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Buslinien im Starnberger Stadtgebiet sollten einen Monat lang kostenlos fahren: Dieser Vorschlag wird vorerst nicht weiterverfolgt.

Weil die städtischen Kassen leer sind

Stadträte legen ÖPNV-Förderung vorerst auf Eis

  • Peter Schiebel
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Einen Aktionsmonat, Aktionskarten und weitere Vergünstigen wird es für die Nutzer der Starnberger Stadtbusse bis auf Weiteres nicht geben. Für ein groß angelegtes Förderprogramm fehlt aktuell das Geld.

Starnberg – Am Willen fehlt es nicht, am Geld dafür umso mehr: Der Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität des Starnberger Stadtrats hat in seiner jüngsten Sitzung eine Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zunächst auf Eis gelegt. Mit dem einstimmigen Beschluss traten die Stadträte auf die Kostenbremse, noch bevor Bürgermeister Patrick Janik und Kämmerer Thomas Deller am Donnerstagabend das 8,3-Millionen-Euro-Loch im aktuellen Haushalt präsentieren mussten. Allerdings sollen die Beratungen für das Jahr 2021 wiederaufgenommen werden.

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass der Umweltausschuss die Verwaltung aufgefordert hatte, ein Konzept für mehrere Förderungsmaßnahmen vorzulegen. Sechs Punkte listete die Verwaltung nun auf – samt Vorschlägen zur Abwicklung. Deren Umsetzung würde aber mehr als 100 000 Euro kosten.

Kostenlose Nutzung der Buslinien innerhalb des Starnberger Stadtgebiets für Neubürger für die Dauer eines Monats: Bei etwa 160 Zuzügen pro Monat würde die Anschaffung der Isarcard für die Zonen 2 und 3 rund 106 000 Euro pro Jahr kosten. Die Fahrkarten müsste die Stadtverwaltung direkt ausstellen.

Kostenlose Nutzung der Buslinien innerhalb des Stadtgebiets während eines Aktionsmonats für alle Bürger: Die Umsetzung eines solchen Monats werde derzeit noch vom MVV geprüft, hieß es in der Beschlussvorlage. Einzelheiten seien deswegen nicht bekannt.

Anschaffung übertragbarer Monatskarten für S-Bahn, U-Bahn, Regionalzug und Bus durch die Stadt und Verleih an Senioren: Auch das ist technisch machbar, etwa in Zusammenarbeit mit dem Ilse-Kubaschewski-Haus oder dem Starnberger Sozialwerk. Allerdings ist der Bedarf bislang gänzlich unbekannt. Eine Isarcard 9 Uhr für die Zonen M bis 3 kostet pro Monat 74,90 Euro.

Kostenlose Nutzung der Buslinien innerhalb des Stadtgebiets für Bürger, die im Gegenzug ihre Fahrerlaubnis freiwillig zurückgeben beziehungsweise dauerhaft über keine Fahrerlaubnis verfügen: Pro Monat geben etwa fünf Starnberger ihren Führerschein ab – allerdings kaum jemand freiwillig, sondern fast alle, weil sie das aufgrund von Verfahren müssen.

Fahrpreisermäßigung für die Nutzung der Buslinien innerhalb des Stadtgebiets für Senioren ab 65 Jahre: Der MVV biete mit der Isarcard 65 bereits ein Angebot für Senioren an, hieß es. Sie kostet 4,50 Euro im Monat weniger als eine normale Isarcard. Eine weitere Vergünstigung sei über Zuschüsse möglich.

Kostenlose Nutzung der Buslinien innerhalb des Stadtgebiets für Schüler weiterführender Schulen: Schüler bis zur 10. Jahrgangsstufe dürfen unter bestimmten Voraussetzungen bereits jetzt kostenlos die Stadtbusse nutzen, mit einer solchen Förderung würden alle Schüler und auch die Jahrgangsstufen 11 bis 13 in den Genuss kommen. Wie hoch die Kosten dafür wären, konnte die Verwaltung aber nicht beziffern.

Eine große inhaltliche Diskussion fand im Ausschuss nicht statt, nachdem Patrick Janik klargemacht hatte, dass für das Maßnahmenpaket derzeit kein Geld zur Verfügung stehe. In den Haushaltsberatungen für das Jahr 2021 wollen Stadträte und Verwaltung einen neuen Anlauf unternehmen. 

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