Im Sternenhimmel: Maximilian Moser (in schwarzer Kochjacke) mit seinen Mitarbeitern Sven Michalski, Corinna Traynor, Antonio Dörfler, Martina Amann, Maximilian Geiger, Tino Block, Tobias Keuer und Robert Kraft (v.l.). Foto: svj

Aubergine glänzt am Sternenhimmel

Starnberg - Mehr als 30 Jahre ist es her, dass der Name Starnberg am gastronomischen Sternehimmel funkelte. Jetzt hat das Restaurant Aubergine den Glanz zurückgebracht.

Der Restaurantführer Guide Michelin adelt den geschmackvoll eingerichteten Gourmettempel in seiner aktuellen Ausgabe mit einem von insgesamt drei möglichen Sternen (wir berichteten). Dabei ist das jüngste Kind des Hotels Vier Jahreszeiten eben erst den Windeln entwachsen. Vor gerade einmal zwei Jahren hat es seine Pforten geöffnet. Auch zwei Wochen nach der überraschenden Ehrung ist die Freude in dem Haus an der Münchner Straße greifbar.

Drehen wir den Uhrzeiger etwas zurück: Am 6. November widmen die meisten deutschen Küchenchefs zur Mittagszeit ihre Aufmerksamkeit vor allem dem Internet. Auch Maximilian Moser sitzt in seinem Büro neben der Küche des Starnberger „Vier Jahreszeiten“ am Laptop. Während er auf der Homepage des Guide Michelin die gerade freigegebene Seite mit den erstmals ausgezeichneten Sterne-Restaurants scrollt, bleibt sein Augenpaar an einer nüchternen Zeile hängen: Starnberg - Aubergine - BY. „Das sind doch wir!“ schießt es ihm durch den Kopf. Er kann es kaum fassen. „Ich hätte nie gedacht, dass wir einen Stern so schnell bekommen“, räumt er ein. Überraschung pur.

Der 29-Jährige ist gerade einmal ein Jahr Chef der Küchencrew des Vier-Sterne-Superior-Hotels am Starnberger See. Er weiß, die Auszeichnung ist der Erfolg des gesamten Teams. Und dazu zählt er auch seinen Vorgänger Michael Schneider. „0hne ihn wäre das alles nicht möglich gewesen“, bekennt er.

Schneider hatte beim Stehempfang zur Eröffnung des Gourmetlokals im Dezember 2012 die Latte hoch gelegt. Innerhalb von zwei Jahren, so lautete damals sein eigener Anspruch, wollte er den neuen Gourmettempel im Sternenhimmel sehen. Eine enorme Herausforderung. Ein halbes Jahr nach der Eröffnung holte Schneider Moser zur Verstärkung zurück ins Team.

Der gebürtige Münchner Moser hatte nach der Kochausbildung im Dallmayr eine erste Anstellung beim Stanglwirt in Going bei Kitzbühel ergattert. Nach einem Engagement im schweizerischen Bern zog es Moser zurück in die bayerische Metropole. Dort war er unter Mario Gamba im hochdotierten „Aquarello“ tätig. 2006 war er dann Mitglied der ersten Küchenbrigade des neu eröffneten „Vier Jahreszeiten“ in Starnberg. Weitere Erfahrungen sammelte er danach im „Arosa“ in Kitzbühel und im am Frankfurter Ring in München errichteten Hotel Leonardo. Dann folgte der Ruf zurück an den Starnberger See.

Die Nachricht vom ersten Stern für das „Aubergine“ hat sich in Starnberg und Umgebung schnell herumgesprochen. Alexander Kirschke (Director of Sales & Marketing, wie er sich im Branchenjargon nennt) ist mehr als zufrieden. Die Nachfrage ist sprunghaft gestiegen. Vor allem an den Wochenenden ist das „Aubergine“ seitdem komplett ausgebucht. Ohne Reservierung geht da gar nichts.

Aber im Hause selbst ist Bescheidenheit angesagt. Die für ein Restaurant dieser Klasse moderaten Preise - 64 Euro fürs Fünf-Gänge- und 74 Euro fürs Sechs-Gänge-Menü, jeweils plus Amuse Bouche sowie Kaffee und Petits Fours - sollen stabil bleiben, verspricht Kirschke. Der erste Stern hat die Herausforderung für Maximilian Moser und sein Team noch erhöht. „Bisher konnten wir unsere Gäste überraschen, jetzt kommen sie mit einer Erwartungshaltung, und wir müssen sie überzeugen“, weiß der Chefkoch.

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