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Im Schatten der Stadtpfarrkirche St. Maria stehen die rund 40 Buden des Starnberger Christkindlmarktes normalerweise. Dieses Jahr wird das definitiv anders.

Weniger Buden, dafür mehr Öffnungstage

So will Starnberg in Corona-Zeiten seinen Christkindlmarkt retten

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Trotz der Corona-Pandemie soll es auch in diesem Jahr einen Christkindlmarkt in Starnberg geben. Der Kulturausschuss des Stadtrats beauftragte die Verwaltung am Montagabend mit der Ausarbeitung eines Konzepts.

Starnberg – Weniger Buden, dafür mehr Öffnungstage und dazu vielleicht eine Eisstockbahn: Mit dieser Formel will die Stadtverwaltung den Christkindlmarkt im Corona-Jahr 2020 retten. Die zuständige Amtsleiterin Sarah Buckel präsentierte dem Kulturausschuss des Stadtrats am Montagabend ihre Überlegungen. Dabei ist völlig klar: Ein Markt wie in den vergangenen Jahren mit 40 Buden am Kirchplatz und vier Tagen am zweiten Adventswochenende ist heuer Utopie.

Selbst wenn Bund und Länder zum Ende des Jahres hin Großveranstaltungen wieder erlauben sollten, geht Buckel davon aus, dass die Mindestabstandsregel von 1,50 Meter weiter Bestand haben wird. „Das ist mit dem aktuellen Konzept schlichtweg unmöglich einzuhalten“, erklärte sie. Bleiben also nur zwei Möglichkeiten: den Markt absagen – oder verändern.

Eine Absage sei „sehr schade“, sagte Buckel – „auch für Handel und Gastronomie, die durch Corona ohnehin schon gebeutelt sind“. Ihr Plan: „Um die Mindestabstände einhalten zu können, wäre es möglich, die Zahl der Verkaufsbuden auf dem Kirchplatz deutlich zu reduzieren und den Markt dafür über mehrere Wochen im Advent etwa in Verbindung mit einer Eisstockbahn auszudehnen.“

Die Vereine könnten sich beim Betrieb der Buden wochenendweise abwechseln. Von Seiten der Firanten kann sich Buckel sogar ein gesteigertes Interesse vorstellen, je mehr Christkindlmärkte in der Region abgesagt werden. Gesprochen habe sie mit Vertretern beider Gruppen aber noch nicht, sagte Buckel. Sie habe erst die Stimmung im Kulturausschuss abwarten wollen.

Die war überwiegend positiv. Die meisten Stadträte begrüßten die Überlegungen. „Ich finde es sehr gut, darüber nachzudenken“, sagte zum Beispiel Winfried Wobbe (UWG). Allerdings dürften die Vereine nicht schlechter gestellt werden als in den vergangenen Jahren. Ähnlich äußerte sich Dr. Charlotte Meyer-Bülow (CSU). „Es wird wahrscheinlich viele Händler geben, die sehr, sehr gerne zu uns kommen möchten“, sagte sie. Auch Anke Henniger (FDP) unterstützte das Konzept. „Die Bevölkerung fände es toll, wenn an allen vier Adventswochenenden etwas los wäre“, sagte sie. Meyer-Bülow, Henniger und auch Kerstin Täubner-Benicke (Grüne) regten zudem an, zusätzlich zum Kirchplatz einen weiteren Ort einzubeziehen, am See etwa oder das Rondell vor dem Bayerischen Hof.

Wenn, dann werde es aus Gründen der Stromversorgung auf die Seepromenade oder den Bürgerpark hinauslaufen, sagte Buckel. „Am See wird es kein Selbstläufer“, gab dagegen Wobbe zu bedenken. Auch Annette Kienzle (Grüne) sah eine räumliche Ausweitung eher kritisch. „Das bringt dem Einzelhandel wenig“, sagte sie.

Deutliche Kritik an den Überlegungen äußerten Katja Fohrmann (CSU) und Franz Heidinger (BLS). „Der Charme des Christkindlmarktes geht verloren“, befürchtete Fohrmann. Zudem hätten sich die Vereine zuletzt schon schwergetan, die Buden an vier Tagen zu besetzen. Heidinger sah zudem keinen Nutzen für Einzelhändler und Gastronomen in der Innenstadt, wenn es weniger Buden über einen längeren Zeitraum gibt. „Die meisten sagen: Sagt es für heuer ab“, behauptete er. Auch er finde das vernünftig. Und außerdem: „Es ist nicht so, dass die Leute vier Wochen lang auf den Christkindlmarkt gehen wollen.“

Heidingers Antrag, den Markt abzusagen, fiel mit zwei gegen elf Stimmen jedoch durch. Stattdessen beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, ein Veranstaltungskonzept für den Christkindlmarkt 2020 auszuarbeiten und vorzulegen. Außer Heidinger und Fohrmann stimmten die anderen elf Ausschussmitglieder dafür.

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