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Gut gelaunt im umweltfreundlichen Postauto: Postbote und Teamleiter Andreas Holzmann startet vom Zustellstützpunkt an der Rheinlandstraße aus seine Tour nach Feldafing. Vom Elektro-Mobil ist er begeistert.

Post entwickelt Elektrofahrzeug

Umweltfreundlich unterwegs im Scooter

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Acht sogenannte Streetscooter starten jeden Tag vom Postzentrum in der Starnberger Rheinlandstraße aus in den Landkreis, um Pakete auszuliefern. Andreas Holzmann ist Postbote und begeistert von den Elektroautos, die der Post-Konzern mit der RWTH Aachen entwickelte.

Starnberg/Landkreis – Sie sind knallgelb, bis zu 100 km/h schnell und brauchen keinen Sprit: Mit elektrisch angetriebenen Streetscootern sind Andreas Holzmann (35) und seine Kollegen von der Deutschen Post im Landkreis unterwegs, um Pakete und Briefe zu verteilen. Holzmann, Postbote und Teamleiter, fährt einen der acht Streetscooter, die am Zustellstützpunkt an der Starnberger Rheinlandstraße stationiert sind.

Der 35-Jährige möchte den Wagen nicht mehr missen. „Er zieht super, fährt sich wie ein Go-Kart und ist umweltfreundlich“, schwärmt der Familienvater aus Peißenberg. Auf der B 2 holt Holzmann aus dem Gefährt alles raus, was geht. „Da fahre ich schon 100“, sagt er. „Das reicht dann aber auch.“ Seine Route beginnt jeden Tag im Postzentrum an der Rheinlandstraße, wo er Briefe und Pakete sortiert und einlädt. Dann geht es entlang des Starnberger Sees nach Feldafing. Dort liefert Holzmann die Pakete für den ihm zugeteilten Bezirk aus. Anschließend tritt er den Rückweg über die B 2 an.

In Feldafing und Berg sind die Autos jeden Tag unterwegs

In insgesamt acht Bezirken in Feldafing und Berg sind die Streetscooter der Post seit mittlerweile drei Jahren im Einsatz. Bei Holzmann und seinem Team sind die Fahrzeuge sehr beliebt, denn sie wurden an die Bedürfnisse der Zusteller angepasst. Die relativ hohe Ladefläche etwa schont den Rücken der Postboten und öffnet sich auf Knopfdruck, sodass Pakete von drei Seiten ein- und ausgeladen werden können. Auch die Innenausstattung der Fahrerkabine ist für die Zusteller optimiert. Eine große Halterung für Briefbehälter auf der Beifahrerseite dient ihnen zum Beispiel als praktische Zwischenablage.

„Das Fahrzeug bietet auch viel Komfort“, sagt Holzmann. „Man sitzt sehr bequem.“ Kein Wunder, denn am Entwicklungsprozess waren Postboten beteiligt. Der Streetscooter ist sozusagen ein Eigengewächs der Deutschen Post, das in Zusammenarbeit mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen entstanden ist. Deutschlandweit sind insgesamt 9000 Streetscooter für den Konzern im Einsatz. Die Post/DHL-Gruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 die eigene Zustellung zu 70 Prozent mit emissionsfreien Zustellkonzepten wie den Streetscootern durchzuführen, um die lokale Luftqualität zu verbessern.

Viele Kunden waren neugierig, als die Autos neu eingeführt wurden

Holzmann ist von der Eigeninitiative seines Arbeitgebers in puncto Umweltschutz beeindruckt. „Ich finde es gut, dass das Unternehmen die Sache selbst in die Hand nimmt“, sagt er. Und auch bei den Kunden kommen die Streetscooter gut an. „Als die Autos neu rausgekommen sind, waren viele Anwohner neugierig und haben gefragt, ob sie es sich genauer anschauen dürften.“ Die Reaktionen seien durchweg positiv gewesen. „Die Kunden finden die Gefährte toll“, sagt Holzmann.

Mittlerweile wird der Zusteller sogar angesprochen, wenn er ausnahmsweise nicht mit dem Elektrofahrzeug unterwegs ist. „Wenn der Streetscooter zum Beispiel in der Werkstatt ist, fragen viele gleich: Wo hast du denn dein Auto gelassen?“ Nur eins ist für manche Anwohner auch nach drei Jahren noch gewöhnungsbedürftig: „Er ist sehr leise“, sagt Holzmann über den Wagen. „Deshalb müssen Fußgänger und auch spielende Kinder aufpassen.“

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