Kreisverband der Liberalen zählt 260 Köpfe

FDP hat so viele Mitglieder wie nie - Fast jeder zweite Neue ist unter 35 Jahre

Franziska Brandmann ist die Juli-Bundesvorsitzende.

„Was die FDP so sexy macht“: Diese Frage stellte die Kreisvorsitzende der Partei, Britta Hundesrügge, gestern beim traditionellen Jahresabschlusstreffen in den Vordergrund. Es war zum wiederholten Mal eine Online-Veranstaltung. 26 Teilnehmer loggten sich zu angeregten Diskussionen ein.

Landkreis – Für gute Laune sorgen die aktuellen Entwicklungen: Im Landkreis habe es das fünftbeste bayerische Ergebnis für die FDP gegeben, sagte Britta Hundesrügge, der FDP-Kreisverband habe zurzeit 260 Mitglieder, so viele wie nie zuvor. Von etwa 60 neuen Mitgliedern sei fast die Hälfte im Alter der „Jungen Liberalen“ (JuLis) bis 35 Jahre. Deren neue Bundesvorsitzende Franziska Brandmann nahm an dem Online-Treffen teil. Die 27-Jährige schien die Anwesenden immer wieder zu beeindrucken. So schon mit der Erzählung, weshalb sie einst mit ihrem Engagement begonnen habe: Die Schultoiletten seien seit 50 Jahren nicht saniert worden, das habe sie ändern wollen.

Keine Scheu vor Gegenwind: Diese Haltung schimmerte immer wieder durch. So etwa, als Hundesrügge, die auch stellvertretende Landrätin ist, zur Standortsuche für die Zusammenlegung der Krankenhäuser Seefeld und Herrsching forderte, die Menschen in den Vordergrund zu stellen, nicht die Tiere oder die Pflanzen. Vor Kritik will sie nicht mal den neuen FDP-Bundesverkehrsminister Volker Wissing bewahren: „Es kann nicht sein, dass wir zwischen Tutzing und Starnberg immer wieder durch ein Funkloch reisen.“

Brandmann machte ebenso klar, dass sie Widerständen trotzen will. So etwa bei der sozialen Marktwirtschaft: Sie wünsche klare Abgrenzung „zu radikalen Personen, die durch die Straßen gehen und einen Systemwandel fordern und denen, die dem sozialen Aufstieg eine rote Karte zeigen“. Oder beim Thema Freiheit: Um Verhältnismäßigkeit müsse ständig gerungen werden. „Führt ein Feuerwerks-Verkaufsverbot wirklich zum Ende der Pandemie?“, fragte sie.

Britta Hundesrügge ist die FDP-Kreisvorsitzende.  

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Ein zentrales Problem bewegte alle bei diesem Treffen: Der Anteil der Frauen ist zu niedrig – dieses Thema zog sich wie ein roter Faden durch etliche Redebeiträge. Mit 14 bis 18 Prozent sei dieser Anteil bei vielen Kreisverbänden viel zu gering, kritisierte Landtags-Vizepräsident Wolfgang Heubisch. Die FDP im Landkreis – der aktivste Kreisverband, den er kenne – bilde auch in dieser Hinsicht eine Ausnahme. Brandmann formulierte es so: „Wir werden sehr oft als Männerpartei wahrgenommen.“

Schließlich gab es noch eine Diskussion über den stellvertretenden FDP-Bundesvorsitzenden Wolfgang Kubicki. Wolfram von Rhein bezeichnete Kubicki als „untragbar“. Die Teilnehmer der Runde bezogen dies vor allem auf eine Bemerkung Kubickis, der den Vorsitzenden des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, in einer TV-Sendung als „Saddam Hussein der Ärzteschaft“ bezeichnet hatte. Brandmann sagte, sie habe Kubicki widersprochen, er habe sich entschuldigt, sie habe das Gefühl, er sei bereit, Kritik anzunehmen. Noch deutlicher brach Heubisch eine Lanze für den Gescholtenen. Er sei ein Zugpferd der FDP: „Die liberale Partei hält auch einen Wolfgang Kubicki aus.“   nz

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