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Immer donnerstags verteilen die Helfer der Starnberger Tafel Lebensmittel an die Gäste der gemeinnützigen Organisation. Auch in der kalten Jahreszeit sind sie im Einsatz. (Archivbild)

Internationaler Tag des Ehrenamts

Training, Tafel, Rettung: Ohne Freiwillige geht nichts

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Sie setzen sich für andere ein, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten: Ehrenamtler halten in unserer Gesellschaft viele Institutionen am Laufen. Was am heutigen Internationalen Tag des Ehrenamts nicht stattfinden würde, wenn es keine Freiwilligen gäbe, erzählen drei von ihnen. 

Landkreis – Immer donnerstags treffen sich vier Jugendmannschaften der Fußballabteilung vom SC Weßling zum Training. Für manche ist es ein Ausgleich zu Schule oder Arbeit, für andere das größte Hobby, und wieder andere gehen zum Training, um dort Freunde zu treffen. Eins haben alle gemeinsam: Spaß an der Sache. Den verdanken sie unter anderem Vorstandsmitglied Claudia Bruns. Neben ihr engagieren sich auch die anderen Vorstandsmitglieder Dr. Henrik Rebhan, Catherine Müller und Thomas Streml ehrenamtlich. Der heutige internationale Tag des Ehrenamts würdigt Menschen wie sie, die sich für andere einsetzen, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten.

„Ohne das Ehrenamt gäbe es hier keinen Sportbetrieb“, sagt Bruns. „Dann hätten wir weder einen Vorstand noch Trainer und könnten den Verein zusperren.“ Für Bruns ist ihr Einsatz beim SC Weßling Ehrensache. „Ich bin Oberpfaffenhofenerin, der Verein gehört einfach dazu“, sagt sie. Seit 2015 sind sie und ihre Vorstandskollegen im Amt. Claudia Bruns fällt auf, dass es für den Verein im Verwaltungsbereich immer schwieriger wird, Freiwillige zu finden. „Ich denke, das ist vor allem eine Zeitfrage“, mutmaßt sie.

Claudia Bruns: „Die Welt dreht sich eben immer schneller“

„Die Welt dreht sich eben immer schneller.“ Wer ihren Posten nach ihr übernehmen wird, weiß sie nicht. Doch sie blickt optimistisch in die Zukunft. Ihre mache die Arbeit Spaß, daher denke sie noch nicht ans Aufhören. „Und wenn ich aufhöre, werde ich mich vorher um einen Nachfolger kümmern“, kündigt sie an. „Bisher hat das immer irgendwie geklappt.“

Auch Walter Kohlenz, Vorsitzender der DLRG Pöcking-Starnberg, hat keine Zukunftssorgen. Die DLRG ist die weltweit größte Wasserrettungsinstitution und ehrenamtlich aufgebaut. In Starnberg feierten 300 Mitglieder heuer 100-jähriges Bestehen. „Unsere Mitgliederzahlen waren in den vergangenen Jahren entgegen des allgemeinen Trends eher steigend“, berichtet Kohlenz. Das liege unter anderem daran, dass sich im Bereich der Wasserrettung das Ehrenamt sehr gut mit der Freizeit kombinieren lasse. „Bei uns ist Action geboten und man verbringt Zeit in der freien Natur“, sagt der 45-Jährige.

Walter Kohlenz: Ohne Ehrenamtler gäbe es keine DLRG

Wäre niemand mehr ehrenamtlich tätig, würde der Pöckinger für die DLRG schwarz sehen. „Dann gäbe es uns nicht“, sagt Kohlenz. „Und ein ganz großer Teil des Rettungsdienstes in Bayern würde generell nicht mehr funktionieren.“ Der Staat könne es sich nicht leisten, alle Rettungskräfte hauptamtlich anzustellen, ist sich Kohlenz sicher.

Auf seine Mitstreiter kann sich der 45-Jährige aber verlassen. „Wir machen das, weil wir helfen wollen. Viele von uns denken sich: Mir geht’s gut und so kann ich der Gesellschaft etwas zurückgeben.“

Der Gesellschaft etwas zurückgeben, das wollen auch die rund 30 ehrenamtlichen Helfer der Starnberger Tafel. Wären sie nicht mehr im Einsatz, würde es heute auf dem Gelände der evangelischen Kirche an der Kaiser-Wilhelm-Straße in Starnberg keine Lebensmittelausgabe für knapp 400 Tafel-Gäste geben. Auch die warme Mahlzeit, die die Tafel-Helfer bereitstellen, würde ausfallen. „Ich ziehe meinen Hut vor allen Ehrenamtlichen, die ständig bei Wind und Wetter draußen stehen“, sagt Vorsitzende Erika Ardelt. Die Starnberger Tafel ist eine der wenigen, bei der die Lebensmittelausgabe noch im Freien stattfindet.

Die Starnberger Tafel sammelt Spenden für ein Dach über dem Kopf

Das soll sich aber ändern: „Wir wollen ein Dach über dem Kopf, denn unsere Gäste sitzen oft länger zusammen, weil für sie die Essensausgabe eine Gelegenheit ist, sich zu unterhalten“, sagt Ardelt. Mit der evangelischen Kirche will sie nun ein Gebäude errichten lassen, in dem Helfer und Gäste unterkommen (wir berichteten). „Es wird zur Hälfte von der Kirche finanziert und zur Hälfte durch Spenden.“ Wer helfen will, kann das mit einer Spende auf das Konto der Tafel (IBAN DE72 7025 0150 0028 4589 41) unter dem Verwendungszweck „Dach über den Kopf“.  

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