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„Es ist gut gewachsen“, sagt Jürgen Sepp, der im Auftrag der Stadt Wasserpflanzen in der Wassersportsiedlung mäht. Um sich ein Bild zu machen, überflog der Hobbypilot den Bereich im Vorfeld. 

Brandschutz in der Wassersportsiedlung

Seegras-Mähen für die Sicherheit

  • Katja Brenner
    vonKatja Brenner
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Mit Wasserpest und Seerosen machen die zwei Mähboote kurzen Prozess. Doch auch wenn mancher in der Wassersportsiedlung den romantischen Wassergewächsen hinterhertrauert: Sie kommen wieder. Außerdem dienen die Arbeiten dem Brandschutz.

Starnberg – In der sonst so ruhigen Wassersportsiedlung ist es etwas lauter dieser Tage. Gleiches gilt für die benachbarte Bootswerft Rambeck, wo parallel gearbeitet wird. Denn an beiden Stellen wird seit Montag das Seegras herausgenommen. Eines der Boote ist im Auftrag der Werft unterwegs, das andere im Auftrag der Stadt Starnberg.

In der Werft heben Arbeiter mit Mistgabeln das in etwa anderthalb Meter Tiefe abgeschnittene nasse Grüngut mit Mistgabeln aus dem Wasser, nachdem das Mähboot es geschnitten und mit einer Schaufel an die Uferkante geschoben hat. In der Wasserspotsiedlung kommt schweres Gerät zum Einsatz. Dort baggert Georg Maier das abgeschnittene Grün heraus. Eine Lasterladung von acht Kubikmetern hatte er gestern schon mittags zusammen. Zwei weitere würden es seiner Einschätzung nach bestimmt noch werden. „Heuer ist es so viel wie noch nie“, meint Huber.

Jürgen Sepp, dem das Mähboot gehört, führt die Arbeiten seit sieben oder acht Jahren ein- bis zweimal jährlich im Auftrag der Stadt durch. Ob es jemals so viele Seegras war, weiß er nicht genau. Vergangenes Jahr sei es jedoch weniger gewesen. „Es ist gut gewachsen“, sagt Sepp. Denn wie üppig das Seegras gedeiht und ob Sepp ein zweites Mal mähen muss, hängt unter anderem von Nährstoffeintrag und Sonneneinstrahlung ab. Sepps Einschätzung für dieses Jahr: „Ich kann mir vorstellen, dass wir nochmal her müssen.“

Bereits am Montag hat Sepp die Wasserpflanzen vor dem Bayerischen Yachtclub und vor dem Strandbad gemäht. Als der Hobbypilot vor etwa zwei Wochen den Bereich schon einmal überflogen habe, um sich ein Bild zu machen, sei es noch weit weniger gewesen. Manche der Pflanzen können laut Sepp bis zu 20 Zentimeter am Tag wachsen.

Allerdings sei nun auch der optimale Zeitpunkt, um die Kanäle davon zu befreien. Durch den Regen sei der Wasserstand nicht zu niedrig, sodass er sie mit dem Mähboot gut befahren kann.

Das Mähen der Kanäle und Uferbereiche erfüllt mehrere Zwecke. Einerseits würden die schnell verschlammen, wenn die Pflanzen absterben. Andererseits dient es auch der Sicherheit. Denn Schwimmer können in Panik geraten, wenn sie sich in den Pflanzen verheddern. Und die Feuerwehr hatte bereits in der Vergangenheit Probleme, aus ihrem Bootshaus zu kommen. Zu einem Brand eines Bootshauses in Leoni im August 2018 kam das Feuerwehrboot der Starnberger Wehr, das das einzige am See ist, das immer im Wasser ist, eine halbe Stunde zu spät. Das Problem war der Wehr zufolge das Seegras. Die Besatzung habe aus dem Hafen paddeln müssen, da das Gestrüpp drohte, den Antrieb zu verstopfen. „Es ist wichtig, dass die rauskommen“, sagt auch Sepp, der ihnen nun den Weg frei macht.

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