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Spektakuläre Anlage und spektakuläre Show zur Eröffnung: das Dirtbike-Gelände in Söcking unweit des Sportplatzes.

Dirtbike-Anlage und Kunstrasenplatz

„Söcking ist das Sportzentrum der Stadt“

Eine neue Dirtbike-Anlage für die Radler und ein neuer Kunstrasenplatz für den Fußball-Nachwuchs: Gleich zwei Einweihungen hat es am Wochenende in Söcking gegeben.

Söcking – Holger Knigge, der Vorsitzende des SV Söcking, nimmt gemeinhin kein Blatt vor den Mund. „Wir haben uns den Ruf als Sportzentrum der Stadt angeeignet“, sagte er am Freitagnachmittag über Starnbergs größten Stadtteil. Widersprechen wollte ihm dabei niemand. Der Sportverein habe rund 1000 Mitglieder, das Beachvolleyballfeld sei „gut in Betrieb“, es gebe die Stefanischützen, Reitwege, eine Kegelbahn und im Winter sogar eine Langlaufloipe, zählte Knigge auf. Seit diesem Wochenende sind zwei weitere Attraktionen dazu gekommen.

Der Kunstrasenplatz:Direkt auf der Sportanlage an der Alersbergstraße ist das etwa 44 mal 22 Meter große Karree entstanden. Weichen mussten dafür die Kugelstoß- und die Weitsprunganlage. Knigge: „Wir haben den Ehrgeiz aufgegeben, dass wir Leichtathletik-Schwerpunkt werden.“ Das überlasse man gerne dem TSV Starnberg. Dennoch sei die Sportanlage an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gekommen. Allein 300 Fußball-Kinder betreut der SV Söcking.

„Wir haben vier Jahre gebraucht, um das Werk zu vollenden“, sagte Knigge mit Blick auf Planung, Genehmigung, Finanzierung und Umsetzung. Die Kosten betragen rund 150 000 Euro, gut 90 000 Euro übernimmt die Stadt. Bürgermeisterin Eva John dankte dem Verein und den privaten Spendern. Und auch für sie war es keine Frage: „In Söcking war der Sport schon immer zu Hause.“

Die Dirtbike-Anlage: Fast wie die Profis fliegen die Teenager Jonas, Lukas und Alessandro mit ihren speziellen Fahrrädern über die Schanzen mit der Plattform, die sogenannten „Tables“. Seit die Freunde spitzgekriegt haben, dass hinter dem SV Söcking eine Dirt-Bike-Anlage entsteht, also ein Gelände mit Hügeln, Sprungschanzen und Pisten, sind sie täglich hergeradelt und haben mitgeholfen, die Spezialerde aufzuschichten. Den Bau der TÜV-geprüften Anlage hat eine Gruppe von zehn Profis um Tobi Engelmann und Magnus Baumann (beide 25) übernommen (wir berichteten). „Es ist die größte Dirt-Bike-Anlage in Bayern“, verkündete Baumann bei der Einweihung am Samstag.

Die Jugendlichen nutzten die Gelegenheit, sprangen gleich unermüdlich über die Hindernisse und zeigten ihr Können. Einen „Whip“ beispielsweise, bei dem das spezielle Rad mit dem kleinen Rahmen in der Luft quergelegt wird. „Das ist eine super Vorbereitung für Motocross“, freute sich Alessandro (11). Oder einen „No-Hander“ wie Moritz Zapp (25), der die Arme im Flug vom Lenker nahm und ausbreitete. Tobi Engelmann stand beim „360er“ zur Begeisterung der rund 300 Zuschauer kurz Kopf, rotierte das Rad ein anderes Mal um die eigene Achse.

Auch Lukas (12) hat sich mittlerweile ein Dirt-Bike gekauft, das im Laden zwischen 300 bis 1000 Euro kostet. Angst? Anfangs ein bisschen, sagten er, Jonas und Alessandro. Respekt und Vorsicht sei immer angebracht, betonte Baumann. „Das Risiko fährt immer mit.“ Deshalb herrscht auf dem Platz Helmpflicht.

Daran hielt sich auch der Mann, der im Anfänger-Trail stürzt. Vorsichtshalber riefen die Veranstalter das Sanka, der Verunglückte ist laut Baumann aber wieder wohlauf. Wie ist das mit der Versicherung? „Der untere Teil der Anlage ist öffentlich zugänglich, das Betreten auf eigene Gefahr“, sagte Baumann „Noch fehlt der Eintrag als Verein. Danach sind für den oberen Bereich die Mitglieder automatisch, Nicht-Mitglieder über ein Tagesticket versichert.“ Geöffnet ist täglich. Wenn keiner der Profis vor Ort ist, wird ein Teil der Strecke mit einer Kette abgesperrt. Die Stadt ist mit 45 000 Euro größter Sponsor der Anlage.     mk/ps

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