+
So wie auf diesem Bild werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Sicherheitswacht gekleidet sein. 

Polizeichef erklärt, worauf es ankommt

Starnberg bekommt Sicherheitswacht

  • schließen

Die Einführung einer Sicherheitswacht hält die überwiegende Mehrheit des Stadtrats für sinnvoll. Nun erklärt der Starnberger Polizeichef Bernd Matuschek, welche Voraussetzungen die Ordnungshüter erfüllen müssen und wie sie eingesetzt werden sollen.

Starnberg – Die Stadt Starnberg wird als erste Kommune des Landkreises eine Sicherheitswacht bekommen. Das hat der Stadtrat am Montagabend mit großer Mehrheit entschieden. Lediglich die Grünen stimmten dagegen. Starnbergs Polizeichef Bernd Matuschek freut sich bereits auf die ehrenamtliche Unterstützung, wie er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur erklärt.

Herr Matuschek, der Stadtrat hat die Einführung einer Sicherheitswacht beschlossen. Wie finden Sie das?

Ich finde es gut. Zum einen stärkt die Sicherheitswacht das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger. Zum anderen sind das weitere Personen, die zusätzlich zu unseren Streifen Präsenz im öffentlichen Raum zeigen.

Was darf die Sicherheitswacht denn überhaupt?

Sie ist eine Ergänzung zur Polizei. Die Mitglieder dürfen die Identitäten von Personen feststellen, Befragungen vornehmen, personenbezogene Daten an die Polizeidienststelle weiterleiten, aber auch Platzverweise erteilen. Sie ist auf keinen Fall eine Bürgerwehr oder dergleichen.

Wer kann sich für die Aufgabe bewerben?

Grundsätzlich alle Frauen und Männer zwischen 18 und 62 Jahren. Sie müssen sich natürlich der Aufgabe, die ja meist im Freien stattfindet, gewachsen sehen, mindestens fünf Stunden im Monat zur Verfügung stehen sowie schriftlich und mündlich formulieren können.

Bernd Matuschek, Leiter der Polizeiinspektion Starnberg, findet die Sicherheitswacht gut.

Wie wird die Eignung geprüft?

Interessierte Bürger müssen sich schriftlich bewerben, inklusive Lebenslauf und polizeilichem Führungszeugnis. Dann führen wir auf der Dienststelle Gespräche mit ihnen und stellen dabei fest, wen wir für geeignet halten.

Wie geht es dann weiter?

Geeignete Bewerber müssen eine Schulung mitmachen, die aus 40 Unterrichtsstunden à 45 Minuten besteht. In neun Stunden geht es um Fragen des materiellen Rechts, etwa Waffenrecht, Strafrecht und Ortsrecht, also zum Beispiel Satzungen der Stadt Starnberg. In weiteren neun Stunden geht es um praktische Einheiten, etwa die Identitätsfeststellung, Befragungen, das Erteilen von Platzverweisen, die Ausweispflicht und auch um Fragen der Verhältnismäßigkeit und Sinnhaftigkeit. Der größte Block umfasst 22 Einheiten und beschäftigt sich mit Dienstkunde, also wie ist die Dienststelle organisiert, wie gehe ich praktisch vor, wie trete ich in der Öffentlichkeit auf und wie gebrauche ich die Ausrüstung ...

 ... die aus was besteht?

Sie besteht aus einer einheitlichen Oberbekleidung, also einer Einsatzjacke, einem Poloshirt und einer Warnweste, dazu aus einer Taschenlampe, einem Handfunkgerät pro Streife, einem Erste-Hilfe-Set und einem Reizstoffsprühgerät, also Pfefferspray.

Nach der Schulung kann die Sicherheitswacht dann loslegen?

Es gibt zunächst noch ein Prüfungsgespräch. Im Anschluss wird dann endgültig entschieden, wer für die Aufgabe geeignet ist. Diejenigen müssen dann übrigens auch viermal im Jahr zu Pflichtfortbildungen, von denen zwei von Beamten der Polizei Starnberg und eine von den Einsatztrainern aus Fürstenfeldbruck abgehalten werden. Eine weitere Fortbildung findet vermutlich gegen Ende jeden Jahres mit allen Angehörigen der Sicherheitswacht unseres Präsidiums in Ingolstadt statt.

Wie und wo werden die Frauen und Männer eingesetzt, die Sie letzten Endes für geeignet halten?

Sie werden von uns eingeteilt – jeder mindestens fünf Stunden pro Monat. Es können natürlich auch mehr sein. Die Mindestgröße der Sicherheitswacht beträgt übrigens sechs Personen. Kleiner geht nimmer, mehr geht aber natürlich immer. Aufgaben werden wir genug haben, etwa Präsenz zeigen an der Seepromenade, an den Bahnhöfen, in Parkanlagen. Die Sicherheitswacht sollte die meiste Zeit zu Fuß gehen, kann aber natürlich auch mal mit der S-Bahn zum Bahnhof Nord fahren und sich dort auch im Parkdeck sehen lassen. Aktuell in der dunklen Jahreszeit würde ich sie auch in Wohngebieten einsetzen, um dort Präsenz zu erhöhen.

Ist die Aufgabe der Sicherheitswacht eigentlich rein ehrenamtlich?

Es gibt eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde – auch schon während der Schulung.

Und wann soll es losgehen?

Je früher, desto besser. Sobald uns der Beschluss des Stadtrats schriftlich vorliegt, werden wir ihn dem Polizeipräsidium in Ingolstadt vorlegen. Von dort wird dann das Bewerbungsverfahren gestartet. Ich wäre froh, wenn wir dann im Mai, vielleicht sogar schon im April, mit der Sicherheitswacht starten können. Spätestens ab den Pfingstferien muss das laufen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Weil er Ärger mit der Versicherung hatte: Tutzinger Feuerwehrmann konfrontiert Innenminister Herrmann
Wenn ehrenamtlichen Feuerwehrlern etwas passiert, müssen sie sich selbst mit der Versicherung rumschlagen: Diese Erfahrung hat Volker Knoch aus Tutzing gemacht. Am …
Weil er Ärger mit der Versicherung hatte: Tutzinger Feuerwehrmann konfrontiert Innenminister Herrmann
15 000 Stunden für die Allgemeinheit
Zwei Einsätze pro Tag, neue Gesichter im Vorstand, Personalmangel, ein Jubiläum und viel Lob von, aber auch für Bürgermeister Christian Schiller: Am Freitag verfolgten …
15 000 Stunden für die Allgemeinheit
Neue Produkte und eine Erkenntnis
Es läuft gut bei der Molkerei Scheitz in Andechs. Bei der Messe Biofach in Nürnberg informierte die Molkerei über aktuelle Themen, neue Produkte und Erkenntnisse aus …
Neue Produkte und eine Erkenntnis
15-Jährige stürzt mit 2,06 Promille intus in Bahngleis
Ein 15 Jahre altes Mädchen ist am späten Freitagabend am S-Bahn-Halt Neugilching ins Gleis gestützt. Sie war nach Angaben der Polizei sturzbetrunken. 
15-Jährige stürzt mit 2,06 Promille intus in Bahngleis

Kommentare