+
Leopold Göring  ist Obermeister der Zimmerer-Innung Starnberg.

Großprojekt in Starnberg

Einheimischenmodell am Wiesengrund: Zimmerer plädieren für Holzbau-Zuschüsse

  • schließen

Die Zimmerer-Innung animiert die Stadt beim Bauprojekt am Wiesengrund zum Klimaschutz. Die Handwerker wünschen sich für die 51 Reihenhausgrundstücke ökologische Vergabekriterien und Zuschüsse für Holzbauweise.

Starnberg – Das geplante Einheimischenmodell am Wiesengrund hat nicht nur die Aufmerksamkeit von 318 Bewerbern auf sich gezogen – sondern auch die der Zimmerer-Innung Starnberg. Obermeister Leopold Göring fordert die Stadt auf, beim Verkauf der 51 Grundstücke „die Klimafreundlichkeit der beabsichtigten Bauweise“ zu berücksichtigen. Konkret plädiert er im Namen der Zimmerer für die Holzbauweise. „Das ist eine der effizientesten Klimaschutzmaßnahmen überhaupt.“ Holz habe als nachwachsender Rohstoff eine viel bessere Ökobilanz als künstlich hergestellte Materialien. Der Baum binde große Mengen an CO2 statt sie freizusetzen. Selbst Geschosswohnungen könne man mittlerweile problemlos aus Holz bauen. „Das ist nur noch nicht bei der breiten Masse angekommen“, sagt Göring im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Mit seiner Empfehlung habe er sich bereits an die Stadt gewandt. Er könnte sich vorstellen, dass die Zimmerer-Innung eine Beraterrolle beim Großprojekt übernimmt. Zunächst forciert Göring aber eine Infoveranstaltung mit Bauamtsmitarbeitern und/oder Stadträten. Die Zimmerer empfehlen der Stadt, die Vergabekriterien für die Grundstücke auszuweiten. Dazu gehören aktuell schon das zu versteuernde Gesamteinkommen der Antragsteller, das Vermögen oder der Grundbesitz. Göring plädiert davor, dass vorgezogen wird, wer beim Bau CO2 einspart oder nachwachsende Rohstoffe verwendet.

Stadt München als Vorbild: Ökologische Mustersiedlung im Prinz-Eugen-Park

Außerdem schlägt er ein Förderprogramm vor, ähnlich wie das der Stadt München zur Ökologischen Mustersiedlung im Prinz-Eugen-Park. Auf dem Areal der ehemaligen Kaserne entstehen 600 Wohnungen in Holzbauweise. Jedes verbaute Kilo Holz wird bezuschusst – bei bis zu drei Geschossen mit 70 Cent, bei vier bis sieben Geschossen mit zwei Euro.

Kommunales Geld gibt es in Starnberg bisher unter anderem für Energiesparmaßnahmen, also wenn ein Gebäude energetisch saniert wird. Auch wer seine alte Heizungspumpe austauscht, kann eine Förderung beantragen. Bereits im Jahr 2012 stimmte der Stadtrat einem Kriterienkatalog zu ökologischem Bauen zu. Bei eigenen Projekten hat sich die Stadt zum Beispiel dazu verpflichtet, auf PVC-haltige Kunststoffbauteile zu verzichten oder Aluminium nicht großflächig einzusetzen.

Holzbauweise erwähnt der Katalog nicht explizit. Obermeister Göring warnt nun davor, bei einem Großprojekt eine große Chance zu vergeben. „Wir müssen irgendwann damit anfangen und uns bewusst machen, was wir unseren Kindern hinterlassen.“ Sein Motto lautet: „Was verbaut wird, soll irgendwer irgendwann wieder in den Wald schmeißen können.“

Lesen Sie auch:

318 Bewerbungen für 51 Grundstücke am Wiesengrund

Das Jahr 2019 in Starnberg: Keine Zeit zum Verschnaufen

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Zwei Einbrüche in Einfamilienhäuser im Landkreis Starnberg
In zwei Einfamilienhäuser im Landkreis Starnberg wurde am vergangenen Wochenende eingebrochen. Das meldete die Polizei am Montagnachmittag in ihrem Pressebericht.
Zwei Einbrüche in Einfamilienhäuser im Landkreis Starnberg
Dreifachmord von Starnberg: Freund des Sohnes erschoss die Familie - hier posiert er mit seinen Waffen
Nach dem Dreifachmord im bayerischen Starnberg bleibt die Frage nach dem Motiv offen. Waffennarr Max B. der seinen Freund und dessen Eltern erschoss, schweigt.
Dreifachmord von Starnberg: Freund des Sohnes erschoss die Familie - hier posiert er mit seinen Waffen
Irre Erfindung: Oberbayer bastelt aus Harley-Motoren hochwertige Espressomaschinen
Manfred Buchner baut Espressomaschinen im Harley-Motor-Design. Ein Besuch bei einem leidenschaftlichen Schrauber – und einem Mann mit Prinzipien, der oft Kaffee …
Irre Erfindung: Oberbayer bastelt aus Harley-Motoren hochwertige Espressomaschinen
Fußgängerfurten: Landratsamt stellt Stadt Frist bis Ende der Woche
Der Ärger geht weiter: Die Stadt Starnberg und der Landkreis sind sich nicht einig, ob an mehreren Stellen die Fußgängerfurten zulässig sind. Bis Ende der Woche könnten …
Fußgängerfurten: Landratsamt stellt Stadt Frist bis Ende der Woche

Kommentare