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Der Schwan am Dienstagmittag in der Nähe des Bahnhof See. Zwei Kameraden der Feuerwehr passten auf, dass das Tier nicht mehr auf die nahe Fahrbahn oder sogar auf die Bahngleise watschelte.

Tierdrama ohne Happy-End

„Es war nicht nötig, den Schwan zu töten“

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Musste der Schwan, der Passanten, die Starnberger Feuerwehr und Verkehrsteilnehmer beschäftigt hat, wirklich sterben? Tierheimleiterin Christine Herrmann erklärt ihre Sichtweise des Tierdramas. 

Starnberg– Das Schwanen-Drama am Bahnhof See hat viele Menschen beschäftigt. Wie berichtet, hatte das offenbar verletzte Tier am Dienstag Passanten, Verkehrsteilnehmer und Feuerwehr auf Trab gehalten, ehe ein herbeigerufener Jäger den Schwan mitnahm und von seinen Leiden erlöste. Gegenüber dem Starnberger Merkur erklärt Tierheimleiterin Christine Hermann, wie sie das Drama erlebt hat.

-Wie haben Sie auf die Benachrichtigung durch die Feuerwehr reagiert?

Meine Mitarbeiter hatten Unterstützung zugesagt und schon einen Platz für das Tier vorbereitet. Es war vereinbart, dass die Feuerwehr den Schwan bringt oder sich bei uns meldet, wenn es sich schwierig gestaltet mit dem Einfangen. Wir haben nichts mehr gehört (die Feuerwehr hatte parallel über das Landratsamt auch den Jäger informiert, Anm. d. Red.).

-Haben Sie in der Vergangenheit schon Schwäne oder andere Wildvögel aufgenommen?

Wir haben in den vergangenen Jahren zwischen fünf und zehn Schwäne und jedes Jahr zwischen 20 und 30 Wasservögel aufgenommen. Auch viele Enten, allein heuer schon mindestens 25. Sie werden bei uns gesund gepflegt, gepäppelt und wenn sie wieder fit für die Freiheit sind, ausgewildert. Wasservögel, die nicht mehr fliegen können, dürfen bei uns im Teichgelände bleiben. Wir haben derzeit zwei Graugänse und etliche Enten, die bei uns ihr Gnadenbrot am Teich bekommen. Unsere kompetenten Tierärzte und Tierpfleger hätten sich selbstverständlich um den armen Schwan gekümmert. Gerade für Wasservögel sind wir gut ausgestattet. Und der Tierarzt entscheidet letzten Endes auch über eine Euthanasie, aber natürlich erst nach einer gründlichen Untersuchung.

-Die Feuerwehr kritisiert, dass es keinen Leitfaden für die Versorgung von Wildtieren gibt. Sehen auch Sie da Handlungsbedarf?

Wir brauchen die Feuerwehr meistens nur, wenn man ein Tier von großer Höhe mit der Leiter herunterholen muss. Im Falle vom Schwan hätte es gereicht, wenn sie uns gesagt hätten, dass wir ihn abholen sollen, und solange gewartet hätten. Aber wir würden uns natürlich gerne mit der Feuerwehr zusammensetzen und einen Leitfaden erstellen.

-Wie ist generell die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr?

Wir haben sehr selten mit der Feuerwehr zu tun. Mit der Polizei gestaltet sich die Zusammenarbeit sehr gut.

-Und wie ist die Zusammenarbeit mit den Jägern?

Auch mit den Jägern haben wir kaum Berührungspunkte. Es war nicht nötig, den Schwan zu töten, nachdem wir unsere Hilfe angeboten hatten.

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