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Gleich dreimal musste die Polizei rund um den Waldkeller im Mühltal eingreifen. (Symbolbild)

Krampfanfall und Watschn

Drei Polizeieinsätze in einer Nacht im ehemaligen Waldkeller: Kultkneipe soll offizieller Nachtclub werden

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Dreimal in einer Nacht musste die Polizei am ehemaligen Waldkeller eingreifen. Aus völlig unterschiedlichen Anlässen. Unerfreuliche Zwischenfälle beobachten die Pächter nur noch selten. Sie wollen die Kultkneipe als öffentlichen Club neu etablieren.

Starnberg – Der Waldkeller im Mühltal heißt mittlerweile „U-124“ und ist für Partys aller Art zu haben – „ob Techno und Goa, ob Hip Hop oder Schlager bis hin zu eurer Stufenparty“. So steht es auf der Facebook-Seite. Das Komplizierte am „U-124“ im Untergeschoss des Forsthaus Mühltal ist: Jede öffentlich zugängliche Party muss bei der Stadt Starnberg angemeldet werden, weil die Räumlichkeiten vom Landratsamt nicht als Gaststätte genehmigt sind. Laut Sprecherin Lena Choi ist das Ordnungsamt regelmäßig in Kontakt mit den Veranstaltern. „Die Einhaltung der Anzeigepflicht wird durch die Behörden streng kontrolliert“, sagt sie.

Eine illegale Technoparty in den Isaurauen auf Höhe Dirnismaning (Stadt Garching) hat die Polizei am Sonntag in den frühen Morgenstunden beendet. Ob und welche Anzeigen folgen, prüft die Polizei noch. 

Das ist mit Ereignissen aus der Vergangenheit zu erklären. Überfüllte Räume, Vandalismus, Schlägereien und Unfällen nach Partys: Gerade die Oberstufen-Partys von Tutzinger, Starnberger und Kempfenhauser Gymnasiasten bereiteten Polizei, Stadt und Landratsamt Sorgen.

Waldkeller Starnberg: Eine Frau hatte einen Krampfanfall erlitten

In der Nacht auf Sonntag mussten Beamte wieder am ehemaligen Waldkeller eingreifen – und das gleich dreimal. Die Faschingsfeier war mit „DJ-Betrieb und maximal 250 zugelassenen Personen“ offiziell angemeldet. Vor Zwischenfällen schützt das aber nicht: Zunächst alarmierte der Rettungsdienst die Polizei. Die Sanitäter baten gegen 0.50 Uhr um Hilfe, weil eine 18-jährige Frau einen Krampfanfall erlitten hatte. „Mutmaßlich hatte sie zuvor Alkohol zusammen mit verbotenen Substanzen zu sich genommen“, heißt es im Polizeibericht. Und: „Weil ihre Reaktion auf die Behandlung für Notarzt und Rettungssanitäter nicht vorhersehbar war, wurde die Polizei hinzugezogen.“ Die 18-Jährige konnte schließlich ins Krankenhaus gebracht werden.

In der Zwischenzeit bemerkte eine Polizeistreife einen 20-jährigen Autofahrer, der vom Forsthaus Richtung Starnberg fuhr. Er fiel den Beamten auf, weil er sehr schnell unterwegs war. Die Streife stoppte den Mann und wies ihn auf seine risikoreiche Fahrweise hin. Der Vorfall werde der Führerscheinstelle berichtet.

Handgreiflichkeit auf dem Parkplatz des Waldkellers in Starnberg

Gegen 3.30 Uhr kam es dann auf dem Parkplatz vor der Partylocation zu einer Handgreiflichkeit. Während ein 18-Jähriger dort auf seinen Vater wartete, geriet er mit einer Gruppe Jugendlicher in Streit. Einer von ihnen schlug ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. Als die Polizei ankam, konnte der junge Mann nicht mehr eindeutig sagen, wer ihm den Schlag versetzt hat. Klar wurde den Beamten, dass alle Anwesenden – teilweise stark – alkoholisiert waren. Die Ermittlungen wegen Körperverletzung dauern an. Hinweise erbittet die Inspektion unter 0 81 51/36 40.

Derweil beschäftigt Vandalismus derzeit die Polizei in Herrsching. Dort wurde ein Kiosk beschmiert, doch gleichzeitig tauchte auch ein Video auf, berichtet Merkur.de*.

Fünf offiziell angemeldete Veranstaltungen fanden im „U-124“ laut Stadtsprecherin Choi im vergangenen Jahr statt. Auf Dauer wollen sich die Pächter die Anträge sparen. Stefan Walter, der das Forsthaus zusammen mit Geschäftsführer Boris Scharf betreibt, sagt: „Wir arbeiten zusammen mit dem Landratsamt daran, eine dauerhafte Genehmigung zu bekommen.“ Damit sie erteilt wird, sind unter anderem Lärm- und Brandschutzrichtlinien einzuhalten.

Pächter arbeiten mit Landratsamt an Genehmigung

Die Pächter des Forsthauses vermieten 17 Gästezimmer seit Anfang 2018, auf die Genehmigungen der Gastronomie hatten sie lange warten müssen. Dass es heuer auch mit dem ehemaligen Waldkeller klappt, kann sich Walter gut vorstellen. „Die Polizei ist selten bei uns. Und wir haben einen guten Draht zu den ortsansässigen Jugendlichen“, sagt er. Der Fokus der Pächter liegt aber auf dem Biergarten. Der soll nach einer „Mischung aus Urbanität und Tradition“ gestaltet werden – „damit sich Alt und Jung dort wohlfühlen“

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Eine ausgelassene Techno-Party mitten im Wald haben am Wochenende etwa 60 begeisterte Raver gefeiert. Leider zu laut. Die Polizei schickte die Feiernden nach Hause.

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