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Da ist das Prachtstück: Die Hadorfer Burschen haben am Samstag den neuen Maibaum zum Wagnerhof eingeholt, musikalisch unterstützt von der Stadtk apelle Starnberg.

Risse im Holz machen Austausch erforderlich - Burschen holen neuen Fichte aus dem Wald

Neuer Maibaum für Hadorf schon nach zwei Jahren

Die Hadorfer Burschen haben am Samstag den neuen Maibaum ins Dorf geholt - früher als gedacht. Der alte Maibaum hatte nach zwei Jahren nämlich Risse, sodass dringend Ersatz her muss.

Hadorf – Gewiss, die Temperaturen sind nicht ganz frühlingshaft, aber es ist trocken am Samstagvormittag in Hadorf – und das ist für die Burschen und ihre Gäste das Wichtigste. Denn sie transportieren den neuen Maibaum aus dem Wald zum Wagnerhof. Die Runde ist überschaubar und gemütlich, aber dennoch sehr ausgelassen. Es wird viel gelacht und geratscht, und im Hintergrund spielt die Stadtkapelle Starnberg.

Der bislang letzte Maibaum in Hadorf ist erst zwei Jahre alt. Normalerweise bleibt ein Maibaum für vier Jahre im Dorf. „Der alte Baum hatte jetzt aber schon Risse und muss ersetzt werden“, erklären Marco Heckel (26) und Maxi Wagner (21), beide aktive Mitglieder der Burschenschaft. Entstanden seien die Risse durch Nässe, sagt der 2. Oberbursch Markus Reichart (20).

Insgesamt 20 junge Männer zwischen 16 und 27 Jahren sind bei den Hadorfer Burschen aktiv. Helfende Hände finden sie am Samstag aber auch unter den älteren und jüngeren Hadorfern. Nun hobeln und schleifen die Burschen den Maibaum täglich in Eigenarbeit und malen ihn im Anschluss an.

Damit der Baum nicht geklaut wird, haben sie die Nächte in zwei Wachschichten eingeteilt: „Die erste Schicht geht von 19 Uhr bis 2 Uhr, die zweite von 2 Uhr bis um 7 in der Früh“, sagt Reichart. Ein kleiner Bauwagen steht dafür schon bereit. „Notfalls macht einer mal alleine eine Schicht, besser sind aber natürlich mehrere auf einmal.“ Während der Wache lasse sich die Zeit gut mit Kartenspielen verbringen, erklärt der 2. Oberbursch. Dabei sollten sie aber immer wachsam sein, schließlich gilt es eine Serie zu verteidigen. Denn geklaut wurde in Hadorf ein Maibaum noch nie. Bei dem aktuellen Stück handelt es sich um eine Fichte, stolze 32 Meter lang und etwa zwei Tonnen schwer. Gespendet hat sie die Familie Wagner.

Geht alles gut, startet die Maifeier am 1. Mai um 9.30 Uhr am Maurerberg. Die Burschen stellen den Baum per Hand auf. „Es gibt ein großes Festzelt, das bei schlechtem Wetter auch beheizt werden kann“, sagt Reichart. Die Erlinger Blasmusik spielt auf, für das leibliche Wohl ist natürlich gesorgt: „Wir bieten Gegrilltes und Steckerlfisch an. Außerdem haben wir später Barbetrieb“, zählt Maxi Wagner auf. Der alte Maibaum ist – zumindest in Teilen – auch dabei. „Aus dem Holz haben wir Möbelstücke geschreinert, die man am 1. Mai ersteigern kann“, sagt Marco Heckel. Blumen- tröge und Bänke zum Beispiel. „Wir haben etwa zwei Wochen daran gearbeitet“, berichtet Reichart. „Inzwischen gibt es das öfter, dass alte Maibäume verarbeitet und versteigert werden.“

Auch Maxis Großvater Helmut Wagner freut sich schon: „Solche Veranstaltungen verbinden das Dorf. Die ganze Jugend hilft zusammen, das ist einfach schön.“

Von Annkathrin Stich

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