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Der Kunstrasenplatz an der Starnberger Ottostraße soll saniert werden. Wie das umweltschonend funktioniert, fragt sich derzeit die Stadtverwaltung.

Diskussion um Umweltschutz

Stadt Starnberg erneuert Kunstrasen nächstes Jahr

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Der Kunstrasenplatz, den vor allem die FT Starnberg nutzt, ist marode und wird 2020 für 360 000 Euro erneuert. Weil die EU ein Mikroplastik-Verbot für Sportstätten prüft, sucht die Stadt nach umweltschonenden Lösungen.

Starnberg Franz Holzinger, Vorsitzender der FT Starnberg, kennt die Altersschwächen des Kunstrasenplatzes an der Ottostraße. „Die Nähte gehen auf, die Halme werden kürzer, die Dämpfwirkung lässt nach“, sagt er. Alleine 18 Jugendmannschaften der FT nutzen das Feld. Fußballern bietet es bei Regenwetter viel bessere Spielbedingungen als ein matschiger Naturrasen, der dann auch noch unter den Stollenschuhen leiden würde. Aber auch das American-Football-Team Starnberg Argonauts absolviert auf den Plastikhalmen seine Saisonvorbereitung, dazu kommen hin und wieder Grundschüler oder die Seniorenmannschaft des SV Söcking.

Das Sporteln hat ihnen allen schon mal mehr Spaß gemacht. „Der Platz hat seine Lebensdauer lange überschritten“, sagt Holzinger. Zwölf bis 13 Jahre seien für einen Kunstrasen üblich, der Starnberger hat 16 Jahre auf dem Buckel. Finanziert hatte ihn 2003 die Stadt. Im Jahr 2020 will sie ihn für etwa 360 000 Euro erneuern lassen. Das berichtet die Stadt dem Starnberger Merkur auf Nachfrage. Der Förderantrag beim Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ sei im April abgelehnt worden.

Die Ausschreibung soll noch diesen Winter erfolgen

Die Ausschreibung für den Neubau soll im kommenden Winter erfolgen, der Baubeginn frühestens zum Sommeranfang. Das Feld weise „bei näherer Betrachtung unzählige Schäden“ auf, schreibt Stadt-Sprecherin Lena Choi. Dazu komme ein weiteres Problem: Das Granulat verstopft die Entwässerungsanlagen. Deshalb sei ohnehin geplant gewesen, eine Lösung ohne die kleinen Körner im Platz zu finden. Zurzeit hole die Stadt Angebote mit umweltschonenden Materialien ein. Laut FT-Chef Holzinger ist der Verein in die Auswahl mit eingebunden. Bisher habe die Stadt ihm eine Alternative – mit Quarzsand, ohne Granulat – genannt. Eine andere wäre die Füllung mit Kork.

Holzinger drängt seit Jahren auf eine neue Anlage. Nun kommt die Sache zwar später, aber doch zu einem günstigen Zeitpunkt in Bewegung. Denn die EU prüft derzeit ein Mikroplastik-Verbot für Sportstätten. Die Kunstrasen stehen in der Kritik, weil das Granulat über Schuhe und Kleidung in die Umwelt gelangt. „Wäre der Platz schon erneuert worden, würden wir jetzt in die Röhre schauen“, sagt Holzinger. Deutschlandweit sorgen sich Vereine, was aus ihren Plätzen, für die sie viel Geld ausgegeben haben, wird – und wie sie neue Plätze finanzieren sollen.

Im Zuge der Platzsanierung in Starnberg werden laut Stadt auch Ballfangzäune ertüchtigt und die Zuschauertribüne für die Tennisplätze neu gestaltet. Eine Investition muss die FT selbst in die Hand nehmen – für den echten Rasen: Holzinger: „Wir brauchen einen neuen Mähtraktor.“

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