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Symbolbild

Aus dem Gerichtssaal

Bewährung für Kennzeichen-Dieb

Eine Serie von Kennzeichendiebstählen in Starnberg hatte dieser Tage ein Nachspiel vor Gericht. Der Angeklagte hatte Glück – er muss nicht ins Gefängnis.

Allein die Verlesung der Anklageschrift dauerte fast 20 Minuten: Ein 31-jähriger Automechaniker aus Starnberg musste sich am Schöffengericht wegen Diebstahls in 28 Fällen und dreier weiterer tateinheitlicher Fälle von Urkundenfälschung und Betrug verantworten. 

Der in München arbeitende Mann hatte zwischen Ende Januar und Ende April 2013 in der Kreisstadt die Nummernschilder geparkter Fahrzeuge entwendet, um damit Gebrauchtwagen zu manipulieren und teurer verkaufen zu können. Vor allem bei am Bahnhof Nord abgestellten Autos hatte der Starnberger öfters zugeschlagen, aber auch Kennzeichen von am Bahnhof See, in den Seearkaden oder am Klinikum Starnberg geparkten Fahrzeugen abmontiert.

Mit Hilfe der Nummernschilder und deren TÜV-Plaketten manipulierte er an anderen, in München zum Verkauf stehenden Gebrauchtwagen die Terminangabe für die nächste Hauptuntersuchung und erzielte so höhere Preise – in einem der von der Staatsanwältin vorgetragenen Fälle hatte das Siegel „TÜV-geprüft“ und die Bescheinigung, der Wagen sei „frei von bedenklichen Mängeln“ beispielsweise einen Verkaufspreis von 600 statt 200 Euro erbracht.

Die Anklage stufte diese Vorgehensweisen als „gewerbsmäßigen Diebstahl“ in insgesamt 28 Fällen ein und sah auch drei Urkundenfälschungen und drei Betrugstaten als erwiesen an. Dem bereits achtfach strafrechtlich vorbelasteten Starnberger drohte nun eine Vollzugsstrafe, die sein Verteidiger mit einem Rechtsgespräch und der angebotenen Geständigkeit des Mandanten anzuwenden suchte – mit gewissem Erfolg.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsrichterin Brigitte Braun kam schließlich zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe, die gerade noch einmal für vier Jahre ausgestzt wurde. Als Auflagen hat der verurteilte Starnberger 160 Stunden sozialer Dienste abzuleisten und dem Gericht jeden Wohnsitzwechsel anzuzeigen.

Von Thomas Lochte

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