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Vizeweltmeisterin Kira Weidle: „Auch in Peking ist das Ziel ein Medaille“

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Von: Robert M. Frank

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Im Vorfeld gab es viel Aufregung wegen der Impf-Thematik. Es herrscht einfach extrem viel Unsicherheit bei allen Beteiligten. Kira Weidle zu den Olympischen Spielen in Peking.
Im Vorfeld gab es viel Aufregung wegen der Impf-Thematik. Es herrscht einfach extrem viel Unsicherheit bei allen Beteiligten. Kira Weidle zu den Olympischen Spielen in Peking. © Peter Kornatz

In gut einem Monat beginnt für Skirennläuferin Kira Weidle die Weltcup-Saison mit dem Abfahrtsrennen in Lake Louise (Kanada). Im Merkur-Interview spricht die 25-jährige Vizeweltmeisterin vom SC Starnberg über ihre Ziele in der olympischen Saison.

Starnberg – Die Starnberger Skirennläuferin Kira Weidle steht in den Startlöchern der olympischen Wintersaison. Nach dem offiziellen Weltcup-Auftakt der Damen im Riesenslalom am vergangenen Wochenende in Sölden, an dem die Speed-Spezialistin des SC Starnberg nicht teilnahm, bestreitet die amtierende Abfahrts-Vizeweltmeisterin im November ihr erstes Weltcup-Rennen. Im Interview mit dem Starnberger Merkur blickt die 25-Jährige auf ihren Urlaub in der Heimat sowie auf die Saisonvorbereitung zurück, spricht über Unwägbarkeiten und Ziele bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking, schildert ihre aktuelle Form und erklärt ihre Vorbildfunktion für den Nachwuchs.

Wie erging es denn Ihrem treuen Maskottchen, dem Stofftier „Zauchi“, in den Sommermonaten in Starnberg?

Zauchi geht es soweit gut. Auch wenn Zauchi in der Zeit während der Corona-Pandemie, in der keine Zuschauer bei unseren Rennen zugelassen waren, nicht mit meinem Fanclub mitreisen konnte und lange keinen Einsatz mehr hatte.

Konnten Sie im Sommer in der Heimat in Starnberg oder in Ihrem Urlaub in Italien und Griechenland mit einem Glas Wein auf die erfolgreiche Vorsaison anstoßen?

Nachdem wir wegen der Corona-Pandemie außerhalb des Teams keine großen Feiern veranstalten durften, habe ich die Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft im engsten Kreis nachgefeiert. Der Urlaub nach über einem Jahr ohne Meer und Strand hat gutgetan, um eine Auszeit von den Bergen zu nehmen. Da konnte ich mir auch einmal ein Glas Wein gönnen.

Was darf „Zauchi“ denn in der kommenden Saison erwarten?

Mit den Olympischen Winterspielen in Peking steht ja in dieser Saison ein Großereignis an. Zunächst hoffe ich auf einen guten Auftakt in Lake Louise. Hierauf freue ich mich besonders, dass ich nach den Renn-Ausfällen im Vorjahr dort wieder fahren kann.

Und bei den Olympischen Spielen im Februar 2022 in Peking?

Die Erwartungshaltung bei den Olympischen Spielen lautet bei mir: Es ist bei jedem Rennen alles möglich. Die Qualifikation, die ich mir zuvor ja erst noch erarbeiten muss, steht zunächst an oberster Stelle. Und wenn ich dann in Peking dabei bin, ist wie bei der letzten WM eine Medaille das Ziel.

Wie beurteilen Sie denn die Olympischen Spiele in Peking 2022 mit all den Unwägbarkeiten und Begleiterscheinungen im Allgemeinen?

Das ist eine ganz spezielle Nummer. Im Vorfeld gab es viel Aufregung wegen der Impf-Thematik. Es herrscht einfach extrem viel Unsicherheit bei allen Beteiligten. Der Skisport besitzt in Asien keine so große Bedeutung wie in Europa oder Nordamerika. Dass die Rennen dort ohne Publikum ausgetragen werden, ist für uns nicht ganz neu. Wir sind es aus der vergangenen Saison schon gewohnt, ohne Zuschauer zu fahren. Dass wir als alpine Skifahrer sehr isoliert von den anderen Sportlern sind, unsere Wettkampfstätten ausgelagert wurden und sich über zwei Stunden entfernt von der Medal Plaza befinden, finde ich sehr schade.

Wie ist es um Ihren Gesundheitszustand bestellt? In der vergangenen Saison hatten Sie mit Rückenschmerzen und einer Daumenverletzung zu kämpfen.

Meinem Daumen geht es soweit gut und dem Rücken auch. Und ansonsten hatte ich aus gesundheitlicher Sicht Gott sei Dank zuletzt keine Ausfälle. Ich hoffe natürlich, dass das auch in der Zukunft so bleibt. In der Saisonvorbereitung hat es für mich gegolten, konzentriert zu bleiben und Kräfte für den Saisonstart zu sammeln. Anfang November geht es schon direkt in die USA.

Wie lief denn die Saisonvorbereitung konkret?

Coronabedingt sind wir diesmal nicht nach Südamerika gereist. In Europa war die Schneesituation aber auch gut. Deshalb haben wir viel in der Schweiz in Saas-Fee und Zermatt trainiert. Für das Krafttraining war ich zuletzt zwei- bis dreimal die Woche in Garmisch-Partenkirchen.

Ein anderes Thema: Wie darf man denn eigentlich Ihre Rolle als Athletensprecherin im Deutschen Skiverband verstehen, die Sie als derzeit deutsche Top-Athletin mit Vorbild-Funktion für den Nachwuchs bekleiden?

Die Nachwuchsathleten sind eine Herzensangelegenheit für mich. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell man als Talent mal übersehen werden kann und sich unter dem Radar bewegt. Ich besitze zusammen mit den Trainern einen guten Blickwinkel aus Athletensicht. In dieser Rolle möchte ich vermitteln. Meine Tätigkeit in dieser Funktion wurde von jungen Sportlern schon angenommen.

Stichwort Nachwuchs: Wie beurteilen Sie die Lage bei Ihrem Verein SC Starnberg mit zahlreichen Nachwuchstalenten?

Insbesondere bei den Ergebnissen sieht man, dass dort in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet wurde. Der SC Starnberg hat eine starke Mannschaft. Ich hoffe, dass das nach der Corona-Zwangspause nun auch so weitergeht.

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