zum Beispiel beim Klima noch etwas ändern wollen“, sagt die Starnbergerin. Die Energiewende sei ihr wichtig, eine „menschengerechte Mobilität“, Landschaftsschutz (auch in Schorn, wo die Stadt ein großes Gewerbegebiet plant) – und „eine gute Verwaltung und Leitung der Stadt“, sagt Täubner-Benicke, die als Angestellte beim Landeskirchenamt der evangelischen Kirche arbeitet.

Das Wahlprogramm für 2020 arbeiten die Grünen derzeit aus, eine erste Klausur habe bereits stattgefunden. Was sie sich bei der Wahl ausrechnet? „Das Erreichen der Stichwahl wäre eine Zwischenetappe“, sagt sie. „Starnberg hat es nötig, dass jemand anderes als Frau John Bürgermeisterin wird.“ Die Aufstellungsversammlung mit der offiziellen Kandidatenkür planen die Grünen für Ende April, Anfang Mai.

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