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So viel Platz nimmt ein Auto in Anspruch (v.l.): Andre a Schmölzer, Chistine Plote, Dr. Franz Sengl, Gerhard Hippmann und Professor Alexander Decker demonstrieren anhand eines sogenannten Gehzeugs den Platzverbrauch. 

„Starnberg macht Platz“ in der Innenstadt - Konzept „Lebendiges Starnberg“ heute im Stadtrat

So viel Platz für ein einziges Auto

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Vertreter von STAgenda, STAdtralden und VCD haben am Wochenende in der Starnberger Innenstadt mit der Aktion „Starnberg macht Platz“ zum Nachdenken darüber angeregt, wie der öffentliche Raum verteilt worden soll.

Starnberg – Eine solche Aktion hat die Starnberger Innenstadt noch nicht gesehen. Sieben Parkplätze an der Ecke Ludwigstraße/Maximilianstraße wurden am Samstag kurzerhand zum Minipark. Wie berichtet, wollten Vertreter der STAgenda, des STAdtradelns und des Verkehrsclub Deutschland (VCD) damit auf die Verteilung des öffentlichen Raums hinweisen. Und so standen dort anstelle von Autos vier Stunden lang Tische und Stühle, Blumen und Sonnenschirme, es wurden Meinungen ausgetauscht oder einfach nur geratscht. Initiatorin Andrea Schmölzer zog ein durchweg positives Fazit.

„Die meisten Leute waren verwundert bis angenehm überrascht“, sagt sie im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. „So ein Schmarrn“ habe sie aber natürlich auch zu hören bekommen. Dabei stellt sie klar: „Wir wollen die Autos nicht verteufeln.“ Ihnen gehe es darum, sich mit den Starnbergern über eine fußgänger- und fahrradfreundliche Innenstadt auszutauschen. sagt Schmölzer. Bemerkenswert: Auf den ausgelegten Postkarten hätten die Passanten als häufigsten Wunsch eine Fußgängerzone genannt. Vor allem viele ältere Starnberger hätten angehalten und sich positiv über die Aktion geäußert.

Besonderer Hingucker am Samstag war ein sogenanntes Gehzeug, ein hölzerner Rahmen, der die Fläche eines Autos demonstriert. Es soll zeigen, wie viel Platz ein einziges Fahrzeug in der Innenstadt für sich beansprucht. Grünen-Stadtrat Dr. Franz Sengl hatte sich beim Bau des Gehzeugs an den Maßen eines 3er BMW orientiert. Besonderer Hinhörer war eine bayerische Version des Queen-Klassikers „We Will Rock You“: In dem pointierten Text von Professor Alexander Decker hieß es „We will lieber radeln.“ Besonders erfreut waren die Aktivisten über die Spontaneität zahlreicher Starnberger. So brachte die Künstlerin Simone Hübner kurzerhand einige Acrylbilder vorbei, Blumen Haas spendierte ein paar Pflanzen, die Möbel hatte Maximilian Böhm von der Firma Freiraum zur Verfügung gestellt.

„Wir wollen die Menschen einladen nachzudenken“, sagt Schmölzer. Ziel soll sein, den öffentlichen Raum besser zu nutzen und dabei lebenswerter zu machen. Diesem Zweck dient auch das Konzept „Lebendiges Starnberg“, das der STAgenda-Arbeitskreis Verkehr in den vergangenen Monaten entwickelt hat. Es beschäftigt sich mit der Frage, wie und wo der Verkehr fließen soll, wenn der B 2-Tunnel im Jahr 2026 freigegeben ist (wir berichteten). Am heutigen Montag stellt der Arbeitskreis um Irmgard Franken, den früheren Kreisbaumeister Helmut Rauscher und den Architekten Helm Andreas Heigl das Konzept dem Stadtrat und interessierten Bürgern vor. Der öffentliche Teil der Sitzung beginnt gegen 19 Uhr im kleinen Saal der Schlossberghalle nach den nichtöffentlichen Beratungen des Stadtrats.

Unabhängig davon ist es gut möglich, dass die Aktion „Starnberg macht Platz“ heuer noch eine Wiederholung erfährt. Am 20. September ist der internationale „Parking Day“, der sich weltweit mit Themen beschäftigt, die auch der STAgenda wichtig sind. Andrea Schmölzer: „Wir sind schon am überlegen, was wir dann machen.“  

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