In Wartestellung: Wann und ob überhaupt die Saison in der Football-Bayernliga für die Starnberg Argonauts losgeht, entscheidet sich in knapp zwei Wochen.
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In Wartestellung: Wann und ob überhaupt die Saison in der Football-Bayernliga für die Starnberg Argonauts losgeht, entscheidet sich in knapp zwei Wochen.

American Football

Starnberg Argonauts zwischen Hoffen und Bangen

  • vonChristian Heinrich
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In knapp zwei Wochen entscheidet sich, ob die Footballer der Starnberg Argonauts heuer in eine reguläre Spielzeit gehen können. Angesichts der Corona-Lage droht aber erneut eine verkürzte Saison ohne Auf- und Absteiger.

Starnberg – Bis zum Stichtag am 15. Mai sind noch knapp zwei Wochen hin. Dann entscheidet es sich, ob und wie der American-Football-Verband Bayern den Spielbetrieb in diesem Jahr aufnimmt. Enden bis zu diesem Termin die durch den Lockdown verfügten Kontaktbeschränkungen, können auch die Starnberg Argonauts die kommende Saison planen. „Wenn wir wieder Vollkontakt-Training machen dürfen, können wir in sechs bis acht Wochen wieder loslegen“, sagt Ludwig Kastenmeier. Er ist optimistisch, dass dann noch eine komplette Runde für den Bayernligisten möglich ist.

Macht die Politik dem Starnberger Abteilungsleiter jedoch einen Strich durch die Rechnung, droht wieder ein Zustand wie im vergangen Jahr. Zwar existieren Pläne, eventuell noch eine verkürzte Saison durchzuziehen, wenn das zeitnah möglich ist, doch einen sportlichen Aussagewert hat das Projekt dann nicht mehr. „Es gäbe keinen Aufsteiger oder Absteiger“, erklärt Kastenmeier. Freundschaftsspiele oder Turniere werden bei fortschreitender Impfung der Bevölkerung sicherlich irgendwann erlaubt sein, aber der reguläre Spielbetrieb bleibt erneut ausgesetzt. „Jeder muss sehen, wie er das dann anpackt“, sagt Kastenmeier.

Er selbst hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn seine Mannschaft noch die eine oder andere Partie im Stadion am Riedener Weg bestreiten könnte. In diesem Jahr jährt sich die Gründung der Sparte zum 40. Mal. Als Reminiszenz der Argos an das erste Spiel ihrer Gründerväter am 4. Oktober 1981 gegen die Munich Cowboys würde Kastenmeier gerne Ende September, Anfang Oktober ein Jubiläumsspiel bestreiten. Auf dieses Highlight bereiten sich die Argos seit einigen Wochen vor. Aber allein mit Online-Training lassen sich die starken Männer nicht mehr bei Laune halten. Das funktionierte noch im vergangenen Jahr, als der Reiz des Neuen die Recken für sich einnahm. Und noch ein Problem kündigt sich an: Sind die Spieler nach Wochen des Müßiggangs überhaupt noch zu beinhartem Mannschaftstraining bereit?

Heute kann Kastenmeier nicht sagen, ob sein Kader, der auf dem Papier 35 Akteure zählt, in Wirklichkeit diese Zahl noch hergibt. „Das wird sich erst herausstellen, wenn wir wieder auf dem Platz stehen“, sagt das Oberhaupt der Starnberger Footballer. Aber auch er rechnet damit, dass der eine oder andere Spieler wegfallen wird, weil er sich seit dem vergangenen Jahr beruflich oder privat anders orientiert hat. Auf der anderen Seite verzeichneten die Argos auch den einen oder anderen Neuzugang. An die Konkurrenz aus der 1. und 2. Bundesliga, die vom Bayerischen Innenministerium einen Leistungssport-Status verliehen bekommen hat und deshalb ganz normal ihre Saison ausrichten dürfen, verloren die Argonauts nur einen einzigen Jugendlichen, der sein Glück in Fürstenfeldbruck versuchen will.

Sobald das Training auch in den Spielklassen unter den Bundesligen wieder erlaubt ist, möchte Kastenmeier die Vorbereitung aufnehmen. Er rät zu einem vernünftigen Vorgehen: „Unter sechs Wochen geht gar nichts.“ Anders als die Sportmediziner des Bayerischen Fußball-Verbands, die eine Vorbereitung von drei Wochen für vollkommen ausreichend erachten, sieht er nach der langen Spielpause ein zu großes Risiko für seine Spieler. Bestätigt fühlt er sich durch die Statistiken aus der National Football League (NFL), die für die vergangene Saison eine exorbitant hohe Zahl von Verletzten ermittelte, weil die Vereine zu schnell in die Saison starteten. „Je länger die Pause dauert, umso gefährlicher wird es für jeden Verein“, warnt Kastenmeier. Bis zum ersten Kick-off wird wohl noch einige Zeit vergehen.

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