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Trauer um ehemaligen Vizebürgermeister: „Er hat der Stadt gutgetan“

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Von: Peter Schiebel

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Fritz Peter Specht gehörte 30 Jahre lang dem Stadtrat an.
Fritz Peter Specht gehörte 30 Jahre lang dem Stadtrat an und war zwölf Jahre lang Vizebürgermeister. © privat

Der frühere Starnberger Vizebürgermeister Fritz Peter Specht ist tot. Er starb, wie am Wochenende bekannt wurde, bereits am 15. März im Alter von 85 Jahren. Specht hatte 30 Jahre lang dem Stadtrat angehört.

Starnberg – Er war zwölf Jahre lang Vizebürgermeister. Ihn aber bloß als „zweiten Mann“ zu bezeichnen, würde ihm nicht ansatzweise gerecht werden. Zwischen 1990 und 2002 verbrachte Fritz Peter Specht fast jeden Tag im Starnberger Rathaus und hielt dem damaligen Bürgermeister Heribert Thallmair den Rücken frei. „Er war ein Ruhepol im Rathaus, ein treuer und loyaler Partner“, sagt Thallmair. Nun ist Fritz Peter Specht tot. Wie am Wochenende bekannt wurde, ist er bereits am 15. März im Alter von 85 Jahren nach langer Krankheit gestorben.

„Er ist zu Hause friedlich im Kreis der Familie eingeschlafen“, sagt sein Sohn Alexander Specht (56). Zeitlebens habe die Familie ein „sehr sehr gutes Verhältnis gehabt“. Für ihn selbst sei sein Vater ein „sehr prägender und toller Mensch“ gewesen.

Geboren am 5. Juni 1937 in Berlin, verließen seine Eltern im Jahr 1941 die Hauptstadt und zogen zunächst in die Schweiz, wo Spechts Mutter her stammte. Es war eine weise Entscheidung, den Gräueln des Krieges zu entfliehen. Und ebenso weise war es, 1946 nach Starnberg zu ziehen. Denn die Stadt am See wurde Fritz Peter Specht schnell zur Heimat. Schlossbergschule, 1958 Abitur auf dem Humanistischen Gymnasium Pasing, Jura-Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität – Spechts Ausbildung verlief geradlinig. Und in Starnberg lernte er auch die Liebe seines Lebens kennen: Gabriele Aufleger, die alle nur Lela nennen. 1962 heiratete das Paar.

1964, nach dem ersten Staatsexamen, trat Specht in den Staatsdienst ein, wo er später persönlicher Referent von Staatsminister Franz Heubl wurde und schließlich in die Staatskanzlei unter Ministerpräsident Franz Josef Strauß wechselte. Dort ließ sich Specht 1990 als Ministerialrat beurlauben, nachdem ihn der Starnberger Stadtrat zum Zweiten Bürgermeister gewählt hatte.

Zu der Zeit war er bereits ein erfahrener Kommunalpolitiker, der seit 1972 dem Stadtrat angehörte – nun wollte er mit ganzer Kraft für seine Stadt da sein, zumal Heribert Thallmair zahlreiche andere Verpflichtungen hatte. Bis 2002 hielt Specht dem Bürgermeister den Rücken frei. „Er war ein Teamplayer und hat sich nie in den Vordergrund gespielt“, sagt Thallmair. Specht sei als Zweiter Bürgermeister „außerordentlich gewesen“, sagt Gerd Weger, ein langjähriger Weggefährte des Verstorbenen. „Einen besseren Zweiten Bürgermeister hätte man sich nicht wünschen können. Er hat der Stadt gutgetan.“

Spechts Bilanz ist beachtlich. Als er vor einigen Monaten einmal die Projekte auflistete, an deren Verwirklichung er mit Erfolg mitwirken konnte, kam eine DIN-A4-Seite mit Stichpunkten heraus: vom Bau der Schlossberghalle über die Ortsumgehung Hanfeld bis zur Partnerschaft mit Dinard. Schon bei der Vereinsgründung der Freunde von Dinard 1980 war Specht dabei, im vergangenen Jahr wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Thallmair nennt noch zwei weitere wichtige Themen: die Gebietsreform in den 1970er-Jahren und der Bau des Bahnhof Nord. 2012, nach 30 Jahren im Stadtrat, schied Fritz Peter Specht aus der Kommunalpolitik aus. Der CSU gehörte er knapp 60 Jahre an.

Dass er aufgrund seiner Verdienste im Jahr 2019 mit der Bürgermedaille der Stadt Starnberg ausgezeichnet wurde, war nur folgerichtig. Ihm gehe diese Ehrung „sehr nahe“, sagte Specht damals mit der ihm eigenen Bescheidenheit. Er sei dankbar, dass seine Heimatstadt ihn mit „dieser wundervollen und wertvollen Auszeichnung“ ehre. Das Requiem für Fritz Peter Specht findet heute, Dienstag, um 14 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Maria statt. Specht hinterlässt seine Frau (82), die Kinder Sabine und Alexander sowie drei Enkel und drei Urenkel. Der jüngste Urenkel, Frido. kam einen Tag nach Spechts Tod auf die Welt.

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