+
Damit soll bald Schluss sein: Nur noch Berechtigte sollen bis zum „Undosa“ fahren können. 

Neue Verkehrsregelung am Starnberger See

Seepromenade: Schranke klar, Parkplätze nicht

Autos auf der Starnberger Seepromenade sind seit Langem ein Problem. Nun will die Stadt mit einer neuen Schranke Abhilfe schaffen. Einige Fragen sind noch offen. 

Starnberg – Die geplante Verkehrsregelung auf Seepromenade und Unterem Seeweg im Süden Starnbergs hat mehr Haken, als im Rathaus bisher bekannt war. Das zeigte die Debatte im Verkehrsausschuss des Stadtrates am Dienstagabend. Beschlossen wurde sie dennoch.

Der Grundsatzbeschluss ist einige Monate alt. Die Stadt hatte, wie berichtet, die Anlieger und Betroffenen befragt. Mit dem neuen Schrankenstandort hat niemand ein Problem, so das Ergebnis. Mit dem Verbot der Einfahrt durch die Unterführung und dem Wegfall von Parkplatzmarkierungen am Unteren Seeweg hingegen waren viele nicht einverstanden.

Die Schranke

Derzeit steht die Schranke direkt am „Undosa“ - und ist oft offen, weil sie kaputt ist. Für die Öffnung ist das „Undosa“ zuständig. Fast täglich kurven deswegen zumeist ortsunkundige Autofahrer auf dem nur für Fußgänger vorgesehenen Teil der Seepromenade herum. Der Plan sieht vor, eine neue Schranke anzuschaffen und diese direkt an der Unterführung auf Höhe des MRSV-Geländes aufzustellen. Sie soll ein Stück der Straße für Radfahrer freilassen. Zugangsberechtigungen soll nur die Stadt vergeben - an Lieferanten, „Undosa“, an Parkberechtigte. Behinderte sollen die Schranke mit einem Euroschlüssel öffnen können, da sich die Behindertenparkplätze dahinter befinden. Feuerwehr, Betriebshof und Wasserwerker bekommen einen Schlüssel. Bei der Anwohnerbefragung habe es dagegen keinen Widerspruch gegeben, auch nicht vom MRSV. Dort jedoch gehen die Meinungen auseinander. Angelika Wahmke (UWG) hatte von Mitgliedern gehört, die Schranke behindere am geplanten Standort die Segler mit Bootsanhängern beim Rangieren. John wunderte sich, notierte es aber und erklärte, einige Meter hin oder her seien kein Problem. Aber dieser Einwand war nicht der einzige.

Die Zufahrt

Der Plan sieht vor, dass man von der Possenhofener Straße durch die Unterführung nicht mehr zum Unteren Seeweg fahren darf, sondern nur noch über die Einfahrt südlich der Bahnüberführung. Das soll nicht für Radfahrer gelten, und aus dem Unteren Seeweg können Autofahrer weiterhin zur Possenhofener Straße ausfahren. Gegen die Sperrung hatten sich Anwohner ausgesprochen, die die Einfahrt von Norden bevorzugen. Seitens des MRSV habe es dazu keine Ablehnung gegeben, sagte John. Winfried Wobbe (UWG) hat anderes gehört: Mit den Trailern der Boote könnten Segler bei Anfahrt von Süden nicht mehr aufs Gelände des Clubs einbiegen – der Platz reiche nicht. Also müsse die Unterführung offenbleiben. Die Bürgermeisterin erklärte, es wäre schön, wenn solche Hinweise auch bei der Anwohnerbefragung genannt worden wären. Man werde das noch einmal klären.

Die Parkplätze

Der Aufschrei ist programmiert: Da es eine neue Verkehrsanordnung für den Unteren Seeweg geben wird, der zur Fahrradstraße gemacht werden soll, muss die Stadt die Regeln für Fahrbahnbreiten einhalten. Das klappt aber nicht: Neben den ausgewiesenen Stellplätzen auf der Straße ist nicht genug Platz, weswegen schon heute viele Autofahrer über den Gehweg ausweichen. Deswegen müssen die Parkplätze wegfallen, wenn auch „sicher nicht auf ganzer Länge“, sagte John. Mit der Bahn verhandele man derzeit, ob auf Höhe des Steininger Grundstücks einige Zentimeter abgetragen werden könnten, um die Straße so zu verbreitern, das Parkplätze ausgewiesen werden können.

Die Stadt will nun nochmals mit dem MRSV reden. Der Ausschuss befürwortet aber einstimmig, die Verkehrsregelung umzusetzen. Das könnte bis zum Sommer klappen.  ike

Von einem „Chaos“ an Unterem Seeweg und Seepromenade berichtet Starnbergs Polizei: Über die Feiertage Ende April musste sie dort fast 30 Mal eingreifen. Nun soll bis Ende Mai eine neue Verkehrsregelung umgesetzt werden, berichtet Merkur.de.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Stolzer Hanseat und Sozialdemokrat
Gerd Wrage aus Inning  ist der treueste Sozialdemokrat im Landkreis Starnberg. Der 88-Jährige ist ist Mitglied der SPD seit 70 Jahren.
Stolzer Hanseat und Sozialdemokrat
„Beccult wird sich durchsetzen“
Das „Beccult“ läuft auf die Zielgerade ein. In drei Wochen beginnen die Feiern zur Eröffnung des Hauses der Bürger und Vereine in Pöcking. Kulturreferent Albert Luppart …
„Beccult wird sich durchsetzen“
Auch Radler müssen Mindestabstand einhalten
Zwei von Gautinger Einwohnern gewünschte Aufstellflächen lehnte das örtliche Bauamt kürzlich ab. Die Begründung: Das würde der Straßenverkehrsordnung zuwider laufen. 
Auch Radler müssen Mindestabstand einhalten
Klaus Ebbinghaus kandidiert
Ein weiterer Kandidat für das Bürgermeisteramt in Weßling wirft seinen Hut in den Ring. Als langjähriger Gemeinderat bringt Klaus Ebbinghaus viel Erfahrung in der …
Klaus Ebbinghaus kandidiert

Kommentare