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Auf dieser Fläche gegenüber der Schifffahrt soll die Gastronomie samt Biergarten im Bürgerpark entstehen. Ob aus den Plänen heuer noch etwas wird, erscheint derzeit aber ungewisser denn je.

Gastronomie

Parkplatz-Posse im Park

Das Landratsamt hat den Bauantrag für Kiosk samt Biergarten im Bürgerpark abgelehnt – wegen mehr als 30 fehlender Parkplätze, die die Stadt dort aber gar nicht errichten will. Die Eröffnung der Gastronomie verzögert sich nun weiter.

Starnberg – Der Bauausschuss des Stadtrates ist sauer aufs Landratsamt. Grund: Eine Forderung nach Stellplätzen für den ursprünglich schon für 2017 geplanten Kiosk im Bürgerpark. Um die Forderung der Kreisbehörde zu umgehen, stellt die Stadt nun einen Bebauungsplan für den Park auf – an sich ziemlich überflüssig, aus Sicht des Ausschusses jedoch unumgänglich. Aber nur so ist aus Sicht der Verwaltung der Parkplatzzwang zu stoppen.

Nach eineinhalb Jahren Bürgerpark, der von den Starnbergern und Besuchern gut angenommen wird, sollte der Kiosk im südwestlichen Teil schon lange stehen. Geplante Eröffnung war Mitte vorigen Jahres. Der Bauantrag wurde nach Angaben von Bürgermeisterin Eva John im Frühjahr 2017 eingereicht – und kam am 4. Januar dieses Jahres abgelehnt zurück. Wie John erklärte, habe das Landratsamt alle weiteren Prüfungen, etwa zum Emissionsschutz, eingestellt, weil der Plan nicht ausreichend Stellplätze für einen Kiosk ausweise. Es war, um genau zu sein, ein Stellplatz – für den Betreiber.

Die Stadt hält eine Stellplatzvorgabe für einen Kiosk in einem Park für komplett unsinnig und hat eine Klage erwogen. Jedoch: Die würde lange dauern, und dann würde „der Kiosk nie kommen“, sagte John im Ausschuss. Die geforderten Parkplätze hätten rund 600 Quadratmeter eingenommen; das entspricht rund fünf Prozent des gesamten Parks.

Die Ausschussmitglieder waren fassungslos. Das sei „völlig falsch“, klagte Dr. Klaus Huber (WPS), schließlich sei der Kiosk ja gar nicht anfahrbar. Ludwig Jägerhuber (CSU) hörte den Amtsschimmel laut wiehern, wenn man „Stellplätze an der schönsten Stelle der Stadt“ verlange. Beim Anbau ans Landratsamt sei der Stadtrat bei den Stellplätzen dem Kreis entgegengekommen, ebenso beim Klinikum und man werde es auch für die Fachoberschule am Seilerweg tun, listete er auf. Und: Starnberg könne froh sein, dass die Schifffahrt schon mehr als 150 Jahre bestehe, sonst hätte man ja große Parkplätze an jedem Steg. Die Stadt wolle schließlich ein Erholungsgelände, pflichtete ihm Josef Pfister (BMS) bei. 600 Quadratmeter – umgerechnet drei Tennisplätze – seien „grausam“.

Dass es in der Nähe des Bürgerparks durchaus Parkplätze geben müsse, darauf wies Gerd Weger (CSU) hin. Schließlich gebe es Eltern, die einiges zu transportieren hätten; etwa, wenn die Kinder mit anderen im Park Geburtstag feiern. Iris Ziebart (FDP) ließ das nicht gelten: „Es ist zumutbar, fünf Minuten zu gehen.“ Parkplätze in der Nähe sind unter anderem der stets volle Park-and-Ride-Platz am Bahnhof See oder Parkplätze am Wasserpark. Beide sind nicht für übermäßig viele freie Plätze im Sommer bekannt.

Lösung des Dilemmas: ein Bebauungsplan. In dem kann die Stadt für ihr Grundstück Festlegungen treffen, die keine Stellplätze vorsehen. Ohne lange Debatte einigte sich der Ausschuss auf die Grundzüge, nämlich einen Park und im Bereich des 30 Meter langen, aber nur wenige Meter breiten Kiosks ein Sondergebiet Tourismus/Gastronomie. Vorgesehene Stellplatzzahl: einer. Der Beschluss fiel gegen zwei Stimmen.

Ein Bebauungsplanverfahren dauert einige Zeit – ob es in diesem Jahr noch zur Eröffnung der Gastronomie kommt, ist zumindest fraglich. Die Situation sei für alle schlimm, sagte John, außer fürs Landratsamt. Ein Investor will den Kiosk bauen und muss nun weiter warten.

Im Landratsamt reibt man sich etwas verwundert die Augen. Als Kiosk will dessen Sprecher Stefan Diebl das Gebäude nicht bezeichnen. Es habe 160 bis 200 Sitzplätze, wenn auch vor allem im Freien. Für eine solche Gastronomie sehe die Stellplatzverordnung der Stadt mehr als 30 Stellplätze vor. Deren Zahl richtet sich nach Sitzplätzen und Fläche. Bei Gaststätten sind es einer für fünf Sitzplätze, bei Biergärten einer für sieben. Das Landratsamt habe nur diese städtischen Vorgaben angewendet – „weil man nicht einfach eine Ausnahme machen kann“. Mithin bleibe nur, entweder die Stellplatzverordnung zu ändern – das gilt dann für alle – oder einen Bebauungsplan aufzustellen. Genau das macht die Stadt jetzt.

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