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Mit Schaufel und Bagger: Zusammen mit Gregor Deschler von der Baufirma Kölbl, Denis Weisser vom Planungsbüro IB Weisser, Michael Friedrich vom Abwasserverband Starnberger See, Ralf Vetter von Bayerngrund sowie Franziska Rott, Peter Meinert und Luise Gareis vom Stadtbauamt hat Bürgermeisterin Eva John (3.v.l.) am Mittwoch den offiziellen Startschuss auf dem Baufeld am Wiesengrund im Südwesten Starnbergs gegeben.

Baubeginn mit erster Erschließungsmaßnahme - Baugrundvergabe Thema im Ferienausschuss

Wiesengrund: Entscheidung über Grundstücke naht

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Mehr als 300 Interessenten haben sich für ein Reihenhausgrundstück im Einheimischenmodell am Wiesengrund beworben. In dieser Woche sollen die 51 Starnberger Familien benachrichtigt werden, die auch eine Parzelle bekommen. Derweil ist mit Arbeiten für die Bachumlegung der Startschuss für das Neubaugebiet gefallen.

Starnberg – Für 51 Starnberger Familien soll sich auf dieser Wiese im Südwesten Starnbergs der Traum vom Eigenheim erfüllen. Denn so viele Reihenhäuser entstehen im Neubaugebiet am Wiesengrund. Wer dort zum Zug kommt, dürfte Ende dieser Woche feststehen. Am Mittwoch nämlich soll der Ferienausschuss des Stadtrats in öffentlicher Sitzung (18 Uhr, Schlossberghalle) die endgültige Reihenfolge der Bewerber festlegen – anonym, versteht sich.

Wie Bürgermeisterin Eva John im Gespräch mit dem Starnberger Merkur erklärt, sind insgesamt 323 Bewerbungen im Rathaus eingegangen. Etwa 50 davon haben wegen fehlender Zugangsberechtigung keine Berücksichtigung gefunden, also zum Beispiel, weil das Jahreseinkommen der Bewerber 114 000 Euro (Alleinstehende: 57 000 Euro) übersteigt.

Anhand des vom Stadtrat festgelegten Punktesystems gibt es mittlerweile eine Reihenfolge, nach der die Bewerber bei der Grundstücksvergabe zum Zug kommen. Weil einige jedoch auf die gleiche Punktezahl kommen, entscheidet im Ferienausschuss das Los über den genauen Platz auf der Liste. „Wenn das alles geregelt ist, gehen die Zusagen am Donnerstag in die Post“, verspricht John. Für die Bauwerber heißt das: Die Planungsphase mit Architekten, Nachbarn und Firmen kann starten. Im Frühjahr 2020 sollen dann die Bauarbeiten beginnen.

Der erste Bagger steht bereits seit dieser Woche am Wiesengrund. „Mit der Bachumlegung beginnen die Erschließungsarbeiten für das neue Wohngebiet“, teilt die Stadt in einer Pressemitteilung mit. Beauftragt damit ist die Firma Georg Kölbl aus Wessobrunn. Ende August sollen die Erschließungsarbeiten folgen – die Beauftragung für Untergrund, Straßenbau und Leitungsbau sei am Freitag erfolgt, sagt John. Zuständig für die Erschließung ist die Firma Bayerngrund. „Wir wollen in diesem Jahr noch ganz lang und ganz viel erledigen“, sagt John. Die Restarbeiten sollen im Frühjahr abgeschlossen sein.

Ungeachtet dessen hat der Bauausschuss des Stadtrats in seiner jüngsten Sitzung einen Antrag der Grünen abgelehnt, wonach alle Flachdächer am Wiesengrund zwingend zu begrünen und private Zufahrten und Wegebefestigungen mit Rasengittersteinen auszuführen sind. Bei Straßen und Wegen sollte zudem statt Asphalt Pflaster mit offenen Fugen verwendet werden. Die Grünen hatten sich dadurch vor allem eine Verbesserung beim Versickern von Niederschlagswasser versprochen (wir berichteten).

Eva John sah für die Änderungen keine Notwendigkeit und warnte in einem Fall sogar regelrecht davor. Schließlich habe der Stadtrat die Erschließungsplanung bereits genehmigt, die Ausschreibung sei abgeschlossen. Der Antrag der Grünen sei zwar gut gemeint, aber: „Aus der Nummer kommen wir nicht mehr raus“, sagte John. „Da können wir nicht die Rolle rückwärts machen.“

Was die Vorgaben an die privaten Bauwerber betrifft, so verwies John auf den gültigen Bebauungsplan. Dieser empfehle unter anderem „die dauerhafte, extensive Begrünung der flachgeneigten Dachflächen“, zitierte sie. Daraus eine Pflicht zu machen, führe jedoch zu höheren Investitionskosten. Ähnlich äußerte sich Josef Pfister (BMS): Er wünsche sich zwar die Begrünung, tue sich aber schwer damit, diese vorzuschreiben, sagte er. Ludwig Jägerhuber (CSU) verwies zudem auf die bereits vorgelegten Finanzierungen der Bauwerber. Dort nachträglich etwas ändern zu wollen, sei nicht redlich, sagte er.

„Es ist einfach schade, wenn wir die Chance nicht nutzen“, äußerte Annette von Czettritz (Grüne) resignierend. Am Ende unterstützten lediglich Angelika Wahmke (UWG) und Angelika Kammerl (Parteifreie) ihren Antrag.

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