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Erstes Projekt einer Reihe von Baumaßnahmen: An der Oßwaldstraße entsteht ein Parkplatz, der als Ausweichquartier für das marode Parkdeck dienen soll. Ab 20 20 soll ein neues Parkdeck gebaut werden. 

Geplante Investitionen in Starnberg

Millionen für das Klinikum

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Das Klinikum Starnberg arbeitet wirtschaftlich gut und hat enormen Investitionsbedarf. Bis 2025 rechnet Klinikchef Dr. Thomas Weiler mit Kosten von 60 Millionen Euro. Davon soll der Landkreis 33,5 Millionen Euro schultern.

Landkreis – Die Millionen fliegen den Kreisräten in diesen Wochen nur so um die Ohren. Der Kreis- und der Haushaltsausschuss beschloss in seiner gestrigen gemeinsamen Sitzung einen Nachtragshaushalt, um weitere 27 Millionen Euro zusätzlich für den Kauf der Schindlbeck-Klinik Herrsching zur Verfügung zu haben. In der gemeinsamen Sitzung des Kreis- und Bauausschusses ging es unter anderem um die 66 Millionen Euro, die das Gymnasium Herrsching kosten wird. Im letzten öffentlicher Tagesordnungspunkt dieser Sitzung informierte der Chef der Starnberger Kliniken GmbH, Dr. Thomas Weiler, über die geplanten Investitionen in Millionenhöhe am Klinikum Starnberg.

Für eine neue Intensivstation mit einer Dialyseabteilung, die Erweiterung der Kinderklinik um zwölf Betten, ein neues Verwaltungsgebäude mit Tiefgarage, einen weiteren OP-Container und der Neubau einer zentralen Abteilung für Sterilgutaufbereitung rechnet er mit Kosten von insgesamt 60 Millionen Euro. Dafür gibt es Fördergelder vom Staat, Eigenmittel des Klinikums und auch der Landkreis muss mit 33,5 Millionen Euro ran.

Weiler: Der Landkreis müsse seiner gesetzlichen Verpflichtung nachkommen

Landrat Karl Roth unterstrich, dass das Klinikum in den vergangenen Jahren so gut gewirtschaftet habe, dass der Landkreis als Träger kaum finanziell in Erscheinung getreten sei. „Wir haben 42 Millionen Euro in die Immobilie investiert, in den neuen OP-Raum, das Foyer und die Notaufnahme“, sagte Weiler. Doch nun müsse der Landkreis seiner gesetzlichen Verpflichtung nachkommen.

Aktuell wird bereits am Interimsparkplatz für die Mitarbeiter gebaut. Denn das Parkdeck an der Oßwaldstraße ist nicht nur in die Jahre gekommen, sondern darf laut Weiler aus statischen Gründen nurmehr bis Ende des Jahres genutzt werden. Sprich: Es ist einsturzgefährdet, weshalb es ohnehin nur noch in Teilen genutzt werden kann (wir berichteten).

Der Interimsparkplatz kostet 1,8 Millionen Euro

Der Bau des Interimsparkplatzes schlägt allein mit 1,8 Millionen Euro zu Buche. Die Erdarbeiten verliefen laut Weiler durchaus abenteuerlich. „Sie glauben gar nicht, was an der Oßwaldstraße in einem Meter Tiefe alles zutage kommt – alte Fahrzeuge, Reifen und sonst noch einiges.“ Nun sei alles entsorgt, der Parkplatzbau laufe.

Das neue Parkhaus (Kosten: 9,5 Millionen Euro) ist ein sehr altes Projekt. Geplant sind 300 Plätze, die laut vor allem für Mitarbeiter gedacht sind. Die Zahl der Parkplätze an der Oßwaldstraße erhöhe sich lediglich um 140, sagte Weiler. Anne Franke (Grüne) äußerte Bedenken, dass zusätzliche Parkplätze zusätzlichen Verkehr anlockten und die Besucher doch lieber mit dem Bus kommen sollten. Das könne man nicht verlangen, sagte Weiler. „Wir sind ein Akutkrankenhaus. Wenn der Opa einen Schlaganfall hatte und die Familie möchte ihn noch einmal sehen, kann ich nicht sagen, dass sie den Bus nehmen soll.“ Als Zeitplan für den Bau des neuen Parkhauses nannte Weiler die Jahre 2020 und 2021.

Die Intensivstation hätte Weiler zufolge schon lange neu gebaut werden sollen

Größter Posten im Neubaukatalog ist mit 20 Millionen die neue Intensivstation neben dem Eingangsbereich. Sie sei absolut notwendig, unterstrich der Klinikchef. „Die jetzige Intensivstation ist über 30 Jahre alt und technisch grenzwertig.“ Schon vor Jahren hätte man dieses Projekt angehen sollen, doch die Planung sei nicht einfach gewesen. Durch die Lage von OPs und Aufwachräumen könne sie nur nahe des Eingangs situiert werden. Dort gebe es jedoch alten Baumbestand. „Wir haben einen Kompromiss mit der Stadt gefunden“, sagte Weiler. „Bis auf vier Eichen dürfen alle gefällt werden. Jetzt können wir förderfähig bauen – sonst wären wir unter der Mindestgröße geblieben.“

Die neue Sterilgutaufbereitung (Kosten: 10 Millionen) soll auch die Standorte Penzberg und Seefeld bedienen. Apropos: Für die Zusammenlegung der Kliniken Seefeld und Schindlbeck rechnet Weiler schlimmstenfalls mit 80 Millionen, stellte aber eine großzügige Förderung des Freistaats in Aussicht.

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