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Dieses Pfarrer-Trio soll die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde führen (v.l.): Dr. Stefan Koch mit Dr. Anne Stempel-de Fallois und Johannes de Fallois, die jeweils am 1. September ihren Dienst in Starnberg aufnehmen. 

Die Neuen sind ein Paar und kommen aus Italien

  • Peter Schiebel
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Letzte Station: Mailand. Nächste Station: Starnberg. Dr. Anne Stempel-de Fallois (53) und Johannes de Fallois (56) sind die neuen Pfarrer an der evangelischen Friedenskirche in Starnberg.

Starnberg – Am Donnerstagabend hat Diakon Jörg Hammerbacher die beiden dem Kirchenvorstand präsentiert, am Freitag stellten sie sich zusammen mit Pfarrer Dr. Stefan Koch in einer Pressekonferenz vor, am 1. September nehmen sie offiziell die Arbeit auf.

Mit der Bestellung des Ehepaares sind wieder alle drei Pfarrstellen in Starnberg besetzt, die seit dem Weggang der Pfarrer Hans Martin Schroeder im November 2017 und Birgit Reichenbacher im Februar 2020 vakant waren. Koch machte gestern keinen Hehl daraus, dass er die derzeitige Situation nicht mehr lange mitgemacht hätte. „Wenn die beiden nicht kommen würden, hätte ich sehr über meinen Abschied nachdenken müssen“, sagte er. Er sei zuletzt an seine Grenzen gekommen – „und ich will nicht über meine Grenzen gehen“.

Anne Stempel-de Fallois stammt aus Bochum, Johannes de Fallois aus Nürnberg. Kennen und lieben gelernt haben sie sich während des Studiums in Heidelberg. Sie haben vier Kinder: Josua (19), Livia (16), Aurelia (12) und Flavia, die jedoch im Alter von neun Monaten am plötzlichen Kindstod verstorben ist. Seit 21 Jahren teilen sich die beiden eine Pfarrstelle: lange Zeit in Neuburg an der Donau, die zurückliegenden drei Jahre in Mailand.

Seit 2017 waren sie Pfarrer an der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in der italienischen Millionenstadt, die 650 Mitglieder zählt. Zum Vergleich: Die Starnberger Gemeinde hat 3700 Mitglieder. So spannend, so schön und so positiv die beiden die erste Zeit erlebt haben, so anstrengend war es seit Ausbruch der Pandemie. „Wir haben Wochen und Monate hinter, uns, die nicht schön waren“, sagt Anne Stempel-de Fallois. Der Religionsunterricht an der deutschen Schule beispielsweise habe „fast nur noch aus Seelsorge bestanden“.

Sie hat Mailand bereits Ende Februar aus gesundheitlichen Gründen verlassen, ist seitdem via Internet mit der Gemeinde in Kontakt. Ihr Mann ist erst am Donnerstag von Italien nach Starnberg gereist. „Da haben wir uns zum ersten Mal wieder gesehen“, erzählt er. An diesem Samstag fährt er wieder zurück, während seine Frau am Sonntag beim Open-Air-Gottesdienst im Garten der Friedenskirche (Beginn: 9.30 Uhr) dabei sein will.

Die Pandemie ist es auch, die das ursprünglich auf sechs Jahre ausgelegte Mailand-Abenteuer vorzeitig beendet und den Wechsel nach Starnberg ermöglicht. Die Stellen in der Kreisstadt waren ausgeschrieben, das Ehepaar suchte eine neue Aufgabe – und kannte Stefan Koch von früher. Dass sie darüber hinaus die einzigen Bewerber waren, macht Koch nichts aus. Ihm sei die eine richtige Bewerbung wichtiger als 50 andere, hatte er schon vor Monaten gesagt. Beide seien prädestiniert für die Arbeit in Starnberg und Söcking, betonte er gestern. Und sie seien Kollegen „auf Augenhöhe“. Die Vorfreude bei dem Ehepaar ist groß. Sie hätten den Eindruck, dass die Gemeinde eine sehr anspruchsvolle, aber auch eine sehr fröhliche sei, sagten beide.

Anne Stempel-de Fallois und Johannes de Fallois werden das Carolinenhaus in Söcking beziehen. Sie tritt die Nachfolge von Birgit Reichenbacher an, er wird sich schwerpunktmäßig der Arbeit mit Kindern, jungen Familien, Konfirmanden und Jugendlichen widmen. Von Mailand nach Starnberg? „Für uns ist das ein richtig guter Schritt“, sagte Anne Stempel-de Fallois. 

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