FFP2-Masken sind in Bayern ab heute Pflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. Foto: Friso Gentsch/dpa
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FFP2-Masken sind in Bayern ab heute Pflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen.

FFP2-Maskenpflicht

Rat zur Rasur

  • Michael Baumgärtner
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Ab heute gilt in Bayern eine FFP2-Maskenpflicht in ÖPNV und Handel. Starnbergs Klinikchef Dr. Thomas Weiler gibt Empfehlungen für Bartträger.

Landkreis – Ab heute gilt in ganz Bayern: Im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) und im Handel müssen zur Eindämmung des Covid-19-Infektionsgeschehens alle Bürgerinnen und Bürger ab 15 Jahren eine sogenannte FFP2-Maske tragen. Wer sich nicht an diese Änderung der 11. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung hält und keine oder nur eine bis dato ausreichende Alltagsmaske benutzt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Eine Gruppe hat damit allerdings ein Problem: die Bartträger.

Dr. Thomas Weiler begrüßt die Maßnahme grundsätzlich. „Das ist ein weiterer Schritt nach vorne. Vor allem im öffentlichen Nahverkehr bieten die FFP2-Masken einen viel besseren Schutz“, sagt der Chef der Starnberger Kliniken. Weiler weiß aber auch, dass Bartträger damit ein gewisses Problem haben. „Damit die Maske wirksam ist, muss sie an allen Endflächen dicht sein. Sie muss sich der Kontur des Gesichts anpassen und unter dem Kinn abschließen“, erklärt der Mediziner, der selbst einen Kinnbart trägt und somit genau weiß, welche Schwierigkeiten Männer mit Gesichtsbehaarung haben. Um selbst bestmöglich geschützt zu sein und seine Mitmenschen zu schützen, rasiert Weiler seinen Bart täglich gründlich aus. „Ich bin dort bartfrei, wo die Maske anliegt. Sonst hatte ich häufig einen Dreitagebart, der aber kommt nun täglich weg.“

Was aber sollen seiner Meinung nach Männer tun, die einen üppigen Vollbart tragen? „So hart es klingt“, sagt Dr. Weiler, „der Rauschebart müsste ab.“ Aber genau das kommt für Ernst Deiringer nicht in Frage. „Eine Rasur ziehe ich nicht in Erwägung“, sagt der Vorsitzende des Energiewendevereins Seefeld, der einen imposanten Vollbart sein Eigen nennt. „Zum Schutz der Mitbürger sehe ich da für mich nur die Möglichkeit, die Kontakte noch konsequenter zu reduzieren, nach Möglichkeit nicht mit dem ÖPNV zu fahren, beim Einkaufen möglichst großen Abstand zu halten und den Aufenthalt in geschlossenen Verkaufsräumen sehr kurz zu halten“, erklärt Deiringer seine Strategie. Ähnlich äußert sich Vollbartträger Günter Schorn, Vorsitzender des Bund Naturschutz im Landkreis Starnberg: „Die Verwendung von FFP2-Masken muss ich noch ausprobieren, meinen Bart werde ich aber bestimmt nicht abrasieren. Und ich werde möglichst nicht mehr in Bereiche gehen, in denen das Tragen dieser Maske Pflicht ist.“

Dass man sich als Bartträger einem höheren Infektionsrisiko aussetzt, hat Dr. Weiler bereits hautnah miterlebt. Der Klinikchef erzählt von einem Mitarbeiter am Starnberger Klinikum, der sich während des Ramadan (Fastenmonat der Muslime) im Frühjahr des vergangenen Jahres einen Vollbart wachsen ließ und sich prompt mit dem Coronavirus infizierte. Eine gesetzliche Pflicht zur Rasur schließt Weiler aber aus: „Das würde natürlich viel zu weit führen.“ Im Endeffekt müsse das jeder Bartträger mit sich selbst ausmachen, denn „solange alle anderen eine FFP2-Maske tragen, gefährdet man nur sich selbst“.

Neben der guten Anpassbarkeit an die Gesichtskonturen ist für Weiler das Hauptkriterium einer geeigneten Maske „die Qualität des Materials. Da gibt es große Unterschiede“, selbst wenn die Masken die offiziellen Zertifizierungen haben. Er zum Beispiel hat professionelle Schutzmasken von 3M, „die haben an den Rändern zusätzlich noch einen Schaumstoffaufsatz, wodurch ich die Maske genau an das Gesicht modellieren kann“. Das sei aber für den Alltagsgebrauch nicht zwingend notwendig. „Ich gehe ja ständig in Covid-Bereiche mit vielen infizierten Leuten.“ Zum Einkaufen und Busfahren reichten die im Handel angebotenen FFP2-Masken allemal aus. „Die sind tausendmal besser als die Stoffmasken“, versichert Weiler. Schließlich würden sie 96 Prozent der Viren zurückhalten.

Der Klinikchef empfiehlt, sich mehrere Exemplare zuzulegen. Wenn man die FFP2-Masken nicht den ganzen Tag über tragen muss, sondern nur kurz zum Einkaufen, dann „kann man die durchaus mehrere Tage abwechselnd benutzen“, sagt Weiler. Sein Tipp: „Die benutzte Maske zwei Tage lang ans Fenster legen, wo sie auch UV-Strahlung ausgesetzt ist, und dann wieder verwenden.“ Das gilt sowohl für Bartträger als auch für Glattrasierte.

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