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Engagiert und konzentriert führten die Mitglieder der Starnberger Trachtenjugend ihre eigene Version des Krippenspiels auf. 

Starnberger Trachtenjugend

Krippenspiel mit Karli neu interpretiert

Die Starnberger Nachwuchs-Trachtler wagten sich an eine Neuinterpretation der Geschichte von Maria und Josef. Mit Erfolg: Beide Vorstellungen waren gut besucht. 

Starnberg – Krippenspiel einmal anders: Mit „Karli, der Herbergsvater“ (in der Fassung von Johannes Werle) ging die Starnberger Trachtenjugend am Sonntag in die heiße Phase des Advents. Sogar Nikolaus und Krampus gaben sich die Ehre, um dem Nachwuchs für’s Engagement zu danken.

Mit zwei gut besuchten Aufführungen im Trachtenheim stand der Sonntagnachmittag ganz im Zeichen von Karli. Im Gegensatz zu den meisten Herbergssuchen beginnt das Kinder-Stück eine zeitliche Stufe vor der Heiligen Nacht: Die Inszenierung der Theaterprobe ist der erste Akt. Und darin fanden auch Kinder im Schlafanzug ihre Rolle: Ob sie schon aufgeregt seien, fragt sie die schauspielernde Regisseurin (Ronja Bucher), und diese wiederum trägt Schlabberlook.

Herbergswirt Karli ist in eine Südtiroler Wirtsschürze gekleidet

Dass Herbergswirt Karli (Johannes Wackerl) hier schon seine Südtiroler Wirtsschürze trägt, macht gar nix – es ist im Stückl ja noch Probe. Aber schon jetzt fallen Karlis hartherzige Sätze wie schneidende Messer: „Na, bei mir net! Geht’s woanders hi“, stößt er dem heiligen Paar (Celina Wackerl und Franz Ferdinand Dürr) Bescheid.

Mindestens die Kostümierung beginnt also locker durcheinander, und die musikalischen Intermezzi mit Gitarre, Harfe, Klarinette und Hackbrett tun das ihrige, um die Atmosphäre gemütlich zu halten. Unter der erstmaligen Leitung von Gitarrist Tobias Schulz hat sich die instrumentale Begleitung „männlich verstärkt“, wie eine Musikerin anmerkte. Darüber hinaus sorgte ein kleiner Kinderchor von der Seite für vorweihnachtliche Stimmung.

Aber nun – im eigentlich hoch konzentriert gespielten Stück unter der Leitung von Barbara Pfaffinger – überrascht Karli alle. Sogar die Bühnenrollen-Regisseurin ist erstaunt, als der Wirt Maria kurzerhand doch in seine Herberge bittet.

Karli lässt sich nicht reinreden und gewährt Maria Unterschlupf

Auch aufs’s hineingerufene „Na, Karli, Du muaßt as weg schicka!“ reagiert der kleine Wirt nicht und so kommt bei diesem Krippenspiel das Jesuskindl eben im Gasthaus auf d’Welt. Herzig und absolut mit ihrer Rolle verwachsen ist das Spiel, und innig singt das Publikum ein „Es wird scho glei dumpa“. So richtig gar ist das Bühnenspiel damit aber noch nicht, denn es nahen noch der Nikolaus und der kettenrasselnde Krampus.

Die beiden Gestalten verteilen überwiegend Lob und Leckereien, aber sie lösen auch den Lacher des Abends aus: Ob’s denn leicht sei, immer einen Tanzpartner zu finden, fragt der Heilige Mann. „Nicht so ganz“, antwortet ein Trachtenkind, „die laufen immer weg.“ Auf diese frühreife „Beziehungsanalyse“ geraten die Zwerchfelle in Wallung und der Abend hat nun auch humoristisch seinen besonderen Adventsstern gefunden. 

von Andreas Bretting

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