Pressegespräch Starnberger Westumgehung
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Blick auf die Westumfahrung samt Grünbrücke: Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger (l.) und Altlandrat Heinrich Frey freuen sich, wenn die Straße eröffnet ist. Eine echte Entlastung Starnbergs werde sie aber nur zusammen mit dem Tunnel bringen.

Verkehrsentwicklung

„Die Westumfahrung hat viele Väter“

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Wenige Tage vor Eröffnung der Westumfahrung haben Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger und Altlandrat Heinrich Frey am Dienstag an die Historie des Projekts erinnert – und gleichzeitig betont, dass die Straße ihre volle Entlastungswirkung erst zusammen mit dem B 2-Tunnel entfalten werde.

Starnberg – Wenn sich Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger und Altlandrat Heinrich Frey zusammentun, die Presse einladen und gemeinsam Stellung beziehen, dann dürfte es um ein wichtiges Thema gehen. Und so sprachen die beiden am Dienstag über eines der bedeutenden aktuellen Starnberger Verkehrsprojekte – die bevorstehende Eröffnung der Westumfahrung – und warnten schon mal vor einer „Geschichtsklitterung“, wie es Frey nannte.

Die beiden gehen nämlich davon aus, dass Bürgermeisterin Eva John und ihre Unterstützer von der Bürgerinitiative Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel die Eröffnung der Straße als ihren Erfolg reklamieren wollen. „Die Westumfahrung hat aber viele Väter, die das Projekt mit Verve betrieben haben“, sagte Frey.

Erste politische Überlegungen habe es bereits in den 1980er Jahren im Zusammenhang mit der Würmtalparallele gegeben, erklärte Pfaffinger mit Blick in die Chronik. In den 1990er Jahren sei es dann ein Antrag von CSU und Bürgerliste (BLS) im Stadtrat gewesen, der eine Straße westlich von Starnberg bis zur Waldkreuzung zum Ziel hatte. Erste konkrete Planungsüberlegungen seien im Oktober 2000 gefolgt nach Gesprächen des damaligen Bürgermeisters Heribert Thallmair und des damaligen Landrats Frey mit dem damaligen bayerischen Innenminister Günther Beckstein. Es folgten Gespräche, Gutachten, Sitzungen, Planungen und Umplanungen, ehe die Regierung von Oberbayern im Januar 2013 den endgültigen Planfeststellungsbeschluss erließ, sozusagen die Baugenehmigung für die Straße.

Es seien 13 harte Jahre gewesen, erinnerte sich Pfaffinger, der seit 2002 als Bürgermeister in entscheidender Position dabei war. „Danach sind wir in die Vertragsverhandlungen mit den Grundstückseigentümern gestiegen.“ Bis zu seinem freiwilligen Ausscheiden aus dem Rathaus und dem Amtsantritt von Eva John im Mai 2014 seien die Vertragsinhalte mit den mehr als 30 Eigentümern „komplett ausgehandelt“ gewesen, was Kaufpreis oder Grundstückstausch anbelangt, sagte Pfaffinger. Rund ein Drittel der Verträge sei auch schon notariell beurkundet gewesen. Vor dem Hintergrund mute es geradezu eigenartig an, Eva John als Schöpferin der Westtangente bezeichnen zu wollen, sagte Heinrich Frey.

Auch was die Bedeutung der rund 3,5 Kilometer langen Straße betrifft, haben die beiden eine klare Meinung. „Die Westtangente war nie als Teil einer Umfahrung gedacht“, betonte Pfaffinger. Im Gegenteil: Schon in einem Verkehrsgutachten von 2001 sei die Rede davon gewesen, dass die maximale Verkehrsentlastung Starnbergs erst durch das Zusammenwirken von Westumfahrung und B 2-Tunnel möglich werde. Auch der Planfeststellungsbeschluss stelle diesen Zusammenhang her.

Schließlich wird ein Teil der Fahrzeuge, die künftig die Westumfahrung nutzen, zwar aus der Hanfelder Straße verschwinden, dafür jedoch auf Weilheimer und Hauptstraße auftauchen, wenn sie zur A 95 wollen oder von dort kommen. „Eine echte Entlastung bringt die Westumfahrung erst mit dem Tunnel“, betonte Frey. „Wir haben mit der Westumfahrung etwas Wichtiges geschafft“, sagte Pfaffinger. „Entscheidendes ist aber erst dann erreicht, wenn der Tunnelbohrer angefangen hat zu arbeiten.“

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