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Stolz ist die scheidende Rektorin Sonja Bode-Schuhmann auf den Computerraum, den sie in der Ferdinand-Maria Grundschule Starnberg einrichten ließ. Es ist nur eines von vielen Projekten, die sie anstieß.

Ruhestand für Sonja Bode-Schuhmann

Die Mutter der Grundschule geht

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Die Rektorin der Ferdinand-Maria-Grundschule wird an diesem Montag in den Ruhestand verabschiedet: Sonja Bode-Schuhmann hinterlässt Spuren.

Starnberg – Ein Gespräch mit Sonja Bode-Schuhmann ist schwierig. Zwischen zwei Telefonaten springt die Rektorin der Ferdinand-Maria-Grundschule von ihrem Stuhl auf, ein Paketbote wartet am Eingang. Kaum sitzt sie wieder: halbe Stuhldrehung, eine kurze Durchsage. Dann das Telefon. Gehetzt sieht sie aber nicht aus – im Gegenteil. „Das stresst mich schon lange nicht mehr“, sagt sie. Mit 65 Jahren hat die Lehrerin nun das Pensionsalter erreicht.

An diesem Montag wird Bode-Schuhmann nach acht Jahren an der Spitze der Ferdinand-Maria-Schule offiziell in den Ruhestand verabschiedet. In ihrem Rektoren-Zimmer stapelt sich die Arbeit, das neue Schuljahr muss vorbereitet werden. Für einen reibungslosen Übergang hilft Bode-Schuhmann noch bis in die erste August-Woche mit, dann ist endgültig Schluss.

Zeit für einen Rückblick: „Meine Tätigkeit war genau das, was ich immer machen wollte“, sagt sie und lächelt. Und die Station in Starnberg war ihre größte Aufgabe. Angefangen hat Bode-Schuhmann als Lehrerin in Andechs, wo sie nach einem Zwischenjahr in Inning erneut landete. Dann ging es Schritt für Schritt bergauf: Schulleitung in Traubing mit 80 Schülern, dann Pöcking mit 230 Schülern und letztlich Starnberg mit 438 Schülern. Je mehr Kinder es waren, desto eher wurde aus der Lehrerin Bode-Schuhmann die Organisatorin Bode-Schuhmann.

Ihre Arbeitstage beginnen um 7 und enden selten vor 17.30 Uhr. „An mich darf sich jeder wenden“, sagt sie. „Ich bin eigentlich in der Mutterrolle.“ Auch für ihre Schüler. Als Bode-Schuhmann kurz den Schulhof betritt, kommen sie angerannt – nach wenigen Sekunden schlingen sich unzählige Arme um die Rektorin – zum Abschied noch mal herzen. „Ich war als Lehrerin wahnsinnig lustig, aber auch wahnsinnig streng“, sagt sie. Die Mischung macht’s.

Gleich in ihrem ersten Jahr in Starnberg ließ sie einen Computerraum einrichten und bereitete den Umstieg zur Ganztagsschule vor. Die ehrenamtliche Mittagsbetreuung für ausländische Kinder bezeichnet sie als „Herzensangelegenheit“. Unterrichtet sollten ausländische Kinder dann aber zusammen mit deutschen Kindern werden. „In der ersten Klasse sprechen sie nach einem Vierteljahr perfekt deutsch.“ Auch außerhalb der Schule hat sich in Bode-Schuhmanns Zeit viel getan. „Das Schulhaus kenne ich eigentlich nur als Baustelle. Ich weiß noch, wie wir früher mit zwei Klassen im Keller gegessen sind.“ Heute gibt es eine Mensa.

Bei einem Thema wird die Rektorin richtig emotional. „Das bayerische Schulsystem ist eindeutig auf die Stärkeren ausgerichtet“, ärgert sie sich. „Die Leute, die den Lehrplan machen, sollten mehr auf die hören, die in der Praxis sind.“ Für die Lehrer in Starnberg hat sie nur Lob übrig. „Eine unglaubliche Kollegialität, ein super Zusammenhalt. Darauf habe mich jeden Morgen gefreut – das wird mir am meisten fehlen.“

Nach Starnberg steuert Bode-Schuhmann, die in Dießen lebt, Sardinien an. „Das ist für mich der schönste Flecken Erde.“ Den September will sie dort verbringen, sich vielleicht eine Immobilie zulegen und auf der Insel Deutsch-Kurse geben. Carina Rescher, vorher Schulleiterin in Feldafing, soll dann die neue Mutter der Ferdinand-Maria-Grundschule werden.

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