Repair-Café völlig überlaufen

Starnberg - Kaum noch ein Platz war frei am Samstag im Starnberger Ilse-Kubaschwewski-Haus. Menschen mit allen möglichen Geräten drängelten sich beim zweiten Repair-Café. Etwa eine Stunde nach Beginn wurde die Anmeldung bereits geschlossen.

Mit diesem Andrang, der noch viel größer als beim ersten Mal war, hatten die Organisatoren vom Starnberger Seniorentreff nicht gerechnet. Nummern wurden ausgegeben; nicht wenige, die mit defekten Geräten gekommen waren, warteten lange geduldig, bis sie in der Cafeteria oder im Obergeschoss an die Reihe kamen. Mehrere Nähmaschinen wurden diesmal gebracht, Mixer, Tonbandgeräte, ein DVD-Laufwerk, eine alte Uhr mit Pendel, eine Lampe im Jugendstil, Holzspielzeug. Eine Fundgrube für Nostalgiker.

„Wir sind völlig überfordert“, gestand Initiator Hans Peter Stoehrel. Das meinte er weniger fachlich als personell. „Wir könnten viel mehr Reparateure brauchen“, sagte er, wohl schon ans nächste Repair-Café am 13. Dezember denkend. Welche Fachrichtung? „Alles“, sagte er.

Stoehrel selbst ist Bauingenieur, er hat ein Forschungsinstitut geleitet. Einige Geräte, die schon beim ersten Mal repariert worden waren, wurden auch diesmal wieder herbeigeschafft, weil sie erneut nicht funktionierten. So auch ein altes Röhrenradio, das zum Auftakt instandgesetzt worden war. Wieder wurde die Geschichte zum Besten gegeben, wie es beim vorigen Mal in Anwesenheit der offenkundig erschrockenen Bürgermeisterin Eva John einen Knall gegeben hatte und eine Dampfwolke aufgestiegen war.

Im Anblick eines uralten Föns, einer elektrischen Zahnbürste und eines Mehrfachsteckers kamen Diskussionen auf, ob die Reparatur bei allen Geräten auch wirklich lohnte. „Kaufmännisch lohnt sich’s nicht“, murmelte Maz Grimm aus Gauting, bevor er sich wieder engagiert einem DVD-Laufwerk zuwandte. „Wir sind süchtig“, witzelte Ulrich Irrgang, der aus Tutzing zum Helferkreis gestoßen war: „Wir haben das Helfersyndrom.“ In manchen Fällen wussten zwar die Reparateure auch nicht so recht, wie sie die Sache anpacken sollten. Aber mit Engelsgeduld suchten sie nach den Ursachen für den jeweiligen Defekt.

Wenn der Fehler behoben war, lächelten sie sichtlich zufrieden - genau wie der Besitzer des jeweiligen Geräts. Einer der älteren Helfer störte sich am Wort Repair-Café. „Wir wollen doch Qualitätsarbeit abliefern“, sagte er. Dazu schien ihm die englische Bezeichnung ganz und gar nicht zu passen.

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