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Der Herr segne dich und behüte dich: Pfarrer Hans Martin Schroeder verabschiedete sich gestern in der evangelischen Friedenskirche von Starnberg. Eine Entscheidung über seine Nachfolge dürfte im Frühsommer 2018 fallen. 

Evangelische KIrchengemeinde

Bewegender Abschied von Starnberg

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Nach knapp fünfeinhalb Jahren in Starnberg ist der evangelische Pfarrer Hans Martin Schroeder am Sonntag offiziell entpflichtet worden. Etwa 250 Gläubige feierten gemeinsam den Gottesdienst in der Friedenskirche.

Starnberg – Für die einen mag es Zufall gewesen sein, für die anderen Fügung. Tatsache ist, dass die von der evangelischen Kirche für die Predigt vorgegebene Bibelstelle selten so gut gepasst hat wie gestern in Starnberg. Es war die letzte Predigt von Pfarrer Hans Martin Schroeder – und da trafen die berühmten Verse aus dem Buch Micha, in denen „Schwerter zu Pflugscharen und Spieße zu Sicheln“ werden, genau die Stimmung in der evangelischen Friedenskirche.

Waffen in ziviles Gerät umzubauen – „das ist sehr schwer, aber es ist möglich“, sagte Schroeder. „Wenn wir alle getragen werden von einem Netz, das uns untereinander und mit Gott verbindet.“ Auch ihn trage dieses Netz, auch er und seine Frau würden es brauchen, sagte Schroeder und bot allen an, sich ebenfalls darauf einzulassen. Sich einer schweren Bürde mit Zuversicht zu stellen – das passt auch zur persönlichen Situation des 60-Jährigen, der vor einigen Monaten die Diagnose Alzheimer gestellt bekam (wir berichteten). Mit keinem Wort ging Schroeder darauf ein, und dennoch wussten viele der etwa 250 Gottesdienstbesucher die Predigt auch so zu deuten.

Dekan Axel Piper entpflichtete Schroeder im Anschluss von seinen Aufgaben, ehe in der Kirche und beim folgenden Empfang im Gemeindesaal nicht weniger als 14 Grußworte folgten, darunter von Tim Weidner als Stellvertreter des Landrats, von Bürgermeisterin Eva John, vom Feldafinger Pfarrer Michael Stein und von Elke Mattschas, der Vertrauensfrau des Kirchenvorstands.

Sie erinnerte daran, wie die Mitglieder des Kirchenvorstands vor fünfeinhalb Jahren Schroeder und dessen Ehefrau Elke-Maria zunächst reihum eingeladen hätten, weil in der Pfarrwohnung noch keine Küche war. Ein Erlebnis, aus dem der Pfarrer schließlich die Idee des monatlichen offenen Pfarrhauses entwickelte.

„Wir sind traurig, dass Sie Starnberg verlassen“, sagte Bürgermeisterin John. „Aber wir sind auch froh, dass Sie zusammen mit Ihrer Frau in die neue alte Heimat nach Rosenheim ziehen, wo Sie Freunde und ein soziales Umfeld haben.“ John dankte Schroeder „im Namen der Verwaltung, des Stadtrats und der Bürger“ für sein Wirken von der Seelsorge über persönliche Gespräche bis zu seinem Einsatz für Flüchtlinge. Schroeder sei „authentisch, ehrlich und wohltuend“. John: „Sie lebten mit, Sie lachten mit, Sie weinten mit. Sie waren uns ein guter Pfarrer, ein guter Pastor, ein wunderbarer Hirte. Wir werden voll Dankbarkeit an Sie denken.“ Nun aber sei es Zeit, sich selbst ein wenig wichtiger zu nehmen.

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