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Die Graphik zeigt eine Übersicht über die neuen Gebührensätze für die Müllentsorgung im Landkreis Starnberg.

Die neuen Sätze gelten für zwei Jahre

Gebühren steigen: Mehr Geld für die Tonnen

Erstmals seit fast 20 Jahren steigen ab 2020 die Entsorgungsgebühren im Landkreis Starnberg. Grund sind steigende Kosten insbesondere im Biomüllbereich und geringere Erlöse bei Wertstoffen. Die neuen Gebühren gelten für zunächst zwei Jahre.

Landkreis – Zwei Jahrzehnte lang lebten die Landkreisbürger auf einer Art Insel der Seligen, während andernorts die Müllgebühren stiegen. Dreimal seit Beginn des Jahrtausends wurden die Gebühren sogar gesenkt, weil die Geschäfte des AWISTA gut liefen – 2005, 2008 und 2016. Erwartungsgemäß geht das nicht immer so weiter, und deswegen beschloss der Verwaltungsrat des heutigen Kommunalunternehmens AWISTA gestern eine Gebührenanhebung um sechs Prozent. Faktisch liegen die Kosten damit wieder auf dem Niveau des Jahres 2015.

Der AWISTA konnte in den vergangenen Jahren auf Erhöhungen verzichten, weil er hohe Rücklagen hatte. Die müssen bei Gebühren aber innerhalb weniger Jahre abgebaut werden – ein Grund für die Gebührensenkungen. Zwar hat der AWISTA derzeit noch Rücklagen, die wohl auch noch fürs Jahr 2020 reichen würden – sicher ist das aber nicht. Deswegen entschied sich Vorstand Peter Wiedemann, schon für 2020 eine Gebührenerhöhung vorzuschlagen und damit eine zwingend nötige Anhebung 2021 abzufedern – sie wäre erheblich höher ausgefallen als die jetzigen sechs Prozent. Schon seit mehreren Jahren hatte Wiedemann angedeutet, dass ab 2020 Gebührenerhöhungen notwendig werden dürften.

Die Gebührenanhebung entspricht sechs Prozent

Für eine 60-Liter-Restmülltonne werden ab 1. Januar 8,40 Euro mehr fällig. „Das kann man verschmerzen“, sagte Wiedemann in der Verwaltungsratssitzung gestern. Die Anhebung entspricht sechs Prozent, 2016 hatte der Verband die Gebühren um 5,2 Prozent gesenkt. 1999 übrigens, merkte Wiedemann an, hätten die Gebühren bei umgerechnet 127 Euro gelegen – ab 2020 sind es 148,20 Euro, also 14,3 Prozent mehr in 20 Jahren. In anderen Bereichen seien die Steigerungen um ein Vielfaches höher, ließ der Vorstand erkennen.

Wie bisher, sind in den Gebühren auch die Biotonne enthalten, die Altpapiertonne sowie eine kostenfreie Entsorgung auf den Wertstoffhöfen. Durch die Gebührenanhebung, die laut Beschluss nur für 2020 und 2021 gilt und danach neu berechnet wird, nimmt das Kommunalunternehmen rund 650 000 Euro mehr ein. Die braucht es auch, wie Wiedemann vorrechnete.

Ein Grund für die erhöhten Gebühren ist die Biomüllentsorgung

Die Biomüllentsorgung ist um rund 50 Prozent teurer geworden, was auch mit dem Verhalten einiger Kunden zu tun hat. Der Biomüll aus dem Landkreis wird vergärt, also in Energie umgewandelt. Dazu sollte es auch wirklich nur Biomüll sein. Wiedemann: „Es ist eine Biotonne, keine Laubtonne und keine Grünguttonne.“ Die steigenden Kosten im Biomüllbereich sind auch der Grund, warum so genanntes Übervolumen teuerer wird. Wer eine 60-Liter-Restmülltonne hat und ab Januar 148,20 Euro im Jahr bezahlt, bekommt kostenlos eine 60-Liter-Biotonne. Wer jedoch eine 120- oder gar 240-Liter-Biotonne will (oder braucht) oder mehrere 60-Liter-Biotonnen, der zahlt für dieses zusätzliche Volumen künftig in der Regel 13 Prozent mehr (Details dazu in unserer Tabelle).

Steigend sind auch die Entsorgungskosten für einige Stoffe, etwa Asbest, Altholz oder Bauschutt von den Wertstoffhöfen. Auch die Personalkosten steigen (10,4 Prozent in den vergangenen vier Jahren), ebenso die Kosten aller Bauvorhaben wegen der Baukonjunktur.

Gleichzeitig gehen die Erlöse aus Wertstoffen zurück. Papier bringt dem AWISTA immer Geld, wenn auch immer weniger. Früher waren Alttextilien ein Umsatzbringer, aber: „Der Markt ist fast komplett zusammengebrochen“, sagte Wiedemann. Grund: Viele Billigtextilien aus bestimmten Ketten seien qualitativ so schlecht, dass sie von Alttextilhändlern nicht mehr angenommen werden. So hat man schon beim Kauf Restmüll produziert.

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