Die Starnberger Stadtpfarrkirche St. Maria am Kirchplatz
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Die Stadtpfarrkirche St. Maria am Kirchplatz im weihnachtlichen Lichterglanz: Der Christkindlmarkt in der bisherigen Form ist schon abgesagt, für die Christmetten und Weihnachtsgottesdienste gibt es nun neue Vorgaben.

Pfarreiengemeinschaft Starnberg

Christmette nur mit Eintrittskarte

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Die Pfarreiengemeinschaft Starnberg hat ihre Planungen für die Gottesdienste an Heiligabend und Weihnachten abgeschlossen. Es wird mehr Feiern geben als in den Vorjahren, dennoch werden viele Besucher keinen Platz finden. Wer an den Feiern teilnehmen will, braucht diesmal eine Eintrittskarte.

Starnberg – Wie feiern wir Weihnachten in Zeiten von Corona? Diese Frage stellen sich nicht nur Familien landauf, landab, auch die Verantwortlichen der Kirchengemeinden stellt die Pandemie vor bislang ungeahnte Herausforderungen. In der katholischen Pfarreiengemeinschaft Starnberg habe man sich seit Juni Gedanken über die Gottesdienste zu den Feiertagen gemacht, sagt Stadtpfarrer Dr. Andreas Jall im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Das Ergebnis liegt jetzt vor: An Heiligabend sind fünf Kindermetten (eine davon auf einem Sportplatz) und vier Christmetten geplant, am Ersten Weihnachtsfeiertag fünf Gottesdienste – alles unter strengen Auflagen.

Das sind fast doppelt so viele Feiern wie in den vergangenen Jahren. Und doch werden sie kaum ausreichen, damit alle Kirchgänger einen Platz bekommen. Allein zur Kindermette in St. Maria würden in normalen Jahren 1200 Besucher kommen, sagt Jall. Nun sind 100 erlaubt. „Ich weiß, dass ich Menschen enttäuschen werde und bitte jetzt schon um Entschuldigung.“

Pfarrer, Mitarbeiter und Pfarrgemeinderat hätten ganz unterschiedliche Überlegungen angestellt, erklärt Jall. So sei auch ein großer Gottesdienst im Freien zunächst eine Option gewesen, der Kontakt mit der Stadt diesbezüglich bereits aufgenommen worden. Aber: „Wir müssen die Abstände der Menschen zueinander kontrollieren können.“ Das sei im Freien, zumal bei Dunkelheit, kaum möglich. „Wir wollen ja kein Super-Spreader-Event“, sagt Jall. Und seitdem die Regel gilt, dass sich maximal hundert Leute treffen dürfen, ergebe ein Freiluftgottesdienst ohnehin keinen Sinn mehr. „Die kriegen wir auch in unsere Kirchen.“

So wird es an Heiligabend in St. Maria und in St. Ulrich (Söcking) jeweils um 15 Uhr, um 16.30 Uhr, um 20.30 Uhr und um 22.30 Uhr Metten geben. Vor jedem Gottesdienst wird eine Stunde lang gelüftet, Bänke und Türklinken der Kirchen werden desinfiziert. Während der Feiern gilt Maskenpflicht und 1,50 Meter Mindestabstand – und die Heizungen werden dann ausgestellt, um möglichst wenig Luftwirbel zu fabrizieren.

Ein Krippenspiel in bekannter Form wird es nachmittags nicht geben. „Wir wollen zwar so viel wie möglich bieten, aber so vorsichtig wie nötig sein“, sagt Jall. So werde es wohl darauf hinauslaufen, dass die Kinder – nach Möglichkeit aus einer Familie oder zumindest einer Schulklasse – nur stumm die Weihnachtsgeschichte spielen, während ein Vorleser sie erzählt. Auch die musikalische Begleitung der Feiern wird weniger festlich ausfallen als gewohnt. „Bläser gehen heuer gar nicht“, sagt Jall. Aber immerhin: „Stille Nacht wird auf jeden Fall kommen.“

Eine fünfte Kindermette an Heiligabend ist für 16 Uhr auf dem Sportplatz in Perchting geplant. Die Kirche dort ist viel zu klein, um eine nennenswerte Personenzahl mit Abstandsregeln aufnehmen zu können. Wie genau der Ablauf in Perchting sein wird, weiß Jall noch nicht. Darum wolle sich der Pfarrgemeinderat kümmern, sagt er – und freut sich, dass der Sportverein gleich zugestimmt habe.

Am Ersten Weihnachtsfeiertag soll es fünf Festgottesdienste geben – ebenfalls je zwei in St. Maria (10.15 und 18 Uhr) und in St. Ulrich (10 und 18 Uhr), dazu kommt eine Feier auf dem Bauernhof der Familie Schreiner in Hadorf (19 Uhr).

Wer an einem der Gottesdienste am 24. und 25. Dezember teilnehmen möchte, benötigt heuer eine Eintrittskarte. „Damit möchten wir einen übergroßen Andrang und auch die mögliche Enttäuschung über volle Kirchen vermeiden“, erklärt die Pfarrei. Die Karten werden erstmals am Samstag, 21. November, nach der Messe in St. Ulrich von 18.45 Uhr an vergeben – und am Sonntag, 22. November, nach der Messe in St. Maria von 11 Uhr an. Von Dienstag, 24. November, an sind die Karten dann telefonisch unter z (0 81 51) 9 08 51 25 zu bestellen. Gesucht werden im Übrigen noch ehrenamtlich Helfer, die Ordnungsdienste übernehmen können.

Für die Pfarrer bringt der neue Zeitplan eine Mehrbelastung mit sich. Jall, Dr. Tamas Czopf und Roland Biese werden sich die Feiern aufteilen – was allerdings problemlos zu schaffen sein sollte. „Wir wissen, dass wir als Kirche das Privileg haben, überhaupt feiern zu dürfen.“ Anders wird aber trotzdem vieles. „Weihnachten ist so aufgeladen mit Emotionen und Ritualen. Da ist es bitter, wenn etwas wegfällt. Es wird heuer vielleicht eine Form von Weihnachten, die mehr auf das Wesentliche schaut.“

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