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Auf diesem Gelände am Seilerweg in Starnberg entsteht die neue Fachoberschule (FOS).

Fachoberschule

Leises Grollen im Kreistag über Verzögerungen bei der FOS

Bis der Neubau für die Fachoberschule fertig ist, vergehen mindestens fünf Jahre. Im Kreistag regt sich Unmut über Vorgehen und damit verbundene Kosten. Einige Kreisräte geben der Stadt eine Mitschuld.

Starnberg– Kreiskämmerer Stefan Pilgram bleibt vorsichtig: Er könne keine genauen Termine nennen, wann die Fachoberschule (FOS) in einen Neubau auf dem ehemaligen Bauhof am Seilerweg einziehen könne. Manche Arbeitsschritte könne man parallel erledigen, sei bei Genehmigungen aber von anderen abhängig. Rechnet man die einzelnen Abschnitte nach, kommt man auf fünf Jahre im besten Fall und bis zu sieben, wenn was nicht so gut läuft. Im Kreistag regt sich Unmut, und einige Kreisräte machen die Stadt für den Verzug verantwortlich. Landrat Karl Roth räumte ein, durch die Verzögerungen entstünden dem Kreis Mehrkosten.

Pilgram stellt den Stand der Vorarbeiten dar, kündigte Vermessungen und Abriss des Bestandes an und den Realisierungswettbewerb, der im Sommer starten soll. Für den müsse man noch auf Forderung der Stadt ein Verkehrskonzept erarbeiten. „So schnell wie es geht“ soll das passieren, denn die Forderung ist erst wenige Tage alt. Und: Das Konzept müsse fertig sein, bevor man den Auslobungstext für den Wettbewerb beschließe, sagte Pilgram. Den wird auch die Stadt absegnen müssen.

Da wurden einige hellhörig. Warum wähle man überhaupt den Weg eines Wettbewerbes, wollte Rainer Schnitzler (Freie Wähler) wissen. Auf dem beengten Grundstück gebe es doch nicht viel zu gestalten. Die gewöhnliche Suche nach einem Fachbüro wäre günstiger und ginge schneller, sagte er. Pilgram erklärte, die Stadt habe den Wettbewerb ausdrücklich gewollt, um auch die Umgebung, Parkmöglichkeiten und Fußwege in die Planung einzubeziehen. Parken ist ein wunder Punkt, denn die städtische Verordnung sieht acht pro Klasse vor. Bei bis zu 22 Klassen wären das sehr viel mehr, als auf dem Grundstück möglich ist. Der Landrat wollte keine neue Debatte, um „kein Öl ins Feuer zu gießen“. Dem Kreis hätte das einfache Verfahren auch gereicht, und ja, das und die Verzögerungen machten den Bau teurer. Wie sehr, blieb offen. Zuvor hatte schon Martina Neubauer (Grüne) genauer nach Mehrkosten gefragt.

Der Hintergrund liegt auf der Hand: Bis der Kreis das Grundstück letztlich übernehmen konnte, gab es diverse Verzögerungen. Schließlich hat der Stadtrat den Verkauf in gewisser Weise gegen den Willen der Rathausspitze beschlossen. Roth hatte zwischenzeitlich mit einer Abwanderung der Schule nach Gauting gedroht (wir berichteten). Derzeit braucht der Kreis die Stadt für eine Änderung des Bebauungsplanes.

Letztlich billigte der Kreistag das weitere Vorgehen und auch notgedrungen die vage Zeitplanung. Auch die weitere inhaltliche Ausrichtung der Schule fand einhellige Zustimmung. Der Kreis will als nächsten Fachbereich „Internationale Wirtschaft“ (wir berichteten). Einen Technik-Bereich, wie er mit Werkstätten auf dem Grundstück durchaus Platz hätte, will Karl Roth möglichst vermeiden – auch aus Rücksicht auf die Weilheimer FOS, die einen Technik-Zweig hat, der von rund 20 Schülern aus dem Landkreis besucht wird. Ob die FOS Starnberg ohne Technik bestehen kann, muss das Kultusministerium entscheiden. Mit dem gibt es mehr Klärungsbedarf: Interims-Räume werden normalerweise für drei Jahre geduldet, Starnberg braucht mehr.

Bürgermeisterin Eva John kann die Kritik nicht nachvollziehen. „Ich finde es nicht seriös“, sagte sie, in diesem frühen Planungsstadium von Mehrkosten zu sprechen. Der Landrat habe der Stadt seinerzeit die Wahl gelassen zwischen normaler Vergabe und Wettbewerb, der Bauausschuss des Stadtrates habe sich für den Wettbewerb entschieden. Der sei auch nötig, weil es eine „anspruchsvolle Planungsaufgabe“ sei auf dem kleinen Grundstück. Das Verkehrsgutachten sei unbestritten nötig, damit die Planer im Wettbewerb wüssten, worauf sich zu achten haben.

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