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Die letzten paar Zentimeter, dann ist es geschafft: Martin Zerhoch (l.) und Josef Bartl vom Arbeitskreis Perchting helfen den Arbeitern, den Steinzeit-Findling richtig zu platzieren.
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Findling 53 Tonnen wird versetzt
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Findling 53 Tonnen wird versetzt

Westumfahrung Starnberg

Da kommt das Eiszeit-Trumm - Findling erfolgreich versetzt

Der Findling aus Perchting ist 13 Tonnen schwerer als zunächst angenommen. Gestern wurde der Dolomit aus der Eiszeit mit Kran und Lastern in stundenlanger und schweißtreibender Arbeit an seinen neuen Standort gebracht.

Perchting – Es ist nur ein einziger Stein, aber der hat es in sich: 53 Tonnen hängen an dem Kran, der das Trumm Millimeter für Millimeter nach unten lässt. Josef Bartl vom Arbeitskreis Perchting hilft den Arbeitern, den Findling an die richtige Stelle zu bringen. Ächzen, der Schweiß rinnt – dann ist es geschafft, die Operation Findling ist nach stundenlanger Arbeit geglückt.

Wie berichtet, war der aus der Eiszeit stammende Stein bei den Arbeiten für die Starnberger Westumfahrung an der neuen Grünbrücke ausgegraben worden. Ein Dolomit aus den Kalkalpen, mehr als 200 Millionen Jahre alt, durch die gewaltige Kraft der Natur irgendwann zwischen Perchting und Hadorf gelandet – und nach bisherigen Schätzungen 40 Tonnen schwer. Gestern aber gab es eine Überraschung: Das Trumm wiegt sogar 53 Tonnen. Und das hatte Folgen für das Vorhaben, den Findling etwa 300 Meter weiter Richtung Perchting zu versetzen, an eine Stelle, wo bis vor 90 Jahren schon einmal ein großer Findling lag.

Für den 220-Tonnen-Autokran der Firma Schmidbauer stellt dieses Gewicht zwar kein Problem dar, aber für den bestellten Tieflader sind 53 Tonnen zu viel. „Das geht nicht“, sagt Fahrer Timm Nowak. Bei 40 Tonnen sei bei seinem Gefährt Schluss. „Aber das siehst du dem Ding ja auch nicht an, dass es 53 Tonnen wiegt.“

Also muss für den Transport des Findlings die Firma Schmidbauer aushelfen. Sie ist nämlich auch mit zwei sogenannten Ballastwagen am Ort. Die könnten jeweils rund 70 Tonnen Gewicht tragen, erklärt Martin Zerhoch vom Arbeitskreis Perchting. Das wiederum benötigt der Kran, um das Gewicht des Findlings auszugleichen. Kurze Besprechung, dann ist die Lösung gefunden. Einer der beiden Ballastwagen soll den Stein über die 300 Meter lange Strecke transportieren, dafür übernimmt der Tieflader einen Teil des Ballastgewichts des Krans. Das macht das ganze Vorhaben zwar etwas komplizierter, weil zwischendrin Gewichte auf- und abgeladen werden müssen, am Ende funktioniert aber alles.

„Wir zeigen, was wir haben“, freut sich CSU-Stadtrat Gert Weger, der in seiner Funktion als Ortsteilreferent an der ganzen Aktion beteiligt war. Auch die beiden Perchtinger Zerhoch und Bartl sind glücklich. „Es ist a bissl a Herausforderung, aber net so a große“, hatte Bartl zu Beginn noch gesagt. Am Ende ist die Anstrengung des Tages bei allen großer Zufriedenheit gewichen.

Die Kosten für das Versetzen übernimmt übrigens die Stadt Starnberg, wie Bürgermeisterin Eva John sagte, als sie sich die Operation Findling kurz anschaute. Bartl rechnet mit etwa 5000 Euro. Der Findling hat also seinen Platz, eine Erklärungstafel und eine Sitzbank für Fußgänger und Radfahrer werden vermutlich noch folgen. Und auch die Autofahrer werden den Findling künftig immer sehen können, wenn die Westumfahrung voraussichtlich Mitte November für den Verkehr freigegeben wird.

Von Lea Hütt

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