Schüsse in Kopenhagen gefallen - zwei Menschen tot

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Seit etwa einem halben Jahr läuft der Probebetrieb an der Kreuzung Josef-Jägerhuber-Straße/Kaiser-Wilhelm-Straße/Leutstettener Straße in Starnberg. Welche Folgen die Verengung hat, bewerten Verkehrsexperten unterschiedlich.

Stadträtin will Probebetrieb frühzeitig beenden - Fachleute bewerten Situation unterschiedlich

Neue Diskussion um Kreuzungsumbau

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Was bringt der seit etwa einem halben Jahr laufende Probebetrieb an der Kreuzung Josef-Jägerhuber-/Kaiser-Wilhelm-/Leutstettener Straße? Eine Starnberger Stadträtin will die verengten Kurven größtenteils wieder zurückbauen lassen. Experten bewerten die Situation unterschiedlich.

Starnberg – Es war eine schwere Geburt. Sieben Jahre nach einem Grundsatzbeschluss des Bauausschusses des Stadtrats schritt die Verwaltung im vergangenen Jahr zur Tat und verengte die Kreuzung Josef-Jägerhuber-Straße/Kaiser-Wilhelm-Straße/Leutstettener Straße. „Es ist mit die unsicherste Kreuzung, die wir haben“, sagte Bürgermeisterin Eva John bei einem Ortstermin im Juli 2018. Nun will Stadträtin Angelika Kammerl von den Parteifreien den Probebetrieb so schnell wie möglich beenden. Lediglich vor dem Eckhaus Josef-Jägerhuber-/Leutstettener Straße soll die Verengung bestehen bleiben. Einen entsprechenden Antrag hat sie am Montag an Eva John geschickt.

„Die Maßnahme hat nicht den gewünschten Effekt gebracht, im Gegenteil“, schreibt Kammerl. „Durch die Fahrbahnverengung müssen mehrmals am Tag sowohl Busse als auch Lieferfahrzeuge hin- und herrangieren.“ Dabei entstünden für Fußgänger und Radfahrer „extrem gefährliche Situationen“, hat sie beobachtet.

Im Rathaus dürfte Kammerls Antrag Kopfschütteln ausgelöst haben. Sprecherin Lena Choi verwies gegenüber dem Starnberger Merkur auf einen gerade mal zwei Monate alten Beschluss des Ausschusses für Umwelt, Energie und Mobilität, wonach ein mit allen Fachstellen abgestimmter Erfahrungsbericht zu erarbeiten, und wieder vorzulegen sei. Choi: „Dieser Beschluss ist zurzeit in Umsetzung.“ In Zusammenarbeit mit einem Fachbüro würden Vor- und Nachteile der Maßnahme für die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer betrachtet. Erst wenn der Probebetrieb abgeschlossen und der Erfahrungsbericht ausgearbeitet seien, könnten ein fundiertes und auswertbares Ergebnis präsentiert und die weiteren Schritte im Stadtrat beraten werden, erklärt Choi.

Verkehrsexperten aus Starnberg bewerten die umgestaltete Kreuzung unterschiedlich. So sind Oliver Jauch, dem Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Starnberg, bislang keine negativen Rückmeldungen bekannt geworden. „Ich war vorher kritisch“, gesteht er. Aber seine Befürchtungen seien nicht eingetreten. Gewiss, die Busse würden teils auf die Gegenfahrbahn ausweichen, um die Kurve zu schaffen. „Das war vorher aber auch schon so“, sagt Jauch. Unfälle an der Stelle seien ihm aus den vergangenen Monaten nicht bekannt.

Die Verkehrsmanagerin des Landkreises, Susanne Münster, sieht die Situation nicht ganz so entspannt wie der Polizeihauptkommissar. „Für die Busse ist das natürlich suboptimal“, sagt Münster. Die Länge der Fahrzeuge und die engen Radien der Kurven führten dazu, dass die Busse entweder auf die Gegenfahrbahn oder auf den Fußweg ausweichen müssten. Das führe zu unangenehmen Situationen für die Verkehrsteilnehmer, zum Beispiel wenn ein Auto vom Bahnhof See komme und dann auf einmal ein Stadtbus auf seiner Spur auftauche. Münsters Fazit: Vor dem Umbau sei die Situation für die MVV-Busse besser gewesen. Im Übrigen sei sie in die Umbaupläne nicht eingeweiht gewesen. „Die Stadt mag mit Fachstellen gesprochen haben, ich kann mich nicht daran erinnern“, sagt sie.

Kritik an der Situation äußert auch Fahrlehrer Thomas Schubert. Für die Fahrzeuge sei die Kurvenführung nun zu eng – und die Fußgänger nutzten den breiten Bürgersteig nicht, weil dort kaum jemand zu Fuß unterwegs sei. „Dieser Umbau war völlig unnötig“, sagt er. Wann das Thema im Stadtrat besprochen wird, steht noch nicht fest.

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