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Jäger sichten weniger Wildschweine - Rückgang der Population

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Von: Michael Stürzer

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Im vergangenen Jagdjahr sind im Landkreis Starnberg vergleichsweise wenig Windschweine gesichtet worden.
Im vergangenen Jagdjahr sind im Landkreis Starnberg vergleichsweise wenig Windschweine gesichtet worden. © Fredrik von Erichsen

Im Jagdjahr 2021/22, das bis März ging, sind etwa so viele Wildschweine im Landkreis geschossen worden wie im Vorjahr – und damit vergleichsweise wenige. Insgesamt sehen die Jäger einen Rückgang der Population.

Landkreis – Im Landkreis scheint es weniger Wildschweine zu geben als noch vor einigen Jahren. Die Streckenliste für das Jagdjahr 2021/2022 belegt, dass im Vergleich zum Vorjahr fast genauso viele Wildschweine geschossen wurden, aber weniger nach Verkehrsunfällen verendeten. Normalerweise wechseln sich starke und schwächere Jagdjahre ab. 2019/2020 hatte es mit rund 1200 Abschüssen einen Rekord gegeben, im Jagdjahr danach waren es 678, in diesem Jahr waren es 701. Für Hartwig Görtler, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, ist das keine Überraschung: „Überall gibt es weniger Wildschweine, wie es scheint.“ Das höre er nicht nur von seinen Kollegen im Kreis, sondern auch aus anderen Teilen Deutschlands. „Es sind fast keine da.“ Stellenweise werden schon Drückjagden reduziert. Die Gründe kennt er nur zum Teil: Es scheine eine unbekannte natürliche Ursache zu geben – und eine bekannte unnatürliche, die Jagd. Zum einen wirkten technische Neuerungen – der Landkreis hatte beispielsweise Wärmebildsysteme für Jäger erlaubt – aus, die einen „nachhaltigen Effekt“ hätten. Vor allem die Landwirte hatten wegen Schäden durch Wildschweine darauf gedrängt. Die Bauern wiederum tragen Görtler zufolge dankenswerterweise zum Jagderfolg und damit zur Reduzierung der Wildschweinzahlen bei: Es gebe öfter Streifen zwischen Wald und Feld, etwa beim in den nächsten zwei bis drei Wochen hochschießenden Mais – das ermöglicht Jägern, Sauen zu schießen. Ohne die Streifen huschen die Wildschweine direkt in den Mais, ohne je gesehen zu werden. Die Jäger können zunehmend auch Bejagungsschneisen nutzen, also verzichten Bauern auf einen Teil des Ertrags, schlagen eine Schneise ins Feld – das macht man vor allem dann, wenn Wildschweine in dem Feld schon Schäden angerichtet haben. „Es geht halt nur zusammen“, sagt Görtler über das nicht immer konfliktfreie Verhältnis zwischen einzelnen Landwirten und einzelnen Jägern.

Schäden durch Schwarzwild sind in den vergangenen Jahren weniger geworden

Bauernobmann Georg Zankl bestätigt das. Es gebe Gebiete, in denen die Schäden durch das Zusammenwirken von Jägern und Landwirten deutlich zurückgegangen seien – und welche, in denen die Lage noch verbesserungsfähig sei. Insgesamt seien die Schäden durch Schwarzwild in den vergangenen Jahren aber weniger geworden. Bei ihm in Gilching etwa gebe es schon Wildschweine, aber fast keine Schäden. Auch Zankl sieht in den Nachtsichtgeräten einen Fortschritt, traut dem Frieden aber nicht: „Das kann sich im nächsten Jahr schon wieder aufbauen“, fürchtet er.

Im vergangenen Jagdjahr 2021/2022 wurden 33 Keiler erlegt (Vorjahr: 22), 51 Bachen (47), Überläufer männlich 120 (174), Überläufer weiblich 151 (160) sowie insgesamt 346 Frischlinge (275). Die Zahl der bei Wildunfällen verendeten Wildschweine blieb weitgehend konstant. Dass viele junge Tiere erlegt werden, hat Methode: So reduzieren die Jäger die Gesamtzahl, weil weniger Schweine Nachwuchs haben können. ike

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