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„Scheitern ist keine Option“

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Von: Peter Schiebel

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Daumen hoch für Patrick Janik (v.l.): Tim Weidner (SPD), Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger (UWG), BLS-Fraktionschef Michael Mignoli, Bürgermeisterkandidat Janik, die Fraktionschefin der Parteifreien, Angelika Kammerl, CSU-Chef Stefan Frey und Vizebürgermeister Dr. Klaus Rieskamp gestern vor dem Bayerischen Hof. © Andrea Jaksch

Der Fraktionssprecher der UWG im Starnberger Stadtrat, Patrick Janik, hat nun offiziell seine Bürgermeisterkandidatur verkündet. Der 43-Jährige will im März 2020 als Kandidat von gleich vier Parteien und Gruppierungen ins Rennen gehen.

Starnberg – Es war eine illustre Runde Starnberger Politiker, die sich gestern am frühen Abend im Sisi-Zimmer des Bayerischen Hofs traf. Vertreter von CSU, UWG, SPD, Bürgerliste (BLS) und Parteifreien (DPF) hatten sich zum Pressegespräch versammelt, um ihr gemeinsames Ziel zu verkünden: Patrick Janik im nächsten Jahr zum Bürgermeisteramt in Starnberg zu verhelfen. Der 43 Jahre alte Rechtsanwalt, der aus seinem Interesse an einer Kandidatur nie einen Hehl gemacht hatte, will als gemeinsamer Kandidat ins Rennen um das höchste Amt der Kreisstadt gehen.

Er verspüre „ehrliche Freude“, dass dieses Bündnis gelungen sei, sagte Janik. Dafür müssen er und seine Gruppierung, die UWG, aber einen politischen Preis bezahlen: Denn Janik wird bei der Kommunalwahl nicht mehr auf einer Stadtratsliste kandidieren. Darauf hatten die anderen Gruppierungen gedrungen. Ungeachtet dessen stecken alle hohe Erwartungen in Janik.

Frey, Mignoli und Hauser halten viel von Janik

„Wir brauchen jemanden, der die Stadt wieder versöhnen kann und der Kompromissbereitschaft zeigt“, sagte CSU-Chef Stefan Frey. Zudem sei er der Richtige, um die großen Themen B 2-Tunnel und Seeanbindung im Konsens mit den Bürgern zu begleiten und anzupacken. „Wir haben ihn in den letzten Jahren als kompromissbereiten Stadtratskollegen kennengelernt, dem das Wohl der Stadt und seiner Bewohner über die eigenen Interessen geht“, betonte BLS-Fraktionschef Michael Mignoli. Janik verfüge über „Kompetenz, Erfahrung und die notwendige Integrität über Partei- und Lagergrenzen hinweg“, erklärte SPD-Chef Dr. Frank Hauser.

Unterstützung bekommt der Kandidat auch von den Parteifreien, selbst wenn diese bei der Kommunalwahl 2020 nicht als eigene Gruppierung antreten werden. „Mach es gut, mach es besser“, sagte Vizebürgermeister Dr. Klaus Rieskamp und zählte unter anderem Transparenz, Vertrauen und Respekt sowie Zusammenarbeit und Verlässlichkeit als wichtige Charaktereigenschaften eines Bürgermeisters auf.

Pfaffinger spricht von einer „besonderen Situation“ in Starnberg

„Dass so etwas möglich ist, hat mit der besonderen Situation in Starnberg zu tun“, erklärte der UWG-Vorsitzende, Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger. Die besondere Situation ist nach Ansicht der Runde die Amtsführung von Bürgermeisterin Eva John. „Das Grundvertrauen des Stadtrats in die Amtsführung ist nachhaltig verloren gegangen“, sagte Pfaffinger. Das wieder herzustellen, sei eine knifflige Aufgabe, die Janik aber meistern könne. Auch komme es darauf an, Starnberg wieder als verlässlichen Partner zu positionieren, die Termine vor Gericht zu minimieren und dafür zu sorgen, dass Mitarbeiter und Beamte wieder „mit Freude ihren Dienst“ im Rathaus verrichten.

Mit Freude will Janik zunächst die kommenden Monate bis zur Wahl am 15. März 2020 angehen. Er habe sich immer bemüht, sich auch im Stadtrat fair zu verhalten, sagte der 43-Jährige. „Ich freue mich, dass das jetzt honoriert wird“, erklärte er und zählte seinen Bezug zu seinen Unterstützern auf: In der UWG fühle er sich in Starnberg zu Hause, die CSU sei sein „Heimatland jenseits der Stadtgrenze“ (sein Vater Heiner Janik war für die CSU Landrat im Landkreis München, er selbst ist Mitglied des CSU-Kreisverbandes München-Land), die SPD sei in seiner Familie immer hoch angesehen, die Parteifreien habe er als fleißige Arbeiter und verlässliche Partner im Stadtrat kennengelernt. Die Unterstützung der BLS hob Janik besonders hervor. „Das zeigt, dass es mir wenigstens im Kleinen gelungen ist, im Lager derjenigen, die den Tunnel kritisch sehen, überzeugt zu haben.“

Janik gab noch kein inhaltliches Programm bekannt

Ein inhaltliches Programm legte Janik gestern noch nicht vor. Eins allerdings machte er klar: „Ich gebe die Zusage, dass ich mich tatkräftig bemühen werde, dass jeder von mir fair behandelt wird“ – selbst wenn man bei einer demokratischen Abstimmung einmal am kürzeren Hebel sitze.

Er stehe für einen dringend nötigen Kurswechsel, sagte Janik und bemühte einen Vergleich aus dem Boxsport. „Man muss wenigstens sauber boxen, ohne Tiefschläge und ohne Ellenbogen.“ Vor dem bevorstehenden Duell mit Eva John, der vermutlichen Grünen-Kandidatin Kerstin Täubner-Benicke und einem möglichen FDP-Kandidaten ist ihm nicht bange. Janik: „Scheitern ist keine Option.“

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