290 Lehrstellen konnten dieses Jahr im Landkreis besetzt werden.
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290 Lehrstellen konnten dieses Jahr im Landkreis besetzt werden.

Knapp 200 unbesetzte Lehrstellen im Landkreis

Kfz-Mechatroniker, Zimmerer und Kauffrau

  • Laura Forster
    VonLaura Forster
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Heute beginnt für viele Jugendliche im Landkreis ein neuer Lebensabschnitt: der Start in die Ausbildung. Obwohl ein Großteil der Schulabgänger eine passende Lehre gefunden hat, bleiben viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Corona-Pandemie ist daran nicht ganz unschuldig.

Landkreis – Zwischen 500 Lehrstellen im Landkreis konnten 340 Bewerber dieses Jahr wählen. Vom Zimmerer über den Elektroniker bis zum Verwaltungsfachangestellten. 198 Ausbildungsstellen sind bis zum jetzigen Zeitpunkt unbesetzt, meldet die Agentur für Arbeit. Und sogar 50 Buben und Mädchen haben noch keine Lehrstelle gefunden, trotz des großen Angebots. Das kann laut Elvira Thoma, Pressesprecherin der Arbeitsagentur, verschiedene Gründe haben: „Zum Beispiel entspricht der Bewerber nicht dem Anforderungsprofil, oder die Ausbildungsstätte ist für den Jugendlichen schwer zu erreichen, einige haben ja noch kein Auto oder Führerschein.“

Insgesamt 196 Schulabgänger treten eine Ausbildung in IHK-Berufen an. 15 Prozent weniger als noch im vergangenen Jahr. „Der Corona-Dämpfer vom Vorjahr ist auch in diesem Ausbildungsjahr zu spüren“, sagt Martin Eickelschulte, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Starnberg. „Azubis sollen ja eigentlich neben dem Ausbilder sitzen und Dinge aus nächster Nähe lernen. Das war während Corona schwer möglich.“ Eickelschulte hofft, dass die Lehrlinge diesen Winter nicht wieder in eine ähnliche Situation kommen. „Homeoffice für Auszubildende ist genauso grauenvoll, wie Homeschooling für Erstklässler.“

Besonders beliebt sind dieses Jahr die Ausbildungen als Kaufmann im Einzelhandel, Fachinformatiker, Kfz-Mechatroniker, medizinische Fachangestellte und Kauffrau für Büromanagement. Es gibt jedoch auch Lehren, die immer weniger gefragt sind und die Anzahl der besetzten Ausbildungsplätze sehr gering ist. Zwei Beispiele: Bäcker und Metzger. „Das liegt mit großer Wahrscheinlichkeit an der Attraktivität der Arbeitszeiten und der Arbeitsbedingungen“, sagt Stefan Fersch, stellvertretender Kreishandwerksmeister. Das frühe Aufstehen gepaart mit der oft geringen Bezahlung schreckt viele Schulabgänger ab. Dafür boomen andere Handwerksberufe wie Zimmerer oder Schreiner. „Da mussten wir dieses Jahr sogar schauen, ob wir für alle Bewerbe einen Betrieb finden.“ Das große Plus einer Ausbildung: Es muss sich keiner Sorgen machen, wie es nach der Lehre weiter geht. „Aufgrund des Fachkräftemangels werden viele Auszubildende von den Betrieben übernommen“, sagt Fersch.

Coronageschuldet waren Maßnahmen zur Berufsorientierung, wie Praktika, Ausbildungsmessen und persönliche Gespräche nur erschwert möglich. Deshalb wird der Bewerbungsprozess verlängert. „Unversorgte und unentschlossene Schulabgänger haben noch bis Ende des Jahres die Chance, eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden“, sagt Eickelschukte.  lf

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