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Starnberger Kinobetreiber bangt um Zukunft: „Lohnt sich nicht zu investieren“ - Pandemie verschärft Lage

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Von: Laura Forster

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Das Portobellohaus könnte verkauft werden.
Das Portobellohaus, in dem das Starnberger Kino „Breitwand“ ist, könnte verkauft werden. © Andrea Jaksch

Die Zukunft des Starnberger Kinos ist ungewiss. Betreiber Matthias Helwig will in den gemieteten Räumen nicht umbauen, zumal das Haus verkauft werden könnte.

Starnberg – Seit 2002 betreibt Matthias Helwig sein „Breitwand“ im sogenannten Portobellohaus an der Wittelsbacherstraße in Starnberg. Wie lange es das einzige Kino in der Stadt noch geben wird, ist jedoch ungewiss. Probleme habe es schon vor Corona gegeben, sagt Helwig. Die Pandemie habe die Situation nur noch verschärft.

Starnberger Kinobetreiber bangt um Zukunft: Muss „Breitband“ bald schließen?

„Das Kino mit zwei großen Sälen ist einfach nicht mehr zeitgemäß“, sagt Helwig, der noch weitere Lichtspielhäuser in Seefeld und Gauting betreibt. „Es gibt nur noch sehr wenige Blockbuster, die die gewünschten Besucherzahlen erzielen.“ Kinos in München und anderen Kreisstädten würde das Problem mit mehreren kleinen Sälen umgehen. „Die Interessen der Besucher sind in die Breite gegangen, so können sie besser abgedeckt werden.“ Die geltende 2G-plus-Regel verstärke die angespannte Situation nur noch. „Wir müssen uns überlegen, wie die Zukunft aussehen soll“, sagt Helwig.

Ungewisse Zukunft für „Breitwand“: Gespräche mit Kreissparkasse dauern an

Kurzfristig hofft der Kinobetreiber auf die Unterstützung der Kreissparkasse, der das Portobellohaus gehört. „Ich wünsche mir eine Reduzierung der Miete“, sagt er. 5000 Euro pro Monat seien derzeit schwer machbar. „Die Gespräche mit der Kreissparkasse ziehen sich leider schon seit vielen Jahren hin.“

Auf Anfrage des Starnberger Merkur schreibt die Bank: „Mit dem Kinobetreiber Matthias Helwig verbindet uns eine langjährige, intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit als Kreditinstitut, als Sponsor des Fünf-Seen-Filmfestivals und auch als Vermieter. Wir gehen stets fair miteinander um und nehmen Rücksicht auf die Belange unserer Partner.“ Ob die Kreissparkasse dem Kinobetreiber mit der Miete entgegenkommen wird, möchte sie jedoch nicht verraten.

Bank will Portobellohaus verkaufen: Kino muss umziehen

Langfristig kann das Lichtspielhaus laut Helwig jedoch nicht im Portobellohaus bleiben. Die Bank will die Immobilie verkaufen, Helwigs Mietvertrag läuft noch bis 2027. Ein Umbau der Räumlichkeiten ist dem Kinobesitzer deshalb zu heikel. „Es lohnt sich nicht mehr zu investieren.“ Helwig sieht als einzige Lösung, ein Kino an einem anderen Ort aufzubauen. Ein möglicher Standort: das Grundstück an der Bahnhofstraße, auf dem derzeit die Wiege von Starnberg steht und auf der ein neuer Komplex entstehen soll. „Ich bin mit den Eigentümern und Projektentwicklern Ehret + Klein im Gespräch“, sagt Helwig. „Etwas Konkretes gibt es aber noch nicht.“

Sollte Helwig sein Kino schließen, wird sich auch für das Fünfseen-Festival einiges ändern. „Wir könnten in die Schlossberghalle ausweichen.“ Eine perfekte Lösung sei das jedoch nicht.

Gerüchte über ein mögliches Aus für das Starnberger Kino hat Helwig im vergangenen Jahr noch weit von sich gewiesen. Solange der Staat seine finanziellen Zusagen einhalte, gebe es keinen Grund, „irgendetwas zu ändern“, hatte er damals betont und Paten für die Rettung seiner drei Kinos gesucht.

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