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Eva John ist seit 2014 Bürgermeisterin der Stadt Starnberg.

Bürgermeisterwahl

„Ich werde kandidieren“: Eva John tritt 2020 wieder an

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Starnbergs Bürgermeisterin Eva John tritt bei der Kommunalwahl 2020 wieder an. Mit ihr stehen bewerben sich damit mindestens acht amtierende Bürgermeister im Landkreis um eine weitere Amtszeit.

Landkreis/Starnberg – Starnbergs Bürgermeisterin Eva John wird sich bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 für eine weitere sechsjährige Amtszeit bewerben. „Ich werde kandidieren“, sagte die 51-Jährige im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Nicht mehr anzutreten, sei „keine ernsthafte Überlegung“ gewesen. „Dafür mache ich die Arbeit viel zu gerne.“ 

Für Eva John wird es damit die insgesamt dritte Bürgermeisterwahl. 2008 war sie – damals noch als Kandidatin der CSU – gegen Amtsinhaber Ferdinand Pfaffinger bereits im ersten Wahlgang unterlegen. 2014 triumphierte sie dann als gemeinsame Kandidatin von Bündnis Mitte Starnberg (BMS), Bürgerliste (BLS), Wählergemeinschaft Pro Starnberg (WPS) und FDP gegen ihren CSU-Kontrahenten Ludwig Jägerhuber.

Spätestens nachdem John ihre anfängliche Mehrheit im Starnberger Stadtrat verloren hat, sind die Sitzungen von teils harten Auseinandersetzungen zwischen der Bürgermeisterin und weiten Teilen des Gremiums geprägt. Vor allem aus Reihen von CSU, Grünen, UWG, SPD und Parteifreien hagelt es regelmäßig Kritik an der Amtsführung Johns. Kritiker bemängeln vor allem einen nicht ausreichenden Informationsfluss und eine Verschleppung bei der Umsetzung von Anträgen. Bisheriger Höhepunkt der Auseinandersetzung war die Kommunalverfassungsklage, die der Stadtrat im vergangenen Jahr gegen die Bürgermeisterin angestrengt hatte und bei der es um die Einsicht in ein Gutachten ging. John musste im Verwaltungsgericht auf der Seite der Beklagten Platz nehmen. Das Gericht stellte das Verfahren zwar ein, mahnte aber beide Parteien zur Zusammenarbeit.

Unabhängig davon ist eine Disziplinarklage gegen Eva John anhängig. Auch dabei geht es um das Informationsrecht des Stadtrats und den Umgang der Bürgermeisterin mit Beschlüssen. Die Landesanwaltschaft sah nach monatelangen Ermittlungen „eine Vielzahl von Vorwürfen“ und Dienstvergehen als erwiesen an und strengt eine Kürzung der Dienstbezüge der Bürgermeisterin an. Einen Termin für die Gerichtsverhandlung gibt es noch nicht.

Johns Unterstützer hingegen preisen die Bürgermeisterin als eine, die anpackt. „Sie krempelt die Ärmel hoch statt das Nichtstun fortzusetzen“, lobte sie etwa WPS-Chef Professor Günther Picker im vergangenen Herbst.

Mit Johns Ankündigung werden sich damit im Landkreis kommendes Jahr acht amtierende Bürgermeister erneut zur Wahl stellen: Bernhard Sontheim (FW) in Feldafing, Christian Schiller (unabhängig) in Herrsching, Rainer Schnitzler (PWG) in Pöcking, Manfred Walter (SPD) in Gilching, Walter Bleimaier (CSU) in Inning, Dr. Brigitte Kössinger (CSU) in Gauting und Christel Muggenthal (SPD) in Wörthsee. „Viele Dinge, die man vorbereitet und plant, dauern ihre Zeit“, sagt etwa die seit 2014 amtierende Brigitte Kössinger. „Und dann macht es Spaß, ernten zu dürfen. Zwei Wahlperioden sind gut. Nach zwölf Jahren sollten andere ans Ruder kommen.“

Für Wolfram Gum (Seefeld), Rupert Monn (Berg), Michael Muther (Weßling) und Anna Neppel (Andechs) ist dagegen im nächsten Frühjahr Schluss. Sie kandidieren nicht mehr. Das gilt auch für Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch. Noch offen ist, ob Christine Borst in Krailling für eine weitere Amtsperiode antritt. In Tutzing wird 2020 nur der Gemeinderat, aber nicht der Bürgermeister neu gewählt. Marlene Greinwald hat dort erst vor einem Jahr die Nachfolge des verstorbenen Rudolf Krug angetreten. Landrat Karl Roth (CSU) macht bisher noch ein Geheimnis daraus, ob er sich im kommenden Jahr den Bürgern noch einmal zur Wahl stellt.

Derweil laufen 14 Monate vor dem Wahltermin bei vielen Parteien und Gruppierungen die Diskussionen auf Hochtouren, wer sich ansonsten für die Bürgermeisterposten bewirbt. Bislang haben lediglich Elke Link in Berg und Roland von Rebay in Weßling öffentlich den Hut in den Ring geworfen.

Von besonderem Interesse ist die Situation in Starnberg, wo die Mehrheitsopposition im Stadtrat alles versuchen dürfte, einen aussichtsreichen Gegenkandidaten gegen Eva John in Stellung zu bringen. „Wir befinden uns in Gesprächen mit Kandidaten und Gruppen, parteiübergreifend“, sagte CSU-Vorsitzender Stefan Frey gegenüber dem Starnberger Merkur, ohne Details zu nennen. „Ich hoffe, dass wir bis Anfang Februar die wesentlichen Gespräche geführt haben.“

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