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Bürgermeisterkandidat und FDP-Vorsitzender Marc Fiedler (Mitte) mit seinen Stellvertretern Valentin Windorfer (l.), Heike Barall-Quiring (2.v.r.) und Christoph Aschermann. Paola Heidtmann-Ambrosoli ist Schatzmeisterin. 

41 Jahre alter Kaufmann ist neuer Vorsitzender und Bürgermeisterkandidat

Marc Fiedler ist der neue starke Mann der Starnberger FDP

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Der 41 Jahre alte Marc Fiedler ist neuer Vorsitzender der Starnberger FDP - und Bürgermeisterkandidat der Partei bei der Kommunalwahl im März 2020. Er setzt auf einen neuen Ton im politischen Umgang.

Starnberg – Die Starnberger FDP wird bei der Kommunalwahl im März 2020 mit Marc Fiedler ins Rennen um das Bürgermeisteramt gehen. Der 41 Jahre alte Geschäftsführer einer Immobilienverwaltungsgesellschaft erhielt in der ordentlichen Mitgliederversammlung der Partei am Mittwochabend im Bayerischen Hof 15 von 15 abgegebenen Stimmen.

Fiedler ist damit nach Amtsinhaberin Eva John (BMS), Kerstin Täubner-Benicke (Grüne) und dem gemeinsamen Kandidaten von CSU, UWG, BLS und SPD, Patrick Janik, der vierte offizielle Bewerber um das höchste Amt der Stadt. Dabei will Fiedler mit Themen wie Wohnungsbau, intelligenten Verkehrslösungen und Gewerbeförderung punkten.

Gleichzeitig übernahm der Vater von zwei Kindern (fünf Jahre und sechs Monate alt) auch den Vorsitz des 44 Mitglieder starken Ortsverbandes. Die bisherige Vorsitzende Heike Barall-Quiring hatte nach vier Jahren das Amt zur Verfügung gestellt. Wenn sie selbst eine Verjüngung propagiere, sagte sie, müsse sie auch vorangehen. „Wir müssen loslassen können“, betonte Barall-Quiring. Das gelte im Übrigen auch für das eine oder andere Stadtratsmitglied.

Die beiden eigenen Stadträte Iris Ziebart und Anton Wiesböck dürfte sie damit nicht gemeint haben. Die 3. Bürgermeisterin Ziebart 2020 will nicht mehr für den Stadtrat kandidiert (siehe Kasten). Auch als Beisitzerin im FDP-Vorstand stand sie nicht mehr zur Verfügung. Ihr Ehemann Dr. Wolfgang Ziebart, bislang einer der stellvertretenden Vorsitzenden der Starnberger FDP, kandidierte ebenfalls nicht mehr für ein Parteiamt.

Iris Ziebart gilt als enge Vertraute von Bürgermeisterin Eva John, die die FDP bei der Wahl 2014 noch unterstützt hatte. Nun legt die Partei den Fokus aber komplett auf sich selbst. „Wir wollen etwas vorantreiben für Starnberg, wir wollen etwas verändern“, sagte Fiedler. „Und wir wollen endlich wieder anständig miteinander umgehen.“ Diskussionen mit Verve dürften und müssten sein – wesentlich sei für ihn aber ein ordentlicher Umgang. „Das verspreche ich auch für den Wahlkampf“, sagte Fiedler, der zwar in Köln geboren, aber bereits als Elfjähriger nach Starnberg gekommen ist.

Seine Schwerpunkte skizzierte er am Mittwoch nur kurz. An erster Stelle nannte er die Schaffung bezahlbaren Wohnraums und von Eigenheimen. „Das darf beim Wiesengrund nicht aufhören.“ An der Notwendigkeit des Gewerbegebiets Schorn ließ er ebensowenig einen Zweifel wie an einer Stärkung des öffentlichen Personenverkehrs, etwa in Form von Carsharing- oder E-Bike-Lösungen. Auch „mehr Platz für die Berufsschule“ und einen Handwerkerhof brachte er ins Spiel. Beim Thema Seeanbindung forderte er, die Fakten auf den Tisch zu legen. „Was genau in der Mediation passiert ist, weiß doch keiner“, sagte Fiedler. Dann brauche es pragmatische Lösungen und keine Schuldzuweisungen.

Auch Heike Barall-Quiring ging in ihrem letzten Rechenschaftsbericht als FDP-Vorsitzende auf das Thema ein und mahnte einen sachliche Auseinandersetzung an. Es müsse ausgelotet werden, wie viel Spielraum die Stadt habe – und dann gelte es, als starkes Team in Gesprächen mit der Bahn aufzutreten. Auch für deren Position brachte sie Verständnis auf. „Die Vertreter der Bahn stehen in hoher Verantwortung, dass sie keine Gelder veruntreuen“, sagte sie. Zwar seien die vom heutigen UWG-Stadtrat Prof. Otto Gaßner ausgehandelten Verträge „nicht glücklich“ für Starnberg, aber: „Wir können uns nicht über Verträge und Fakten hinwegsetzen.“ In dem Zusammenhang kritisierte Barall-Quiring die WPS und deren Fraktionschef Prof. Günther Picker deutlich. Über dessen im Stadtrat letztlich gescheiterten Vorstoß, Gaßner offiziell den Streit zu verkünden, habe sie sich sehr geärgert, sagte sie. Das sei „reine Wählerfängerei“ gewesen, denn mögliche Schadenersatzansprüche an Gaßner seien längst verjährt.

Für ihren Kurs bekamen die Starnberger Liberalen Zustimmung von FDP-Landeschef Daniel Föst, der zu Gast war. Und Mut machte er auch: „In einer Kommunalwahl ist nichts unmöglich.“

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