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Die Tunnel-Macher (v.l.): Herwig Ludwig, Patrick Janik, Martina Neubauer, Yves Maier, Stefan Frey, Raphael Zuber, Dr. Jürgen Busse, Georg Scheitz und Uwe Fritsch.

An der Bundesstraße 2

Mehr Sicherheit für den Tunnel

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Eine automatische Brandbekämpfungsanlage und Evakuierungsaufzüge soll der geplante B 2-Tunnel in Starnberg bekommen. Über diese und weitere Neuigkeiten informierte der Verein Umweltbewusste Verkehrsentlastung am Freitagabend.

Starnberg – Der Andrang war groß. Knapp 140 interessierte Bürger zwängten sich am Freitagabend in zwei Räume des Tutzinger Hofs in Starnberg, um aus erster Hand Informationen zum Stand des B 2-Tunnels zu bekommen. Der Verein Umweltbewusste Verkehrsentlastung Starnberg hatte dazu eingeladen. Und dabei konnten die Verantwortlichen des Staatlichen Bauamts Weilheim vor allem mit Neuigkeiten zum Thema Sicherheit aufwarten.

Der Einbau einer automatischen Brandbekämpfungsanlage, ähnlich einer Sprinkleranlage, und der Einbau von Evakuierungsaufzügen in den sechs Notausstiegen sei mittlerweile Bestandteil der Planung, sagte Raphael Zuber, Abteilungsleiter Bergmännischer Tunnelbau der Behörde. Darüber hinaus sollen die Pannenbuchten im Tunnel parallel angeordnet werden, wodurch sich auch Wendemöglichkeiten für Rettungsfahrzeuge ergeben. Größere oberirdische Aufstellflächen für die Retter seien ebenfalls vorgesehen, sagte Zuber. Mit dem Bund als Bauherrn führe das Bauamt bereits Gespräche, eine Entscheidung stehe noch aus.

Herwig Ludwig: Der B 2-Tunnel soll „das Maximum an Ausstattung bekommen“

Tunnel-Projektleiter Herwig Ludwig zeigte sich zuversichtlich. „Der Bund hat signalisiert, dass er sich das vorstellen kann“, sagte er. Damit würde der B 2-Tunnel „das Maximum an Ausstattung bekommen, was es in Deutschland gibt“. Vorgeschrieben seien nämlich weder Löschanlage noch Rettungsaufzüge. Dennoch war die Forderung nach diesen Änderungen vor allem von Vertretern der Rettungsorganisationen immer wieder gekommen. Auch der von der Stadt beauftragte Gutachter Dr. Dirk Schneider hatte Anfang des Jahres dringend dazu geraten, um das bis dato „mangelhafte“ sicherheitstechnische Konzept nachhaltig zu verbessern.

Ludwig nutzte die Gelegenheit, um die Teilnehmer des Arbeitskreises Sicherheit ausdrücklich zu loben. Die bislang sechs Gespräche seien entpolitisiert worden und würden auf einem fachlich hohen Niveau ablaufen. Ein spezielles Lob zollte er Starnbergs Feuerwehrkommandant Markus Grasl.

Das Bauamt bereitet nun ein Planergänzungsverfahren vor

Weil die Änderungen nicht Bestandteil des rechtskräftigen Planfeststellungsbeschlusses für den Tunnel sind, plant das Bauamt nun ein Planergänzungsverfahren. Dabei wird nicht mehr das Vorhaben an sich, sondern nur noch der geänderte Teil allen zuständigen Stellen – und der Öffentlichkeit – vorgelegt. „Wir haben eine optimierte Planung“, sagte Abteilungsleiter Zuber. „Es ist unabdingbar, diese rechtlich zu sichern.“

Zu diesen Ergänzungen gehört auch der Bau eines weiteren, insgesamt fünften Dükers, der die Grundwasserströme unter dem Tunnel durchleiten soll. Dieser wird unterhalb des Almeidaweges errichtet – und ist vom STAgenda-Arbeitskreis Energie und Klimaschutz bereits für eine Geothermie-Nutzung ausgemacht worden (wir berichteten).

Elf Mitarbeiter sind im Bauamt für den Tunnelbau abgestellt

Die Arbeiten an dem Projekt laufen seit Monaten auf Hochtouren. Im Bauamt würden sich elf Mitarbeiter in Voll- oder Teilzeit mit dem Tunnelbau beschäftigen, sagte Amtsleiter Uwe Fritsch. Bisher seien bereits 20 Millionen Euro investiert worden – was einem Zehntel der angepeilten Summe entspricht. „Das ist alles andere als eine Scheinveranstaltung“, sagte Fritsch in Richtung der Kritiker, die behaupten, mit dem Projekt sei noch gar nicht angefangen worden.

Im November starten die Arbeiten für den Durchstich der Petersbrunner Straße. Das mittlerweile leer stehende Gebäude an der geplanten Einmündung zur Münchner Straße wird entkernt und zerlegt. Im kommenden Jahr beginnt laut Zeitplan auch die Verlegung der Versorgungsleitungen. Auf die Frage aus dem Publikum nach dem Zeitplan antwortete Zuber: „Wir sind zuversichtlich, dass wir 2026 halten können.“

Dr. Jürgen Busse glaubt nicht an die Realisierung der Umfahrung

Dr. Jürgen Busse, als Vorsitzender des Vereins quasi Gastgeber, nannte den Tunnel „weiß Gott keinen Königsweg“. Aber er würde 18 000 Fahrzeuge unter die Erde und damit aus der Starnberger Innenstadt herausbringen. An eine Realisierung der ortsfernen Umfahrung glaubt er nicht. Auch die Landratskandidaten von CSU und Grünen, Stefan Frey und Martina Neubauer, sowie Bürgermeisterkandidat Patrick Janik sind skeptisch, was eine Umfahrung durch Landschaftsschutzgebiet anbelangt. Sie begründeten jedoch die eingeleiteten Untersuchungen für eine Umfahrung. „Das ist ein Gebot der Fairness, und das sollte uns der Friede in der Stadt auch wert sein“, sagte Janik.

Neubauer erklärte, dass sich die Mehrheiten in Stadtrat und Kreistag einig seien, dass der Tunnel eine große Chance „für eine echte oberirdische Entwicklung“ Starnbergs biete. Frey verteidigte die Entscheidung des Stadtrats, einen Bürgerentscheid zum Tunnel nicht zuzulassen. „Dem Bürgerbegehren ist in allen Belangen nachgekommen worden. Was ist daran undemokratisch?“, fragte er. Vizelandrat Georg Scheitz rief dazu auf, positiv nach vorne zu schauen.

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