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Backbuch mit Rezepten der Seniorinnen: Die Zwölftklässlerinnen Theresa Roth (vorne l.) und Antonia Fuchs (vorne r.) trafen sich zum Backen mit den Damen. Dabei war Hannelore Cremer (3 v.r.) von Dr. Oetker.

„Backen mit Geschichte“

Starnberger Schülerinnen konzipieren Backbuch mit Seniorinnen

„Backen mit Geschichte“ ist eines der vielen interessanten Projekte, das die P-Seminare am Starnberger Gymnasium hervorbringen. Zwei Schülerinnen haben Backrezepte von Seniorinnen gesammelt, deren Geschichten und so manchen Tipp aus früheren Zeiten. Erhältlich ist das Buch noch vor Weihnachten.

Starnberg – Apfelkrusti, Topfenstrudel, Johannisbeerkuchen oder Linzer Torte – die Senioren des Starnberger Seniorentreffs verraten ihre Geheimrezepte. 16 süße und zwei herzhafte Rezepte buken sie gemeinsam mit den beiden Starnberger Gymnasiastinnen Antonia Fuchs und Theresa Roth nach – die Mädchen sammelten die Rezepte in einem Backbuch. Derzeit befindet sich „Backen mit Geschichte“ im Druck, gegen Ende nächster Woche kann es jeder kaufen.

Die beiden Zwölftklässlerinnen besuchen das Projekt-Seminar (P-Seminar) „Soziale Verantwortung“ am Gymnasium Starnberg. Ziel ist, in Kleingruppen ein soziales Projekt auf die Beine zu stellen und dadurch mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Nebenbei können die Schüler Punkte für ihr Abitur sammeln.

Der Austausch zwischen den Generationen ist den Schülerinnen wichtig

Für Antonia Fuchs (17) und Theresa Roth (17) stand der Austausch zwischen den Generationen im Mittelpunkt: „Erst wollten wir nur die Geschichten der Senioren aufschreiben“, erzählt Antonia Fuchs. „Aber weil wir gerne backen, dachten wir, wir könnten Rezepte und Geschichten in einem Backbuch verbinden.“ Daraufhin setzten sich die beiden mit dem Ilse-Kubaschewski-Haus in Starnberg in Kontakt. „Es ist schade, dass die meisten Geheimrezepte der älteren Generation verloren gehen“, sagt Theresa Roth. „Die Leute haben ihre Familienrezepte nur in den Köpfen.“

Sieben Backtermine vereinbarten die Schülerinnen mit den 14 teilnehmenden Seniorinnen des Seniorentreffs. Das Ilse-Kubaschewski-Haus stellte eine Küche zur Verfügung. „Wir haben die Zutaten gekauft“, sagt Theresa Roth. „Beim Backen haben die Seniorinnen uns ihre Geschichten erzählt.“ Diese schrieben die Schülerinnen nieder. „Während des Kriegs haben wir meinem Vater immer einen selbst gemachten Biskuit geschickt“, erzählte zum Beispiel Hedwig Wasmer über ihren Lieblingskuchen, den Bienenstich.

Das Vorwort stammt von Richard Oetker

Eine Besonderheit ist auch das Vorwort von Richard Oetker, dem langjährigen Geschäftsführer des Familienunternehmens Dr. August Oetker. Außerdem teilten die Seniorinnen ihre Tipps und Tricks aus langjähriger Back-Erfahrung mit den Schülerinnen. Diese stehen auch im Backbuch. „Der Boden einer Schwarzwälder-Kirsch-Torte lässt sich viel besser mit einem Faden als mit einem Messer durch trennen“, verrät Roth einen Tipp von Helga Koller. Die Firma Descor unterstützte beim Design. Außerdem halfen 14 Sponsoren finanziell. Insgesamt kostete das Backbuch die Schülerinnen etwa 200 Arbeitsstunden. „Aber es hat Spaß gemacht, und alles ist rund gelaufen“, sagt Fuchs.

Voraussichtlich Ende nächster Woche kommen die 300 Exemplare der ersten Auflage aus dem Druck. Dann kann jeder „Backen mit Geschichte“ für 15 Euro unter anderem in der Bücherjolle in Starnberg erwerben. „Mit anderen Geschäften sind wir gerade noch im Gespräch“, sagt Roth. Außerdem gibt es die Möglichkeit, bei den Schülerinnen direkt per E-Mail (tonifux@outlook.com) zu bestellen. Von den Einnahmen wollen sie die restlichen Druckkosten decken und den Überschuss spenden. „Wahrscheinlich spenden wir an einen Kindergarten“, sagt Fuchs. „Dann ist die Generationenkette komplett.“

Die Rezepte sind von Adelheid Scharl, Renate Schulz, Ursula Kless-Böker, Hedwig Wasmer, Katharina Schlonsak, Marie-Gabriele Roth, Renate Schulz, Anneliese Keller, Helga Koller, Waltraud Schreier, Elfriede Gschwendtner, Ria Lenz, Hildegard Auer und Ute Beisenherz.

von Vanessa Lange

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