Der Kindergarten St. Christophorus in Percha soll renoviert und erweitert werden – zumindest um einen Hort, vielleicht auch noch um eine weiter Gruppe. Foto: andrea Jaksch
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Der Kindergarten St. Christophorus in Percha soll renoviert und erweitert werden – zumindest um einen Hort, vielleicht auch noch um eine weiter Gruppe.

Kinderbetreuung

Ein neuer Hort für Percha

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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In Percha wird es mittelfristig weitere Kinderbetreuungsplätze geben. Die Erzdiözese München und Freising plant eine Erweiterung des bestehenden Kindergartens St. Christophorus um eine Hortgruppe. Stadtverwaltung und Stadtrat können sich zudem noch eine weitere Kindergartengruppe vorstellen.

Percha – „Das Gebäude ist altersbedingt renovierungsbedürftig.“ Mit diesen Worten beschreibt Hendrik Steffens von der Pressestelle des Erzbischöflichen Ordinariats München den Zustand des Kindergartens St. Christophorus. Und wohl kaum einer, der das Gebäude an der Berger Straße kennt, dürfte ihm widersprechen. Nun aber macht die Erzdiözese Nägel mit Köpfen und plant eine millionenschwere Sanierung samt Umbau. Die Vorplanungsgenehmigung sei erteilt, sagt Steffens auf Anfrage des Starnberger Merkur. Im ersten Halbjahr 2021 soll ein Planer beauftragt werden.

Mit rund 15 Monaten Planungszeit rechnet das Ordinariat, es folgen 15 bis 18 Monate Bauzeit. Sollte alles glatt laufen, könnte der Umbau also zum Jahresende 2023 fertig sein. Ausreichend Zeit also, bis der für 2025 vorgesehen gesetzliche Anspruch auf eine Hortplatz greift. Denn in den ehemaligen Wohnräumen des Gebäudes, die bereits seit einiger Zeit leerstehen, soll nach Überlegungen von Erzdiözese und Stadt ein Kinderhort entstehen.

Wenn es nach Stadtverwaltung und Stadtrat geht, soll es bei dieser Erweiterung nicht bleiben. Einstimmig hat sich der Stadtrat in seiner Sitzung vor Weihnachten bereits für eine weitere, flexible Gruppe ausgesprochen – „für den Fall, dass eine Erweiterung des Gebäudes durch eine Aufstockung des erdgeschossigen Gebäudeteils statisch möglich ist“, wie es in der Beschlussvorlage aus dem Rathaus hieß. Die Verwaltung klärt nun den Bedarf an Betreuungsplätzen für zwei Kindergarten- und eine Hortgruppe sowie für eine weitere Gruppe zur flexiblen Bedarfsabdeckung.

Derzeit besuchen nach Angaben von Sprecher Steffens 49 Mädchen und Buben die zwei Kindergartengruppen. Ob eine Erweiterung der Einrichtung auf insgesamt vier Gruppen möglich ist, dürften die weiteren Planungen und Verhandlungen ergeben. Denn obwohl der Kindergarten der Erzdiözese gehört, muss und wird sich auch die Stadt an den Baukosten beteiligen.

Bei einem Neubau gehe die Erzdiözese von rund 1,1 Millionen Euro pro Gruppe aus, bei einer Generalsanierung von knapp 900 000 Euro, wie der zuständige städtische Amtsleiter Ludwig Beck erklärte. Auch die Kostenverteilung sei nach den Vorgaben der Erzdiözese bereits geregelt. Bei einer Sanierung übernehme das Ordinariat ein Drittel und die Stadt zwei Drittel der Kosten, bei einem Neubau würde die Stadt sogar 100 Prozent bezahlen. Allerdings bietet der Freistaat Finanzhilfen für solche Investitionsmaßnahmen an. Beim Kinderhaus in Perchting, das ebenfalls von der Kirche betrieben wird, seien es gut 35 Prozent der Kosten gewesen, erklärte Beck. Die Finanzierung samt der Anträge auf Finanzhilfe sollen nun in einem Vorvertrag zwischen Stadt und Kirche geregelt werden. Auch dafür hat der Stadtrat einstimmig und ohne inhaltliche Diskussion seine Zustimmung gegeben.

Die Schadstoffbelastungen im Kindergarten St. Christophorus seien übrigens „im Rahmen einer vorgezogenen Notfallmaßnahmen behoben“ worden, sagte Hendrik Steffens vom Ordinariat. Bekanntlich waren Ende 2018, Anfang 2019 in Teilen des Fußbodens des Gebäudes Asbest und in Wasserleitungen Legionellen festgestellt worden. Diese Sanierung sei vollständig von der Erzdiözese finanziert worden.

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