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Interessierte Zuhörer aus dem P-Seminar: Michael Dudkowiak Merlijn Dingemanse, Nicolas Dapper, Julian Hardt und Tobias Heisig (v.l.). 

Bürgerversammlung

Lob und Tadel für die Bürgermeisterin

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Wie sehen junge Menschen die Starnberger Kommunalpolitik? Schüler des P-Seminars des Gymnasiums Starnberg waren bei der Bürgerversammlung dabei – und schildern nun ihre Eindrücke.

Starnberg – Die ganzen vier Stunden haben sie am Donnerstagabend dann doch nicht ausgehalten. Die Schüler des P-Seminars von Lehrer Heimo Gnilka haben nach dem knapp 90-minütigen Rechenschaftsbericht von Bürgermeisterin Eva John die Bürgerversammlung verlassen und auf die folgenden Bürgeranfragen verzichtet. Der zeitliche Ablauf – für die jungen Leute ein erster Ansatz für Kritik.

„Jeden Zebrastreifen einzeln aufzuführen, ist extrem langweilig“, sagt etwa Julian Hardt (18) aus Söcking. „Da hätten ein Überblick oder eine Bilanz genügt.“ Stattdessen hätte er sich gewünscht, wenn die Bürgermeisterin den wirklich wichtigen Themen der Stadt mehr Platz eingeräumt hätte – und das auch gleich zu Beginn ihres Vortrags. „Den Tunnel zum Beispiel finde ich total interessant“, sagt Julian Hardt. „Da hätte ich mir mehr Informationen erhofft, wie das Projekt ablaufen soll.“ Zwar kam der Tunnel zu Beginn von Eva Johns Bericht vor, aber dennoch nur kurz am Rande. Und überhaupt: „Man hätte die Zukunftspläne konkreter machen können“, sagt Julian Hardt. „Ein paar mehr Details zu 2018 wären schön gewesen.“

Auch Tobias Heisig übt Kritik. „Der Vortrag war nicht besonders für junge Leute gemacht“, sagt der 17-Jährige aus Pöcking. Themen für Jugendliche, etwa die Umgestaltung des Wasserparks, hätte die Bürgermeisterin auch mehr an den Anfang rücken sollen, sagt er. So aber sei die Auflistung sämtlicher Ereignisse, und seien sie noch so klein, „relativ stumpf rübergekommen“.

Nicolas Dapper (17) aus Perchting fühlt sich dagegen gut informiert. „Es war relativ spannend zu sehen, was in diesem Jahr alles geschafft wurde“, sagt er. Auch den Statistikteil mit der Bevölkerungsentwicklung fand er gelungen.

Michael Dudkowiak hat ebenfalls einen guten Eindruck aus der Versammlung mitgenommen. „Ich fühle mich informiert“, sagt der 18-Jährige aus Pöcking. Dass die „kleinen Aspekte genauso aufgezeigt wurden wie die großen“ war für ihn kein Problem.

Und was sagt der Lehrer? Heimo Gnilka fand die Präsentation mit vielen Fotos und Einspielfilmen gut gemacht, aber: „Der erste Teil war zu lang. Danach war man schwer geplättet.“ Eine Dreiviertelstunde für den Rechenschaftsbericht der Bürgermeisterin hätte ihm auch gereicht. „Dann wäre mehr Zeit für die Diskussion geblieben“, sagt er. „Aber das kann natürlich auch Taktik sein.“

Bürgermeisterin Eva John hatte das P-Seminar übrigens persönlich zur Bürgerversammlung eingeladen – schließlich haben die jungen Leute heuer den Planetenweg geschaffen, der sich seit ziemlich genau einem Monat vom Bürgerpark über den Nepomukweg bis zum Badegelände in Percha zieht.

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