Pfiffige Eigenkonstruktion: Die Betriebshofmitarbeiter Rudolf Altmann und Peter Weigl (r.) demonstrieren an der Starnberger Seepromenade die Funktionsweise ihrer coronakonformen Mülltonnen.
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Pfiffige Eigenkonstruktion: Die Betriebshofmitarbeiter Rudolf Altmann und Peter Weigl (r.) demonstrieren an der Starnberger Seepromenade die Funktionsweise ihrer coronakonformen Mülltonnen.

Abfall in Starnberg fast verdoppelt

Neue Mülltonnen ganz coronakonform

  • Michael Baumgärtner
    vonMichael Baumgärtner
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Der Müll hat sich während der Corona-Pandemie in Starnberg nahezu verdoppelt. Ein Betriebshofmitarbeiter hat nun zusätzlich spezielle Abfallbehälter konstruiert.

Starnberg – Die Corona-Pandemie bringt so manche negative Begleiterscheinung mit sich. Auffällig ist unter anderem, dass das Müllaufkommen im öffentlichen Raum massiv angestiegen ist. Für Peter Weigl hat das einen logischen Grund: „Weil ja alle Wirtschaften und Restaurants zu sind, holen sich die Leute ihr Essen zum Mitnehmen oder lassen es sich liefern“, sagt der Mitarbeiter des Starnberger Betriebshofes. Die Verpackungen und Kaffeebecher und anderer Unrat landen dann bestenfalls in den öffentlichen Abfallbehältern. Nach seiner Beobachtung hat sich der anfallende Abfall in der Stadt im Vergleich zu den Vorjahren seit Beginn der Pandemie „fast verdoppelt“.

Weil die bisherigen, fest installierten Müllbehälter nicht mehr ausreichten, stellten Weigl und seine Kollegen – insbesondere an Besucher-Hotspots wie Seepromenade, Bucentaurpark, Badegelände Steininger, am Seebad oder am Kirchplatz – zusätzlich etwa 60 handelsübliche 120-Liter-Mülltonnen auf. Allein an der Seepromenade im Bereich des Bahnhofs haben sie neun Extra-Tonnen installiert – die übrigens allesamt angekettet sind, „denn sonst landen sie im See“ (Weigl). Doch schnell stellten die Bauhofmitarbeiter fest, dass da der Abfall nicht in, sondern neben oder auf den Tonnen entsorgt wurde. Weigls Erklärung: „Niemand will den Deckel anlangen, weil man sich ja anstecken könnte.“

Was also tun? Weigl hatte eine Idee und verfuhr nach dem Motto „Selbst ist der Mann“. Er entwickelte eine coronakonforme Mülltonne. Von einem Schreiner ließ er sich Holzkeile anfertigen und baute daraus eine Konstruktion, die den Deckel der Tonnen halb offenstehen lässt und deren Öffnung auch groß genug für sperrige Pizzaschachteln ist. „So etwas gibt es ja nicht zu kaufen. Das hat nicht viel gekostet und ist eine effektive Sache“, sagt der 63-Jährige, der seit 33 Jahren beim städtischen Betriebshof arbeitet.

Die Tonnen werden täglich, „auch am Samstag und Sonntag“, so Weigl, geleert. Und da kommt eine ganze Menge Müll zusammen. In den zwei Wochen nach Ostern füllten die Betriebshofmitarbeiter einen Container mit einem Fassungsvermögen von 36 Kubikmeter. Und das könnte bald noch mehr werden, „wenn das Wetter besser wird und die Badesaison beginnt“, befürchtet Weigl.  

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