Die schöne Atmosphäre bei den Open-Air-Abenden im Starnberger Seebad war wegen des Dauerregens im August rar.
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Die schöne Atmosphäre bei den Open-Air-Abenden im Starnberger Seebad war wegen des Dauerregens im August rar.

Filmfestival trotzt den Widrigkeiten

Fünf-Seen-Filmfestival-Leiter zieht Bilanz

  • Tobias Gmach
    VonTobias Gmach
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Rund 14 000 Besucher lockte das Fünf-Seen-Filmfestival im zweiten Corona-Jahr an, genauso viele wie im ersten. Sie sahen mehr als 150 Filme aus aller Welt. Auch wenn das miese Wetter einige Open-Air-Vorstellungen zunichte machte, ist Festivalleiter Helwig sehr zufrieden.

Landkreis – „Es misst sich nicht immer alles in Zahlen“, sagt Matthias Helwig. Dabei sind sie für einen Festivalleiter wie ihn so wichtig, ein echter Gradmesser, auch im Vergleich zur Konkurrenz. 2019 hatte Helwig bei seinem Fünf-Seen-Filmfestival (FSFF) im Landkreis noch einen neuen Publikumsrekord gefeiert: 21 000 Besucher. Und dann kam Corona. Doch trotz der widrigen Bedingungen lockte das FSFF auch im Jahr 2020 immerhin 14 000 Besucher an. Eine Zahl, die die Organisatoren nun auch für die 15. Auflage vermeldeten, welche am Dienstagabend mit der Preisverleihung zu Ende ging. „Es sind viele Menschen zusammengekommen, um Kino zu erleben“, sagte Helwig gestern, am Tag danach. Das sei für ihn in diesen Zeiten erst mal die Hauptsache.

Mehr als 150 Filme, rund 100 Filmgäste, unter anderem aus Österreich, der Schweiz, Griechenland und Frankreich, ein Filmgespräch am See mit Senta Berger und Michael Herbig, die Verleihung des Hannelore-Elsner-Preises an die viel gefeierte österreichische Schauspielerin Birgit Minichmayr, ein beschwingter Eröffnungsabend mit 500 Gästen im Starnberger Seebad: Insgesamt kann Helwig viele Höhepunkte aus den vergangenen 14 Tagen aufzählen. Seine Bilanz fällt positiv aus. „Trotz schwieriger Bedingungen durch Corona und des völlig verregneten Kino-Open-Airs konnten wir ein tolles Ergebnis erzielen.“ Finanziell sei „alles im grünen Bereich“. Man habe im Vorfeld schon mit etwas weniger Besuchern kalkuliert. Die Organisatoren konnten coronabedingt schließlich nur 30 bis maximal 60 Prozent der Plätze in den Kinos Starnberg, Gauting, Seefeld und Weßling besetzen.

Besonders gut liefen die Filme „Der Hochzeitsschneider von Athen“, „Die Unbeugsamen“, „The Father“, „Aware – Reise in das Bewusstsein“ und „Der Rosengarten von Madame Vernet“. Gefragt waren auch die beiden Vorstellungen von „Willkommen bei den Hartmanns“ mit dem Stargast Senta Berger.

Gestern schrieb Helwig noch Abrechnungen und delegierte seine Mitarbeiter beim Abbau. „Und ich muss mich jetzt wieder um die Kinos kümmern“, sagte der 61-Jährige. Das Alltagsgeschäft ruft – mit 3G-Regel. In diesem Zusammenhang hat der Kinochef schon festgestellt: „Für die einen geht sie zu wenig weit, für die anderen geht sie schon zu weit.“ Trotz der Widrigkeiten ist Helwig fest davon überzeugt, dass es auch 2022 wieder ein Fünf-Seen-Filmfestival geben wird. „Vielleicht ist dann ja mal wieder Sommer in Bayern.“

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